Der vom FC Barcelona groß angekündigte Umbruch ist ausgeblieben. Viele Spieler wurden mit den Katalanen zwar in Verbindung gebracht, von ihnen wurde aber nur ein einziger verpflichtet, wie The Athletic auflistet.


Die 2:8-Niederlage des FC Barcelona im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Bayern hatte es in sich. Unmittelbar nach der historischen Pleite drohte der Klub in seinen Grundfesten zu erschüttern. Trainer Quique Setien wurde entlassen, Gerard Pique bot öffentlich an, den Verein zu verlassen, Lionel Messi reichte per Einschreiben seinen Wechselwunsch ein und blieb nur, weil er nicht in einen Rechtsstreit treten wollte und Klubpräsident Josep Maria Bartomeu geriet noch stärker in die Kritik. Ein Antrag auf ein Misstrauensvotum erreichte die benötigte Anzahl an Stimmen, ob und wann dieses stattfinden wird, ist derzeit aber noch ungewiss.

Mit Blick auf den Transfermarkt wurden auch große Veränderungen innerhalb des Kaders angekündigt, der riesige Umbruch blieb allerdings aus. Mit Luis Suarez, Ivan Rakitic und Arturo Vidal wurden die drei größten Namen aussortiert, die perspektivlosen Arda Turan und Rafinha verließen Barça endgültig, Marc Cucurella ist beim FC Getafe geblieben, Carles Perez wechselte zur AS Rom, Nelson Semedo zu den Wolverhampton Wanderers, Jean-Clair Todibo wurde an Benfica verliehen und dass Arthur zu Juventus Turin weiterziehen würde, stand bereits Anfang Juli fest.


Viel heiße Luft rund um den FC Barcelona


Als Ersatz für den Brasilianer wurde Miralem Pjanic verpflichtet, hinzu kommen die Transfers von Pedri, Matheus Fernandes, Trincao und Sergino Dest. Auf ganz große Namen warteten Barça-Fans trotz vieler Gerüchte jedoch vergeblich. Laut The Athletic wurden insgesamt 28 Spieler mit einem Transfer in Verbindung gebracht, darunter Thiago, Gabriel Jesus, Bernardo Silva, Joao Felix, Sadio Mane, Mohamed Salah, Pierre-Emerick Aubameyang oder Mikel Oyarzabal. Konkret wurde es allerdings in keinem dieser Fälle.

Vielmehr stand zunächst eine Verpflichtung von Lautaro Martinez im Raum, die Ausstiegsklausel in Höhe von 111 Millionen Euro war jedoch zu viel für das finanziell angeschlagene Barça. Der Argentinier steht dementsprechend noch immer bei Inter Mailand unter Vertrag - genau wie Memphis Depay bei Olympique Lyon.


Koemans Wunschspieler: Der Transfer von Memphis Depay ist geplatzt

Der Niederländer galt als Wunschtransfer von Ronald Koeman. Wie TV3 und Catalunya Radio berichten, hätte Ousmane Dembélé zuvor jedoch abgegeben werden müssen, da Depay ansonsten die Gehaltsobergrenze gesprengt hätte. Obwohl Lyon den übereinstimmenden Meldungen zufolge dazu bereit gewesen sein soll, Depay aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2021 für 5 Millionen Euro inklusive 10 Millionen Euro Boni zu verkaufen, kam der Transfer nicht zustande - denn Dembélé entschied sich wieder einmal gegen einen Wechsel.

Für Innenverteidiger Eric Garcia von Manchester City soll Barça indes acht Millionen Euro plus zwei Millionen Euro Boni geboten haben. City habe aufgrund der ausgebliebenen Vertragsverlängerung einen Abschied des 19-Jährigen akzeptiert, die Katalanen sollen ihr Angebot allerdings - anders als von Mundo Deportivo berichtet - nicht nachgebessert haben.

Letzten Endes war Dest nach dem angekündigten Umbruch der einzige Neuzugang - und das auch nur, weil Semedo zuvor an Wolverhampton abgegeben wurde. Große Erfolge werden dem FC Barcelona deshalb nicht unbedingt zugetraut. Vielmehr wird erwartet, dass die Kaderplanung in den kommenden Transferperioden weiter voranschreitet.