Am heutigen Samstag beginnt das Trainingslager für den SV Werder Bremen im bekannten Zillertal. Die Vorbereitung hat nach der Katastrophensaison einen enorm hohen Stellenwert. Um den Frust aus dem Vorjahr vergessen zu machen, müssen die Grün-Weißen an einigen Punkten arbeiten.



1. Standardschwäche

Hüne Patrick Erras soll seine Kopfballstärke einbringen

Unter Standardtrainer Ilia Gruev wirkte Werder bei Freistößen und Ecken unsicherer als je zuvor. Nach nur einer Saison ließ man den Fußballlehrer weiterziehen, nun setzt Kohfeldt wieder auf andere Methoden. Offensiv wie defensiv müssen die Bremer deutlich in solchen Situationen zulegen.

Nicht nur das Stellungsspiel ist entscheidend. Die Absprache sowie das richtige Timing kann im Trainingslager bestens einstudiert werden. Auch die eigenen ruhenden Bälle sollen mehr in den Fokus rücken. Immerhin verfügt die Mannschaft durchaus über eine große Lufthoheit.


2. Abschlussschwäche ausmerzen

Niclas Füllkrug könnte zum neuen Fixpunkt in der Offensiv werden

Vor dem gegnerischen Kasten versagten den Bremern im vergangenen Jahr oft die Nerven. Daher sollten auch die Abschlüsse vermehrt in den Vordergrund rücken. Mit der Konzentration auf die Grundlagen wird die Mannschaft zu mehr Selbstvertrauen finden.

Automatismen sollen ebenfalls den ausgemerzten Problemen der vergangenen Spielzeit angehören. Durch einige Veränderungen im Angriff und eine neue Rollenverteilung, wird sich der Sturm intensiv einspielen müssen.


3. Kondition ausbauen

Ausdauer und Belastung sollten im Vordergrund stehen

Für die Bremer war die abgeschlossene Saison eine Tortur. Nach Wochen der Regeneration müssen die Schützlinge von Florian Kohfeldt nun wieder in Form kommen - und das vor allem athletisch.

Kaum ein Team absolvierte pro Spiel weniger Sprints als die Bremer im Vorjahr. An Tempo und Dynamik fehlte es in den entscheidenden Momenten immer wieder. Im Rahmen der Belastbarkeit müssen die Grün-Weißen schon früh ans Limit gehen.


4. Einbeziehung der Youngster

Die Youngster müssen eine noch wichtigere Rolle einnehmen

In der Hinrunde musste Werder notgedrungen auf einige junge Spieler zurückgreifen. Zur zweiten Saisonhälfte erhielten die Youngster aus Formgründen mehr Verantwortung. Zur neuen Spielzeit muss der SVW eine gesunde Mischung aus eingespielter Mannschaft und Präsenz des Nachwuchses setzen.

Mit Romano Schmid, Ilia Gruev oder Felix Agu haben sich sofort mehrere Talente in den Vordergrund gespielt. Das heizt nicht nur den Konkurrenzkampf an, sondern zeigt den anderen Jungprofis den möglichen Weg auf. Den Ehrgeiz muss Kohfeldt nun nur noch richtig einbauen.


5. Spielaufbau und Ballsicherheit

Werder muss mit mehr Sicherheit ins Spiel finden

Ein großes Problem der Vorsaison war ebenso der teils fehlende Spielaufbau. Damit spielte Bremen dem Gegner stets in die Karten und kam selbst nur selten in den gefährlichen Bereich. Der Sechser kam dieser Aufgabe meist nicht zur Genüge nach. Auch das Mittelfeld-Duo aus Davy Klaassen und Maximilian Eggestein musste sich einiges ankreiden lassen.

Mit deutlich mehr Dynamik könnte sich diese Baustelle allerdings leicht beheben lassen. Im dritten Jahr, in denen die Grundfeste des Kaders bestehen bleiben, soll die Eingespieltheit zur Stärke werden und an das erste Jahr unter Kohfeldt erinnern.