Trotz einiger spannender Transfers heißt die große Überraschung bei Borussia Dortmund Felix Passlack. Nach drei wechselhaften Jahren tastet sich der 22-jährige Außenverteidiger noch einmal heran - damit war wahrlich nicht zu rechnen.


Als der Nachwuchs von Borussia Dortmund ob der erfolgreichen Meisterjahre 2011 und 2012 im Boom war und viele Spieler regelmäßig hochgezogen wurden, war auch Felix Passlack mit von der Partie. Der gebürtige Bottroper wechselte nach dem Double-Erfolg des BVB in die Nachwuchsabteilung und spielte sich über sämtliche Jugendmannschaften bis zu den Profis hoch, für die er unter Thomas Tuchel beim 3:2-Sieg über den SV Darmstadt im März 2016 debütieren durfte.

Der Durchbruch blieb allerdings aus. Hier und da durfte Passlack als Joker oder von Beginn an spielen, an einen Stammplatz war für ihn aber nicht zu denken. Deswegen wurde er im Zuge der Verpflichtung von Jeremy Toljan im Sommer 2017 an die TSG Hoffenheim verliehen, doch auch im Kraichgau blieb die Entwicklung aus - genau wie in der darauffolgenden Spielzeit bei Norwich City. Zusammengerechnet absolvierte er für beide Vereine zehn Pflichtspiele - bei seiner dritten Leih-Station Fortuna Sittard waren es hingegen 28.


Für Felix Passlack war das Jahr bei Fortuna Sittard kein Rückschritt - im Gegenteil

In allen Spielen stand Passlack in der Startelf, wegen einer Gelbsperre war er nur ein einziges Mal nicht an Bord. Ob als Rechtsverteidiger, als Außenbahnspieler in einem flachen 4-4-2 oder in der Mittelfeldzentrale - er spielte sich fest, sammelte "Spielpraxis und Selbstvertrauen", wie er gegenüber dem kicker berichtete und kehrte mit mächtig Schwung nach Dortmund zurück.

Sicherlich profitierte Passlack von den Verletzungssorgen auf den Außenverteidiger-Positionen. Mateu Morey, Raphael Guerreiro, Marcel Schmelzer und Nico Schulz fielen zum Bundesligastart gegen Borussia Mönchengladbach (3:0) allesamt aus, also wurde er als einziger nomineller Außenverteidiger neben Thomas Meunier in den Kader berufen. Nach 19 Minuten durfte er sogar wieder den Rasen des Signal-Iduna-Parks betreten, weil Thorgan Hazard verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. "Felix hat seine Sache hervorragend gemacht", lobte Lucien Favre den Rückkehrer im Nachhinein (via kicker). "Er hat ein richtiges gutes Spiel gemacht. Das freut mich sehr für ihn." So sehr, dass Favre ihn im Supercup gegen den FC Bayern (2:3) durchspielen ließ und kurz darauf gegen den SC Freiburg einwechselte, wobei ihm Erling Haaland den Treffer zum finalen 4:0 schenkte.


Klappt es endlich mit einer Zukunft in der Bundesliga?


Früher oder später wird die Konkurrenz jedoch wieder bei vollen Kräften sein. Dann dürften auch die Einsatzchancen für Passlack schwinden. Doch der 22-Jährige ist ein ordentlicher Backup, der das erledigt, was gefordert ist und stets bereit ist, wenn sich die Chance bietet. Dauerhaft wird er diese Rolle aller Voraussicht nach nicht erfüllen wollen, schließlich ist er trotz seiner Vereinshistorie erst am Anfang seiner Karriere. Aber der Neuanfang in Dortmund könnte ihn in den kommenden Wochen und Monaten für andere Vereine interessant machen und dafür sorgen, dass er eine Zukunft in der Bundesliga hat. Manches Mal braucht es eben mehr als einen Versuch, bis die Karriere in Schwung kommt.