Es war nur eine kleine Befreiung für den SV Werder Bremen. Der immens wichtige Sieg gegen den SC Freiburg war allerdings der erste Schritt für in Richtung Klassenerhalt. Mut macht der Wandel innerhalb der Mannschaft zu mehr Einsatz und Selbstvertrauen. Trainer Florian Kohfeldt hat daran einen wesentlichen Anteil.


Man forderte es lange von ihm. Nun griff Florian Kohfeldt erstmals auch personell mutig durch und sorgte gegen Freiburg für Überraschungen. Nuri Şahin und Johannes Eggestein traten die Reise ins Breisgau gar nicht erst an. Winter-Neuzugang Davie Selke musste es sich nach schwachen Auftritten auf der Bank Platz bequem machen. So weit es geht, werden die Verhältnisse neu geordnet.


Mit diesen Maßnahmen sorgte Werders Übungsleiter für einen nachhaltigen Effekt. Sie taten dem Spiel des SVW einfach gut. Der Coach erkannte, welche Stars sich weiterhin voll für den Verbleib in der Bundesliga reinhängen und wer aktuell der Mannschaft am meisten weiterhelfen kann. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Das Vertrauen für einen Ilia Gruev oder Josh Sargent hat sich in Ansätzen ausgezahlt.


Rashica fehlt die Überzeugung


Die letzten Monate waren von großem Leiden und herben Enttäuschungen geprägt. Das Spiel am Wochenende war keineswegs die lang erhoffte Wende, doch es war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Und dies gelang nach dem endlosen Suchen nach Lösungen vor allem dadurch, dass Kohfeldt auf das richtige Personal zum richtigen Zeitpunkt setzte.


Schon in dieser Woche könnte es deshalb zur nächsten überraschenden Maßnahme kommen. Denn als einzig wirkungsloser Werderaner muss sich Milot Rashica einiges für die letzten Auftritte ankreiden lassen. Dem Kosovaren mangelt es an Spritzigkeit, dem Überraschungseffekt und der gewohnten Überzeugung. So ist der eigentlich unverzichtbare Angreifer keine große Hilfe für die kämpfenden Bremer.


Symptomatisch: Der unsichere Rashica wird immer einfacher abgekocht

Ebenso wie Teamkollege Selke leidet er unter der schwachen Form und findet kaum noch Geltung in der Offensive. Doch nur durch aggressives Anlaufen und die stetige Präsenz kann sich eine Mannschaft wieder genug Selbstbewusstsein für einen Angriff mit Rückgrat und Effizienz erarbeiten. Rashica wird weitere Chancen bekommen - unverzichtbar ist er aber schon lange nicht mehr. Mit Blick auf seine Zukunft muss er Werder nun mehr denn je helfen.


Die Geduld wird bei Kohfeldt in den kommenden Wochen nicht wachsen. Der Trainer möchte dran bleiben und keinen Millimeter nachlassen. Dass es innerhalb der Mannschaft auch Verlierer gibt, ist die harte Realität des Abstiegskampfs. Um die kommen die Bremer schon seit langem nicht mehr herum.