Hannes Wolf ist bereits ein Gladbacher - wenn auch vorerst nur auf Leihbasis. Max Eberl hielt bislang Wort und wird wohl auch weiterhin auf teure Einkäufe verzichten. Die letzte Baustelle soll mit einem kreativen Mittelfeldspieler geschlossen werden, der Manager von Borussia Mönchengladbach hat schon jemanden im Auge. Um die eigene Innenverteidigung macht sich Eberl wenig Gedanken, schließlich ist sein Top-Duo noch länger an den Verein gebunden.


Dass die Borussia trotz der kommenden Einnahmen aus der Champions League in diesem Transfer-Sommer keine großen Sprünge machen würde, ist nicht nur wegen der finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise absolut nachvollziehbar.


Wie gewohnt verzichtet Max Eberl auf riskante Schnellkäufe und will zudem in diesem Jahr ein Zeichen setzen: die Borussia hält ihre Leistungsträger! Nachdem der Manager mehrfach betonte, in diesem Jahr keinen Eckpfeiler abzugeben, reißen die Gerüchte um Spieler wie Denis Zakaria, Nico Elvedi oder Matthias Ginter nicht ab - Eberl bleibt jedoch ganz entspannt.


Angebote können erstmals ignoriert werden - Ginter und Elvedi bis 2022 gebunden


Doch was passiert, wenn ein Top-Klub mit einer unverschämt hohen Summe einen der drei genannten Spieler verpflichten will? "Ich habe keine Angst vor irgendeiner Verlockung, weil wir Gott sei Dank durch das gute Haushalten, die Champions League und diesen Kader trotz der schwierigen Zeit sehr gute Aussichten haben", gibt sich Eberl gegenüber GladbachLIVE gelassen und sagt damit, dass die Borussia erstmals seit langer Zeit nicht darauf angewiesen ist, hohe Millionen-Einnahmen der sportlichen Perspektive vorzuziehen.


Eberl genießt sichtlich den verdienten Erfolg seiner jahrelangen Arbeit

Ginter und Elvedi sind zudem dank ihrer Klauseln nun offiziell bis 2022 an die Borussia gebunden. "Erstmal sind wir froh, dass wir beide bis 2022 haben werden. Das ist Fakt. Wie es weitergeht, werden wir in den nächsten Monaten in Ruhe beobachten müssen. Beide werden auf keinen Fall im Sommer 2021 ablösefrei sein", bestätigt Eberl, dass man frühestens im nächsten Jahr ernsthaft einen Verkauf erwägen muss.

Sicher kann man sich natürlich in der heutigen Zeit nie sein. Sollte wirklich ein utopisches Angebot eingehen, wäre es aus Eberls Sicht absolut fahrlässig, sich nicht damit zu beschäftigen.


"Es ist eine komplizierte Phase. Wir sind mit beiden Spielern extrem zufrieden und beide haben eine extrem starke Entwicklung genommen. Aber wegen Corona müssen wir abwarten, wie sich der Markt und die Angebote entwickeln. Was kann ich den Spielern anbieten? Was sind die Spieler bereit, zu geben? So genau können wir das gerade noch nicht beurteilen", lässt sich der Macher bei seinem Innenverteidiger-Duo ein Hintertürchen offen.

Aus Sicht der Spieler wäre es zudem riskant, ein Jahr vor der Europameisterschaft, an der beide teilnehmen können, zu einem Top-Klub zu wechseln und ihre sicheren Stammplätze bei einem kommenden Königsklassen-Teilnehmer zu gefährden. Vielleicht trägt das auch zur Beruhigung Eberls bei.


Letzte Baustelle - Pedri im Fokus


Statt sich jedoch zu sehr mit potenziellen Abgängen zu befassen, arbeitet Eberl lieber daran, die wohl letzte Lücke im Kader zu schließen - ein zentral-offensiver Mittelfeldspieler wird noch für die Breite benötigt. "Ob mehr Acht-Sechs oder Acht-Zehn – da müssen wir schauen, was der Markt hergibt", verrät Eberl. Wie bereits berichtet, soll der 17-jährige Spanier Pedro González López, Pedri genannt, ein Kandidat sein.


Pedri wird von Eberl als möglicher Neuzugang bestätigt

"Wir wissen schon sehr genau, was wir wollen", gibt sich Eberl entschlossen. "Pedri ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Spieler. Es ist Fakt, dass wir uns mit ihm beschäftigen, daraus müssen wir keinen Hehl machen. Ob er es dann wird, müssen die Gespräche mit dem abgebenden Klub zeigen", so der Manager, dem vermutlich ein weiterer imaginärer Orden angeheftet wird, wenn er es tatsächlich schaffen sollte, diese immens vielversprechende Mannschaft wenigstens noch bis zum Sommer 2021 zusammenzuhalten.