Auf der Mitgliederversammlung von Hertha BSC wurde noch einmal die wechselhafte Saison besprochen. Für Manager Michael Preetz steht Trainer Pal Dardai nicht zur Debatte. Er sieht die Entwicklung des Klubs positiv. Ganz oben auf der Liste stehe der Bau einer reinen Fußballarena. Die kommende Spielzeit will die Alte Dame mit einem Rekordbudget angehen. Ein neuer Aufsichtsrat wurde ebenfalls gewählt.


​Die Saison von Hertha BSC war eine reine Achterbahnfahrt. Zehn Siege, elf Niederlagen bei 13 Remis sprechen eine eindeutige Sprache: Nie wurden mehr als zwei Spiele in Folge gewonnen, aber auch verloren. So sprang am Ende ein zehnter Platz heraus - im Herzen des Graubereichs der Liga.


Auf der turnusmäßigen Ordentlichen Mitgliederversammlung der Alten Dame am Montagabend sah Kapitän Vedad Ibisevic die Leistungen in der abgelaufenen Spielzeit kritisch. "Im Namen der Mannschaft bedanke ich mich für euere Unterstützung", richtete der 33-Jährige das Wort an die rund 1.200 anwesenden Mitglieder. "Trotz einer komplizierten Saison seid ihr immer für uns da gewesen. Wir werden gemeinsam nach der Sommerpause wieder angreifen!", versprach der Hertha-Torjäger.

Sein Trainer Pál Dárdai zeigte sich zwiegespalten über den Saisonverlauf: "Die Saison braucht man nicht schönreden, aber auch nicht alles schlecht machen. Wir haben viele junge und neue Spieler eingebaut und weiterentwickelt. Wenn wir das weiterhin so hinbekommen, haben wir eine gute Zukunft", war sich der Ungar sicher. Ähnlich sah es auch Hertha-Sportchef Michael Preetz: "Es war eine herausfordernde Spielzeit für uns, an dessen Ende wir feststellen können, dass wir unter dem Strich eine sehr ordentliche Saison gespielt haben. Es war eine sorgenfreie Spielzeit, wir waren zu keiner Zeit in Gefahr", betonte Preetz. 

Und dennoch sei durchaus mehr drin gewesen, wie Herthas Geschäftsführer Sport zugeben musste. "Wir haben aufgrund mangelnder Konstanz mehrere Chancen verpasst, aus einer sorgenfreien Saison eine gute Saison zu machen. Und doch ist eine positive Entwicklung der Mannschaft zu sehen, wir haben uns weiter in der Bundesliga etabliert. Die Platzierungen der letzten Jahre unterstreichen das", unterstrich Preetz. 


Trainer Dardai stehe deshalb auch überhaupt nicht zur Diskussion, wie ein Mitglied fragte. Er sei  mit 41 Jahren weiter ein junger Trainer, mit dem man noch nie in Abstiegsgefahr geraten sei, erklärte Preetz. Rufen nach einem attraktiveren Fußball stimmte er indirekt zu: "Die Hinrunde war nicht das Problem, in der Rückrunde haben wir es in den entscheidenden Spielen nicht auf den Platz bekommen. Das müssen wir in der neuen Saison ändern", so der Hertha-Manager. 


Bau einer reinen Fußballarena steht ganz oben auf der Liste


Für Preetz stehe "der Bau einer eigenen, modernen, reinen Fußballarena ganz oben auf unserer Agenda". Finanzchef Ingo Schiller präsentierte in der Folge die bisherigen Überlegungen. Das neue, reine Fußballstadion soll im Olympiapark gebaut werden und 10.000 Stehplätze in der Ostkurve haben. Der wichtigste Faktor sei dabei die Nähe zum Rasen, die im Olympiastadion nicht gegeben sei. In der neuen Arena sollen 62 Prozent der Plätze innerhalb von 90 Metern zum Anstoßpunkt liegen.

In naher Zukunft muss die Hertha aber weiter mit dem weitläufigen Rund des Olympiastadions vorlieb nehmen. Dort sollen in der kommenden Spielzeit bei 15 Heimpartien - ausgenommen die Spiele gegen die Bayern und den BVB - Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren freien Eintritt bekommen. "Wir wollen die jungen Menschen zu Fans, zu Mitgliedern machen", erläuterte Schiller.


Die Saison 2018/19 plant Hertha BSC mit einem Rekordbudget von 131,4 Millionen Euro, wie der Finanzchef weiter erklärte. Dabei plane man mit 45 Punkten in der Bundesliga und mit der zweiten Runde im DFB-Pokal. Der Zuschauerschnitt werde auf 47.400 berechnet, im Ranking der TV-Einnahmen soll die Hertha auf Rang sieben liegen. Bei Einnahmen von 122,6 Millionen Euro betrage der Überschuss dabei rund 400.000 Euro. Die größten Ausgaben bilden die Personalkosten in Höhe von 59,1 Millionen Euro.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde auch ein neuer Aufsichtsrat gewählt. In der ersten Wahlrunde wurden Klaus Brüggemann, Dr. Torsten-Jörn Klein, Scott Körber und Andreas Schmidt direkt gewählt. Im zweiten Wahlgang komplettierte Bernd Schiphorst den fünfköpfigen Aufsichtsrat.