Täglich grüßt das Murmeltier: Das Leid des Verletzungspechs holt Werder Bremen abermals ein. Glücklicherweise steht am Wochenende keine Bundesliga-Partie vor der Tür. Während sich die angeschlagenen Profis in Ruhe erholen können, liefert die Länderspielpause eine große Chance für Julian Brandts Bruder Jascha. Die Werder-News im Überblick.


Erst einmal zum Positiven: Felix Agu befindet sich nach dreiwöchiger Abstinenz zurück auf dem Platz. Das Negative: sein Corona-Test - endlich! Denn nachdem der Osnabrücker Neuzugang bereits letzte Woche aus der häuslichen Quarantäne zurück zur Mannschaft stoßen sollte, fiel ein erneuter Test noch einmal positiv aus. Nun ist der 21-Jährige, der ohnehin nur äußerst leichte Symptome entwickelte, endlich wieder gänzlich fit, trainiert dennoch vorerst individuell. "Wir wissen noch nicht genau, ob er diese Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird", berichtete Clemens Fritz, Leiter Profifußball und Scouting vor versammelter Medienrunde am Mittwochnachmittag. "Da müssen wir die nächsten Tage abwarten."


Ärgerlich für Agu, aber umso wichtiger für Werder ist obendrein die Genesung von Leistungsträger Ludwig Augustinsson. Der schwedische Linksverteidiger trainierte bereits Mittwoch anteilig mit seinen Teamkollegen und soll noch in dieser Woche vollständig in das Mannschaftstraining zurückkehren. Eine Oberschenkelverletzung bremste Augustinsson in den vergangenen drei Spielen aus und schuf somit Raum für seinen Kontrahenten Agu, der sich jedoch in häuslicher Quarantäne befand.


Werder mit 6 Ausfällen gegen St. Pauli


Trotz Länderspielpause ruht sich Werder aber keineswegs aus. Am Freitagmittag (14 Uhr) treffen die Grün-Weißen erneut auf ihren aktuellen Testspiel-Lieblingsgegner FC St. Pauli. Gegen die Kiezkicker muss Florian Kohfeldt dabei nicht nur auf Agu und Augustinsson, sondern auch auf seine beiden etatmäßigen Mittelstürmer Niclas Füllkrug (Wade) und Davie Selke (Leiste) sowie Verteidigerass Milos Veljkovic (Adduktoren) und Sechser Maximilian Eggestein (Oberschenkel) verzichten.


Davie Selke kuriert seine Leistenbeschwerden weiterhin aus, könnte gegen Bayern in Frage kommen

Es sei aktuell, wie im Haushalt: "Wenn die Waschmaschine kaputt ist, kann es direkt im Anschluss auch den Geschirrspüler treffen", beschrieb Fritz das Verletzungspech der Hanseaten ziemlich schlüssig. Dennoch bestehe keine Gefahr einer großen Verletztenmisere, die unmittelbar in Verletzungssorgen übergeht. "Wir verfallen nicht in Schockstarre oder in Panik und denken, dass es wieder so wird wie in der vergangenen Saison." Bei einem Ausfall von Waschmaschine und Geschirrspüler müsse man sich "kurz schütteln und wieder positiv nach vorne schauen." Für das kommende Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München am 21. November zeigte sich Fritz bei fast allen Akteuren äußerst optimistisch. Eggestein solle bereits kommende Woche wieder ins Training einsteigen und auch bei dem seit drei Wochen ausfallenden Selke sei man zwar vorsichtig, aber optimistisch.


Jascha Brandt im Profitraining


Während mit Füllkrug, Selke und Co. eine ganze Horde an potenziellen Stammkräften und Leistungsträgern noch immer ausfällt, kann das Bremer Trainergespann in Ruhe auf talentierte Akteure aus der Jugend blicken. Kohfeldt nominiert ohnehin gerne Spieler aus der eigenen U23 und U19 um sein langfristiges Ziel eines jungen, wilden, offensiven Teams nicht aus den Augen zu verlieren. In Persona Eren Dinkci, Maik Nawrocki und Kyu-hyun Park stoßen drei Youngsters der Bremer Reservemannschaft auch in dieser Woche erneut zu den grün-weißen Profis hinzu. Obendrein dürfen Mannschaftskollege Abdenego Nankishi und auch U19-Talent Jascha Brandt erstmalig Profi-Luft schnuppern.


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Jascha entschied sich im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Julian, Nationalspieler und BVB-Profi, für einen Wechsel an den Osterdeich und schnürt seit 2018, seit seinem Wechsel vom SC Borgfeld, dem Heimatklub der Brandt-Brüder im Osten Bremens, seine Fußballschuhe für Grün-Weiß. Hier sorgt der 17-Jährige auf der linken Außenbahn, bevorzugt in der Defensive, für ordentlich Furore. "Wir wollen Jascha damit zeigen, dass wir ihn im Blick haben. Der Junge hat bei uns bisher eine gute Entwicklung genommen", begründete Kohfeldt seine Entscheidung gegenüber der DeichStube. Am Donnerstag also der Sprung ins kalte Wasser, den der Jungspund durchaus "als Belohnung" ansehen darf: "Es tut ihm bestimmt auch gut, mal so reingeworfen zu werden", ist sich Ex-Profi Fritz sicher.