Zinédine Zidane hat den Daumen gehoben. Oder gesenkt. Je nach Perspektive. Auf jeden Fall hat er nun sein definitives Placet zu den Klub-Plänen gegeben, den 60-Millionen-Einkauf Luka Jovic leihweise für ein Jahr abzugeben. Für Jovic' sportliche Zukunft bei Real Madrid wäre der Daumen damit erst einmal gesenkt. Sein Weg könnte in die italienische Serie A führen.


Kaum Tore, kaum Vorlagen - stattdessen immer wieder Eskapaden


Wirklich überraschen kann diese Entscheidung der Madrilenen nicht. Zu wenig hat der Serbe aus seinen vielen Chancen, die ihm geboten wurden, gemacht. Seit seiner Ankunft in Spaniens Hauptstadt vor einem Jahr hat der frühere Frankfurter noch nicht wirklich Fuß fassen können. Das spiegelt sich in den Leistungsdaten wider. Kam er in seiner letzten Spielzeit in der Bundesliga noch auf starke 17 Treffer und 6 Vorlagen in 32 Einsätzen, sank diese Quote in seinem Premierenjahr für die Königlichen dramatisch: 2 Törchen und ein Assist - das ist die magere Bilanz aus 17 Liga-Spielen. In der Champions League und im nationalen Pokal konnte er gar keine Scorerpunkte vorweisen.


Die sportliche Ausbeute ist wiederum nur Spiegelbild einer insgesamt gescheiterten Integration in sein neues Umfeld. Garniert wurde das ganze noch mit nicht autorisierten Privat-Trips in die corona-belastete Heimat oder risikobehafteten (und vom Klub ebenfalls nicht genehmigten) Freizeitaktivitäten wie Jetski-Fahren.


Jetzt ziehen die Verantwortlichen die vorläufige Reißleine. Und der Spieler trägt diesen Plan offenbar voll mit. Es gilt nun, in den letzten sechs Tagen des Transferfensters einen Klub zu finden, bei dem Jovic zu regelmäßigen Einsatzzeiten kommt, um so die Form wiederzufinden, die ihn vor Jahresfrist noch zu einem der aufregendsten Stürmer des Kontinents werden ließ.


AS Rom und die Mailänder Klubs mit den besten Aussichten


Wohin es den Angreifer am Ende verschlägt, ist noch nicht klar. In aussichtsreicher Position befinden sich einem Bericht der as zufolge die AS Rom, Inter Mailand und dessen Lokalrivale AC Mailand. Eher nur Außenseiterchancen werden demnach dem englischen Premier-League-Giganten Manchester United eingeräumt. Ein angebliches Interesse seines Ex-Klubs Eintracht Frankfurt wurde bereits von dessen Sportvorstand Fredi Bobic ausdrücklich dementiert.


Mit den Giallorossi aus der Ewigen Stadt sollen die Verhandlungen bereits ziemlich fortgeschritten sein. Wobei es immer noch eine nicht unwesentliche Hürde gibt: die Römer wollen die vier Millionen Jahresgage des Serben, wenn irgendwie möglich, runterschrauben. Das wiederum kommt für Jovic nicht in Frage. Und könnte am Ende für einen der Mailänder Klubs den Ausschlag geben. Inter hätte kein Problem, die Forderungen des Spielers zu erfüllen. Für den AC Mailand wiederum spricht die gute Erfahrung, die die Rossoneri mit einer anderen Real-Leihgabe, Brahim Díaz, gemacht haben. Zudem träfe er beim Ibrahimovic-Klub auf Ante Rebic, seinen alten Buddy aus Frankfurter Tagen.