Zinedine Zidane will Gareth Bale unbedingt loswerden, heißt es in Spanien. Der Waliser selbst beteuert dagegen, dass er sich einen Abgang von Real Madrid durchaus vorstellen könne, die Königlichen einen Transfer aber blockieren. Der nächste Akt, in einer schier unendlichen Geschichte.


Die Causa Gareth Bale bei Real Madrid geht in die nächste Runde! In Spanien berichtet die Madrider Tageszeitung ABC, dass Trainer Zinedine Zidane den Waliser unbedingt loswerden möchte. Der "toxische Bale" müsse verkauft werden, weil er im Team für eine schlechte Atmosphäre sorge, heißt es in dem Bericht.


Schon im Saisonendspurt in La Liga und beim anschließenden Achtelfinal-Aus in der Champions League war der 31-Jährige völlig außen vor. Vor dem Duell gegen Man City soll Bale Zidane sogar gebeten haben, ihn nicht für das Aufgebot zu nominieren. "Jetzt ist Gareth Bale ein Spieler von Real Madrid. Und das respektiere ich. Er bevorzugt, nicht zu spielen", meinte Zidane auf einer PK.


Das Problem aus Sicht des Real-Trainers: Bale ist und bleibt mit rund 30 Millionen Euro Jahressalär Topverdiener bei den Königlichen. Berater Jonathan Barnett erklärte erst im Juni gegenüber der BBC: "Gareth geht es gut, er hat noch zwei Jahre Vertrag. Er lebt gerne in Madrid und wird nirgendwo hingehen", und schloss damit einen vorzeitigen Abschied aus.


Derzeit befindet sich Bale im Schoße seiner geliebten walisischen Nationalmannschaft. Zur Erinnerung: Wales - Golf - Madrid - so präsentierte Bale öffentlichkeitswirksam auf einer Flagge seine Präferenzen. Vor den Nations-League-Duellen gegen Finnland und Bulgarien sprach der 31-Jährige mit Sky Sports - und bekräftigte dabei erneut, wie wohl er sich beim Nationalteam fühle: "Ich glaube, jeder weiß, wie sehr ich es liebe, für Wales unterwegs zu sein. Es ist schön dort zurück zu sein, wo man ein bisschen mehr geschätzt und von deinen Fans unterstützt wird, egal was passiert."


Nach der gelungenen EM-Quali präsentierte Bale die berühmte Flagge

Bale kann sich Wechsel vorstellen - und erhebt Vorwürfe gegen Real Madrid


Andere Töne - zumindest als sein Berater - schlug Bale dagegen beim Thema Wechsel an. Der Waliser wollte eine Rückkehr in die Premier League nicht ausschließen: "Wenn solche Optionen kommen, würde ich mich mit Sicherheit damit beschäftigen", so Bale. "Wir werden sehen was passiert. Wir haben viel Zeit in diesem Transferfenster und einige andere kommen noch", meinte der Waliser weiter, und legte das Heft des Handelns so in die Hände seines aktuellen Klubs. Die Entscheidung müsse Real Madrid treffen, erklärte Bale.


Der Waliser erhob den Vorwurf, dass er zwar durchaus wechselwillig sei, Real Madrid in der Vergangenheit seinen Abgang aber immer verbaut habe: "Ich wollte letztes Jahr gehen, aber sie haben es in der letzten Sekunde verhindert. Es war ein Projekt, das mich begeistert hatte."


Im Sommer 2019 stand Bale kurz vor einem Wechsel nach China. Damals haben die Königlichen tatsächlich aber noch ihr Veto eingelegt und den Deal platzen lassen. "Ich will Fußball spielen und bin weiterhin motiviert. Ich bin erst 31 Jahre alt und fühle mich in großartiger Form. Ich denke, es liegt am Klub, sie haben die Kontrolle. Aber um ehrlich zu sein, machen sie die Dinge sehr schwer", so Bale.


Wie ernst kann man Bales Wechselabsichten nehmen?


Wie ernst man diese Bekundungen nehmen kann, bleibt aber fraglich. Das ach so tolle Projekt in China hätte ihm sehr viel Geld eingebracht, bei einem Wechsel zurück in die Premier League wird dagegen kein Klub bereit sein, annähernd sein aktuelles Real-Gehalt zu bezahlen. Und so wirkt es eher, als versuche sich Bale öffentlich in ein gutes Licht zur rücken. Den Worten seines Beraters aus dem Juni, kann man schon eher glauben schenken: Bale geht es gut in Madrid und sitzt seinen Vertrag aus.


Aber wer weiß, vielleicht ist der weiterhin hochveranlagte Waliser doch noch für eine Überraschung gut - und zeigt nicht nur für Wales, sondern auch für einen Klub außerhalb Madrids noch einmal sein ganzes Können...