Statt großer eigener Transfers wird es bei Real Madrid in diesem Sommer wohl hauptsächlich darum gehen, den aufgeblähten Kader zu reduzieren. Nicht zuletzt corona-bedingt muss Real Einnahmen (und Gehaltseinsparungen) generieren. Denn wenn der Fußball im Jahr 2021 (vielleicht) zu einer Art von vor-coronärer Normalität zurückkommen sollte, steht ein Name ganz groß auf der Einkaufsliste der Madrilenen: Kylian Mbappé.


Und was der so drauf hat, hat er ja erst am Mittwochabend wieder der Welt gezeigt. Nach seiner Einwechslung ging noch einmal ein Ruck durch die PSG-Mannschaft, die sich am Ende mit dem Last-Minute-Weiterkommen gegen Atalanta Bergamo belohnen konnte.


Mit Mbappé am langfristigen Horizont, stehen jetzt also die Spieler im Fokus, auf die der Klub nicht mehr (oder erstmal nicht) baut. Insgesamt werden von der real-nahen Marca mehr als ein Dutzend Namen genannt, die entweder definitiv oder leihweise den Klub in diesem Sommer verlassen könnten.


Kein einziger jedoch auf der Torwartposition. Alphonse Areola wird nach seiner einjährigen Leihe wieder zurück nach Paris kehren. Statt seiner soll der junge Ukrainer Andriy Lunin als Back-up für den gesetzten Thibaut Courtois installiert werden. Lunin war zuletzt an den Zweitligisten Real Oviedo verliehen. Diego Altube würde den Part des dritten Torwarts einnehmen.


Real Madrid will Defensive ausmisten


In der Defensive hat Real sogar schon zwei Spieler verkauft. Achraf Hakimi (Inter Mailand) und Javi Sánchez (Real Valladolid) spülten dabei 43 Millionen Euro in die Kassen, die abhängig von den Variablen noch auf 48 Millionen steigen könnten. Sergio Reguilón, Nacho und Jesús Vallejo könnten ihrem Beispiel folgen. Der Brasilianer Marcelo hat seinen Stammplatz an Ferland Mendy verloren. Real würde sich Angebote für den 32-Jährigen zumindest genau anhören. Auf der rechten Seite, wo man Hakimi abgegeben hat, sucht man nach einem Back-up für Dani Carvajal, der zur Zeit der einzige "echte" Rechtsverteidiger im Kader ist. Bayern-Leihgabe Alvaro Odriozola dürfte keine Zukunft mehr im Bernabeu haben.


Für Marcelo würde sich Real Angebote anhören

Königlichen setzen im Mittelfeld auf ein Trio plus Rückkehrer Ödegaard


Wohl am meisten Bewegung wird es im Mittelfeld geben. Um es kurz zu machen: eigentlich stehen nur drei Spieler fest, die sich auch in der nächsten Saison das weiße Trikot überziehen werden: Toni Kroos, Casemiro und Federico Valverde. Leih-Rückkehrer Martin Ödegaard soll als neuer Luka Modric aufgebaut werden, wobei beim Kroaten nach dessen gutem Saison-Finale noch nicht das letzte Wort gesprochen sein soll. Gut möglich, dass der 34-Jährige seinen Vertrag (bis 2021) erfüllt und dann ablösefrei geht. Auch über Dani Ceballos wird mittlerweile nachgedacht. Zidane soll sich bei der Klub-Führung für ihn stark gemacht haben. Ceballos Leihe zum FC Arsenal endet in diesem Sommer.


Könnte bald wieder eine Rolle bei Real spielen: Dani Ceballos

Auf jeden Fall sollen der Kolumbianer James, Isco, Brahim und Óscar Rodríguez zu Geld gemacht werden. Beziehungsweise von der Pay-Roll gestrichen. Mit Gewinn wird man James sowieso nicht mehr verkaufen können. Das brasilianische Talent Reinier könnte der Nicht-EU-Ausländerregelung zum Opfer fallen. Aktuell besetzen Rodrygo, Vinicius Jr und Eder Militao die drei dafür verfügbaren Kader-Plätze.


Real bekommt Bale nicht los


Im Sturm wurde in dieser Woche der Deal mit Takefusa Kubo und dem FC Villarreal festgezurrt. Der Japaner soll am Mittelmeer Erfahrungen sammeln und schließt sich für ein Jahr dem Gelben U-Boot an. Schwieriger dürfte es werden, für Gareth Bale einen Abnehmer zu finden. Mit kolportierten 17 Millionen Euro netto jährlich belastet der Waliser die Finanzen des Klubs enorm. Doch bislang hat sich kein Klub gemeldet, um den 31-Jährigen zu verpflichten. Und der Waliser scheint momentan auch nicht viele Gedanken daran zu verschenden, aus seiner lukrativen Wohlfühl-Oase zu verschwinden. Mehrmals hatte er in der Vergangenheit angedeutet, seinen Vertag in Madrid (bis 2022) notfalls auszusitzen. Beim Golfspielen zum Beispiel.


Findet Real einen Abnehmer für Gareth Bale?

Mehr Interesse erregt da schon Luka Jovic. Trotz seines enttäuschenden Debüt-Jahres in der spanischen Hauptstadt sollen die AS Monaco (mit Jovic' altem Trainer Niko Kovac auf dem Trainersessel), die SSC Neapel und der AC Mailand Interesse an dem Serben haben. Ein Leihgeschäft ist mehr als wahrscheinlich. Endgültig ihre Zelte in Madrid könnten Borja Mayoral, Lucas Vázquez und Mariano abbrechen.


Viel Bewegung also in den kommenden Wochen im Kader der Blancos.