Die Signale aus der Politik sind eindeutig: Auch zu Beginn der kommenden Spielzeit müssen die Bundesligisten mit Geisterspielen rechnen. Aufgrund dessen soll bei Werder Bremen über einen erneuten Gehaltsverzicht verhandelt werden.


Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte mit einem ersten Konzept Hoffnung auf eine Fan-Rückkehr zu Beginn der Spielzeit 2020/21 genährt, diese Pläne müssen allerdings nach hinten verschoben werden. Aus Sicht der Politik wären Bundesligaspiele mit Fans zum jetzigen Zeitpunkt ein falsches Signal, infolgedessen wird die Liga auf unbestimmte Zeit weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen müssen.

"Alle Bundesligisten haben immer betont, dass die Eindämmung der Pandemie allerhöchste Priorität genießt, deshalb akzeptieren wir natürlich diese Entscheidung", sagte Werder-Geschäftsführer Frank Baumann laut kicker. Wirtschaftlich, so Baumann weiter, sei dies jedoch "alles andere als gut", denn fortan würden wichtige Einnahmen "definitiv" fehlen. "Wir müssen die ohnehin schwierige finanzielle Lage weiterhin überbrücken", kündigte der 44-Jährige an.


Erneute Gespräche über Gehaltsverzicht


Im Zuge dessen wollen die Bremer über einen erneuten Gehaltsverzicht der Spieler verhandeln. "Das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen angehen. Wir hoffen erneut auf Verständnis bei unseren Spielern, die das Thema in der alten Saison schon proaktiv vorangetrieben haben", erklärte Baumann. Laut kicker verzichtete die Mannschaft im Frühjahr auf einen Anteil zwischen 10 und 20 Prozent.


Auch in der kommenden Saison sollen die Werder-Profis auf prozentuale Anteile ihrer Gehälter verzichten

Beim Thema Gehaltsverzicht wolle die Geschäftsführung mit gutem Beispiel vorangehen ("Als Führungsfigur ist das in so einer Situation selbstverständlich"), auch der Trainerstab habe "sehr klare Anzeichen" erkennen lassen, "dass die Bereitschaft vorhanden ist". Final sei mit Cheftrainer Florian Kohfeldt und seinem Trainerteam noch nicht gesprochen worden, mit den Spielern könnte derweil während des Trainingslagers in Zell am Ziller (14. August - 25. August) verhandelt werden.


"Pandemie-Klausel" bei Erras und Ihorst


Wie berichtet wird, kommt Neuzugang Patrick Erras nicht um einen Gehaltsverzicht herum. In dem Vertrag des vom 1. FC Nürnberg verpflichteten Mittelfeldspielers ist eine entsprechende "Pandemie-Klausel" verankert worden. Diese hatte Baumann "für den Fall, dass wir wegen von uns nicht verschuldeter Umstände in einem nicht vollen Wohninvest-Weserstadion spielen", erwirkt.