Mit enorm wichtigen drei Punkten im Gepäck trat Werder Bremen die Heimreise aus dem Ruhrpott an. Die Grün-Weißen zeigten, dass in dieser Saison doch etwas mehr Ruhe einkehren könnte. Das lag allen voran an einigen Stars, die sich gegen Schalke in den Vordergrund spielen konnten. Andere mussten dagegen Boden einbüßen.


1. Gewinner: Jean-Manuel Mbom

Mbom überzeugte mit einem physischen Auftritt

Schon am Wochenanfang erfuhr Jean-Manuel Mbom von seinem anstehenden Bundesliga-Debüt. Das Eingewächs wurde von Kohfeldt als Achter auf der rechten Seite reingeworfen. Von Beginn an machte der Abräumer seine Sache bärenstark.

Er warf sich in jeden Ball und traf auch offensiv die richtigen Entscheidungen. Nach der Partie schätzte sein Trainer seine Spielweise als "direkt" und "schnörkellos". Genau das braucht Werder aktuell. Für Mbom winkt so ein dauerhafter Startplatz.


2. Verlierer: Patrick Erras

Erras muss sich wohl hinten anstellen

Die Nominierung Mboms hatte zur Folge, dass Patrick Erras aus der Mannschaft rutschte. Der ablösefreie Neuzugang konnte sich zum Saisonauftakt nicht etablieren und büßte nun seinen Platz ein.

Grundsätzlich mangelt es dem Sechser an Tempo und Übersicht. Mit dem stark gestarteten Mbom und der anstehenden Rückkehr von Kevin Möhwald muss er ordentlich kämpfen, um sich für die nächsten Spiele aufzudrängen.


3. Gewinner: Niclas Füllkrug

"Fülle" konnte sich drei Mal feiern lassen

Lange war unklar, wer nun die Verantwortung in der Doppelspitze neben Josh Sargent erhält. Spätestens seit gestern ist die Antwort klar. Niclas Füllkrug zeigte sich extrem wach und sorgte mit drei Toren relativ früh für Klarheit.

Das Zusammenspiel scheint mit ihm am besten zu klappen. Dazu ist er nun soweit wieder fit, dass er immer mehr an den 90 Minuten kratzt. Die starke Quote bei Werder baute er herausragend aus. So ist er für Bremen eine echte Waffe.


4. Verlierer: Davie Selke

Selke erhielt gegen Schalke keine Bewährungschance

Zum Auftakt konnte Davie Selke noch für das einzige Werder-Tor sorgen. Gegen Schalke erhielt er dieses Mal nur wenige Minuten, was vor allem an Kohfeldts Bauchgefühl vor dem Spiel lag.

Der Angreifer wurde auf der Bank gelassen. Sein Vertreter Füllkrug katapultierte sich im internen Ranking nach vorne. Einen Stammplatz dürfte Selke für die kommenden Wochen also nicht haben. Nur so kann er seinen teuren Deal aber bezahlt machen.


5. Verlierer: Yuya Osako

Yuya Osako blieb fast komplett ohne Einsatz

Viel vehementer konnten die Fans von Werder Bremen die Aussortierung von Yuya Osako kaum noch fordern. Der Japaner konnte einfach nicht die geforderte Leistung zeigen und blieb eher Unruhefaktor als Gefahrenherd.

Kohfeldt traf die einzig logische Entscheidung und ließ den glücklosen Offensivspieler draußen. Die Wahl zahlte sich aus, denn vor allem kämpferisch zeigte sich Bremen viel entschlossener.


6. Gewinner: Marco Friedl

Friedl wollte seinen Startplatz und bekam ihn auch

Marco Friedl trauten schon vor der Saison viele den endgültigen Durchbruch zu. Nach einem weiterhin fehlerbehafteten Auftritt gegen die Hertha zeigte sich der Österreicher deutlich verbessert.

Gegen Schalke startete er aber erneut. Souverän und nur selten unaufmerksam hatte er überwiegend alles unter Kontrolle. An der Seite von Miloš Veljković konnte er Niklas Moisander damit vorerst verdrängen.


7. Verlierer: Niklas Moisander

Moisanders Straucheln hatte Konsequenzen

Der angesprochene Verlierer ist Niklas Moisander. Auch den Finnen sahen viele Fans nicht mehr als erste Wahl für die Startelf. Kohfeldt kam zur gleichen Erkenntnis und setzte den Kapitän auf die Bank.

Moisander wird es schwer haben, sich noch einmal heran zu kämpfen. Eher wird er als Ersatz für möglicherweise verletzte Spieler eine Option. Zumindest sein Einfluss in der Kabine wird weiterhin wichtig.


8. Verlierer: Tahith Chong

Chong muss sich weiterhin gedulden

In der Vorbereitung deutete Tahith Chong an, wie wichtig er für den SVW werden kann. Der rechte Flügelspieler blieb gegen die Königsblauen aber fast komplett außen vor.

An seinen bisherigen Leistungen liegt dies nicht. Eher hat Kohfeldt im System mit Raute und Doppelspitze keinen Platz für den Edeltechniker, der ganz auf dem Flügel deutlich wertvoller ist. Als Joker muss Chong eher für Eigenwerbung sorgen.

Sollte Rashica bleiben, wäre auch die Option mit ihm und Chong in einem 4-3-3 wieder eine vielversprechende Möglichkeit für Kohfeldt.