Nicht genug, dass Luis Suárez zur Zeit erhebliche Probleme damit hat, mit seinem Noch-Klub eine Übereinkunft bezüglich eines angedachten Vereinswechsels zu finden. Jetzt hat er auch noch die italienische Polizei am Hals.


Denn die will Unregelmäßigkeiten in Bezug auf die Prüfungen des Sprachtests bemerkt haben, denen sich der Uruguayer zwecks Erlangung der italienischen Staatsbürgerschaft stellen musste. Der italienische Pass war ein Hauptrequisit für die Verantwortlichen von Juventus Turin, um den 33-jährigen Südamerikaner überhaupt unter Vertrag zu nehmen. Ironie der Geschichte: die Alte Dame hat sich mittlerweile ob der zu erwartenden langen Zeit dieses bürokratischen Prozesses aus dem Ringen um den Stürmer verabschiedet.


"Kann ja nur in der Infinitiv-Form sprechen!"


Doch die Ermittlungen der italienischen Staatsanwaltschaft laufen parallel dazu auf Hochtouren. Die Marca hat jetzt Auszüge aus dem Ermittlungsprotokoll der Beamten veröffentlicht, denen zufolge die Polizisten davon überzeugt sind, dass Suárez den letzte Woche geleisteten Test gar nicht auf legale Art und Weise habe bestehen können. Und die gleichzeitig ein schlechtes Licht auf die staatlichen Bildungseinrichtungen werfen. "Der Typ verdient 10 Millionen Euro - also muss er das Examen bestehen", heißt es da. Oder an anderer Stelle: "Wenn er durchfällt, werden die uns eine Bombe legen." Oder: "Er kann ja nur in der Infinitiv-Form sprechen. Wenn der von italienischen Reportern befragt wird, ist er völlig aufgeschmissen."


Stand die Examensnote schon vorher fest?


Der Verdacht, der sich auftut: Suárez soll seine Prüfungsfragen vorher gesteckt bekommen haben. Was das Bestehen der Prüfungen natürlich mehr als konterkariert. Und Suárez jetzt jede Menge Ärger mit der italienischen Justiz einbrocken könnte. "Von den untersuchten Aktivitäten lässt sich ableiten", so die offiziellen Akten der Polizei, "dass die Fragen des Sprachtests vorher mit dem Spieler abgesprochen wurden und dass die entsprechende Note bereits vor Examensleistung feststand. Und das trotz der während des Fernstudiums des Spielers festgestellten nur sehr elementaren Kenntnisse der italienischen Sprache."


Die entsprechende Fakultät der Universität Perugia leugnet hingegen jedwede Manipulation der abgehaltenen Prüfungen und vertraut darauf, "dass dies auch am Ende der laufenden Ermittlungen klargestellt" werde.