Bei Werder Bremen sollte in der neuen Saison alles besser werden - doch direkt am 1. Spieltag hagelte es eine verdiente 1:4-Pleite gegen Hertha BSC. Der Auftritt des SVW erinnerte an die vergangene Saison - Florian Kohfeldt muss sich einige kritische Personalfragen gefallen lassen.


Die drei wichtigsten Erkenntnisse zum Spiel:


1. Moisander kein Leistungsträger mehr

Niklas Moisander zeigt durchwachsene Leistungen

Niklas Moisander geht beim SV Werder in seine fünfte Bundesligasaison - doch diese steht unter anderen Vorzeichen als die vorherigen. War der Finne für die Grün-Weißen in den vergangenen Jahren stets als unverzichtbarer Abwehrchef gesetzt, so mehren sich nun die Zweifel, ob Moisander - der nächste Woche immerhin sein 35. Lebensjahr vollenden wird - noch immer das Zeug dazu hat, gegen die Topstürmer dieser Liga bestehen zu können.

Gegen Hertha zeigte der Routinier eine schwache Leistung, vor allem sein Tempodefizit war auffällig. Kohfeldt bestätigte Moisander zwar unlängst als Kapitän, weil er ohne Frage Leader-Qualitäten (die dem Großteil des Teams abgehen) besitzt, doch sportlich bietet der Finne keinen Mehrwert mehr.

Kohfeldt täte wohl gut daran, im Laufe der Saison auf das jüngere Duo Veljkovic/Friedl im Abwehrzentrum zu bauen.


2. Osako hat vorerst keine Chance mehr verdient

Osako enttäuschte erneut

Bei den Fans vom SVW wird Osako nicht erst seit gestern kritisch beäugt - in der vergangenen Saison, die beinahe mit dem Abstieg geendet hätte, war der Japaner ob seiner laschen Körpereinstellung und häufig biederen Leistungen schon lange im Fokus der Kritik.

Doch egal, wie schlecht Osakos Leistungen waren: Kohfeldt schenkte ihm das Vertrauen. So auch am ersten Spieltag gegen Hertha.

Obwohl sich in der Vorbereitung andere Offensivspieler aufgedrängt hatten, stand der Japaner mal wieder in der Startelf und lieferte eine - man muss es so hart sagen - katastrophale Leistung ab. Zur Halbzeit wurde er daher folgerichtig ausgewechselt.

Da bei Osako einfach keine Besserung in Sicht ist, hat er eigentlich vorerst keine Chance in der Startelf mehr verdient.


3. Sargent auf dem Flügel verschenkt

Josh Sargent ist im Zentrum besser

Josh Sargent war bei den Hanseaten einer der größten Gewinner der Vorbereitung. Kohfeldt schwärmte, dass er sich zum Saisonstart keine Startaufstellung vorstellen könne, in der der US-Boy nicht vertreten sei. Und so bot er den Youngster gegen Hertha auch folgerichtig von Anfang an auf. Allerdings auf dem linken Flügel.

Und dort hatte Sargent so seine Probleme, ins Spiel zu finden. Zwar weiß man, dass der 20-Jährige prinzipiell auch auf der Außenbahn agieren kann - doch spätestens die Vorbereitung hat gezeigt, dass er im Sturmzentrum viel, viel wertvoller und torgefährlicher ist.

Will Kohfeldt das Maximum aus Sargent rausholen, sollte er ihn als Mittelstürmer aufbieten.