Johannes Eggestein scheint beim SV Werder Bremen trotz erfolgreicher Sommervorbereitung weiterhin perspektivlos. Cheftrainer Florian Kohfeldt hat seine Lieblinge und wird den Youngster auch in der kommenden Saison womöglich kaum beachten. Eine Leihe würde Sinn ergeben. Macht Jojo Eggestein noch den Abflug?


Trotz starker Vorbereitung samt vier erzielter Tore muss sich Werders Eigengewächs Jojo Eggestein weiterhin hinten anstellen. Nachdem der Flügelflitzer gen Ende der Saison gar auf der Tribüne Platz nahm, beförderte Kohfeldt ihn zum Saisonauftakt gegen Hertha BSC immerhin auf die Bank. Zudem durfte Eggestein für eine Minute im Pokalspiel gegen Jena ran. Eine kleine Wertschätzung, die der Entwicklung und Leistung des Jungspunds aber alles andere als gerecht wird.


"Er arbeitet wirklich sehr intensiv, macht vieles individuell, hat im Athletik-Bereich viel getan. Er ist ein Vollprofi", lobt Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball und Scouting, seinen Schützling via Weserkurier. Nachdem Kohfeldts Plan, Eggestein zum Mittelfeldspieler umzuschulen, nach hinten losging, stürmt der 22-Jährige seit der Vorbereitung wieder äußerst erfolgreich auf der linken Flügelseite oder als zweite Spitze im Sturm.


Jojo Eggestein in Bremen weiter perspektivlos


Dennoch bekam Trainer-Liebling Josh Sargent gegen Hertha auf der linken Außenbahn den Vortritt - und das, obwohl der US-Boy eigentlich als zentraler Stürmer oder über die rechte Seite agiert. Jojo Eggesteins Perspektive unter Kohfeldt scheint sich trotz erfolgreicher Vorbereitung nicht verbessert zu haben. Dabei benötigt der Bremer Flügelflitzer zwingend Spielpraxis, um in den U21-Nationalkader für Olympia 2021 berufen zu werden.


Für ein Engagement bei Olympia 2021 benötigt Eggestein vor allem eins: Spielpraxis!

Seine Einsatzzeiten bleiben womöglich auch in der kommenden Spielzeit äußerst gering, sodass er sich zwangsläufig Gedanken um einen Abgang aus Bremen machen muss. Bis zum 5. Oktober ist das Transferfenster noch geöffnet. Verschlägt es Jojo Eggestein zu einem anderen Verein? "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir nichts ausschließen können. Aber bei Jojo gibt es nicht Konkretes. Wir hoffen, dass er es hier schafft", verrät Fritz dem Weserkurier.


Leihe als beste Lösung?


Das hoffen und gönnen ihm in Bremen so ziemlich alle. Sofern Kohfeldt aber nicht allmählich die Aufstellung überdenkt und seine Lieblinge - wie beispielsweise Yuya Osako - auf die Bank versetzt, wird sich am Osterdeich wenig ändern. Und dann sagt auch ein solch großes Talent wie Johannes Eggestein ade. Laut Sport Bild hatte zuletzt der FC St. Pauli Interesse bekundet.


Fünf Millionen Euro forderte der SVW - selbstverständlich zu viel Geld für einen Zweitligisten. Die geforderte Ablösesumme zeigt aber auch, dass die Bremer ihren Jugendspieler (seit 2013 im Verein) gar nicht loswerden möchten. Ohne Einsatzzeit schwindet logischerweise das Selbstbewusstsein des Spielers. Falls Kohfeldt seinen Schützling also - unverständlicher Weise - weiterhin auf der Bank verrotten lassen möchte, würde eine Leihe deutlich mehr Sinn ergeben. Werder würde Eggestein nicht gänzlich aufgeben und könnte in einem Jahr erneut mit ihm planen.