Von wem und vor allem in welcher Liga wird Werder Bremen in der kommenden Saison gecoacht? Nach dem starken Saisonfinale sprach einiges für Florian Kohfeldt. Hinter den Kulissen könnte sein Ende aber schon besiegelt worden sein.


Das Relegations-Hinspiel gegen den 1. FC Heidenheim war weder schön, noch überzeugend. Allen voran Trainer Florian Kohfeldt war maßlos enttäuscht von der Leistung seiner Mannschaft. Doch er gestand auch seine eigenen Fehler ein. Genau diese könnten ihm die Zukunft an Werders Seitenlinie kosten.


Die Frage nach dem Übungsleiter für die kommende Saison ist komplett offen. Nach einer katastrophalen Saison stand Kohfeldt intern massiv in der Kritik. Nur mit einem Befreiungsschlag am letzten Spieltag konnte er sich auf seinem Stuhl halten. Muss Werder den Gang in die zweite Liga antreten, hält ihn nichts mehr auf seinem Posten. Selbst der Klassenerhalt könnte ein ähnliches Schicksal bedeuten.


Baumanns Andeutungen und Kohfeldts Wackeln


Schon vor dem alles entscheidenden Ligaheimspiel deutete Sportchef Frank Baumann seine Zweifel an. Die Stimmungslage dürfte sich nicht groß geändert haben. Selbst im Falle einer gemeisterten Relegation muss man dringlich über die Perspektive mit Kohfeldt nachdenken. Dass die Partie am Donnerstagabend nicht gerade als gute Eigenwerbung diente, könnte diesen Entschluss weiter vorangebracht haben.


Muss Frank Baumann seinen engen Vertrauten absägen?

Sich mit Kohfeldt einig zu sein, noch gemeinsam durch die Relegation zu gehen und unabhängig des Ausgangs einen Schlussstrich zu ziehen, würde durchaus Sinn ergeben. Es würde auch erklären, wieso sich der 37-Jährige gegen den Zweitligisten massiv vercoacht hat und nicht die richtigen Mittel fand.


Ein solch verfrüht festgelegter Abschied würde klar am Übungsleiter nagen. Nach dem Druck der letzten Wochen wird sein Nervenkostüm immer dünner. Mit den letzten Kräften soll es nun noch einmal nach Heidenheim gehen. Dann wäre es vermutlich zu Ende, trotz Rettung in letzter Sekunde.


Hat Werder einen Nachfolger im Blick?


Es ist klar, dass der Vorstand im Sommer einiges ändern und überdenken muss. Im heutigen Fußballgeschäft ist es dann allen voran die Trainer-Position, die infrage gestellt wird. Es bieten sich einige Alternativen an. Vor allem Thomas Schaaf ist aufgrund seiner Nähe zu Werder und der bekannten Geschichte ein mehr als logischer Kandidat.


Der Neuaufbau könnte also trotz des Klassenerhalts viele Opfer fordern. Oder eben doch noch einmal eine letzte Chance ermöglichen. Viele Fans und Spieler stehen bekanntlich weiter hinter ihrem aktuellen Coach. Sollte das Team am Montag noch einmal alles raushauen können und auch für ihren Trainer spielen, ließen sich Baumann und Co. vielleicht doch noch umstimmen.


Vor allem die Mannschaft spielt um Kohfeldts vermeintlich letzte Chance

So oder so ist es eine letzte Chance für Kohfeldt, es dem Verein, aber vor allem sich selbst zu beweisen. Wie sehr ihm die der drohende Abschied schmerzt, lässt er sich nicht anmerken. Aufgegeben hat er sich und seinen Verein aber noch lange nicht.


Gegen die Heidenheimer braucht es nicht nur eine Rettung, sondern eine Erinnerung an alte Werder-Zeiten. Schon mit dem 6:1 gegen Köln hat die Mannschaft bewiesen, noch immer das Zeug zu haben. In Kürze darf nicht weniger der Anspruch sein. Jetzt heißt es: Mach's noch einmal, Kohfeldt!