Wout Weghorst und der VfL Wolfsburg: eine Beziehung, die in den vergangenen Wochen zu bröckeln schien, steht nicht etwa vor dem schnellen Aus, sondern hat auch in Zukunft Bestand. Der ehrgeizige holländische Angreifer räumte alle Wechselgerüchte vom Tisch und erklärte seine Eskapaden.


Wölfe-Stürmer Weghorst hangelte sich zuletzt von einem Eklat zum nächsten. Seine gebückte Körperhaltung, negative Aussagen, Besserwisserei und der alles in allem permanent unzufriedene Gesichtsausdruck des holländischen Angreifers warfen berechtigte Zweifel auf, ob der 28-Jährige in der kommenden Spielzeit überhaupt noch für den VfL auf Torejagd gehen möchte.


Nach einem unnötigen Wort-Gerangel mit Sturm-Partner Daniel Ginczek im Testspiel gegen Eintracht Braunschweig (0:1), fiel Weghorst nur wenige Tage später im Mannschaftstraining erneut negativ auf. Eine fragwürdige Schiedsrichterentscheidung brachte sein Fass zum Überlaufen. Weghorst geriet mit Co-Trainer Michael Angerschmid verbal aneinander und wurde daraufhin von Chefcoach Oliver Glasner in die Kabine geschickt.


Waren zuletzt keine Freunde: Sturm-Duo Weghorst und Ginczek

Mit dem Wissen über das Interesse an Weghorst aus der Premier League, zeigten sich Parallelen zu den provozierten Abgängen der BVB-Profis Pierre-Emerick Aubameyang und Ousmane Dembélé. Provoziert auch Weghorst mit negativen Aktionen seinen Abschied aus Wolfsburg? Ekelt sich der Holländer (Vertrag bis 2024) weg und wagt den nächsten Schritt auf der Insel?


Weghorst erklärt seine Wutausbrüche


Berechtigte Fragen, die sich in Fan- und Medienkreisen aufmachten und nun vom Goalgetter persönlich dementiert wurden. Im Gespräch mit den Wolfsburger Nachrichten legte er alle Wechselgerüchte ad acta und erklärte seine Wutausbrüche der vergangenen Wochen.


Alles wieder in Ordnung: Glasner und Weghorst haben sich ausgetauscht

"Es geht einfach darum, dass wir als Mannschaft Erfolg haben", so der 1,97-Meter-Hüne. Und dafür schieße der ehrgeizige Angreifer auch einmal über das Ziel hinaus. Am Ende des Tages sei allerdings alles in Ordnung. Weghorst hat sich mit Trainer und Mitspielern ausgetauscht. Alle wissen, wie der Torjäger tickt und dürfen sich auch in der kommenden Spielzeit über viele Tore seinerseits freuen.


"Jeder weiß jetzt, was für ein Typ ich bin. Ich will in jedem Trainingsspiel gewinnen. Das ist etwas, was in mir drin ist. Dann passieren eben manchmal solche Sachen im Training", relativiert Weghorst seine Wutausbrüche gegenüber der Bürgerzeitung.


Trotz Arsenal-Interesse: Weghorst bleibt


Mit einem bevorstehenden Transfer jedenfalls hat sein ehrgeiziges Verhalten rein gar nichts am Hut. Eigentlich ist es in seiner Vita Gang und Gäbe nach zwei Jahren das Weite zu suchen und einen Vereinswechsel vorzunehmen - nicht aber in diesem Transferfenster. Die Wölfe, mit denen Weghorst in seine zweite Europa-League-Saison startet, sind für den Mittelstürmer groß genug.


Ich bin hier glücklich, werde sehr geschätzt, und das tut mir gut. Wichtig ist, dass wir Erfolg haben und uns verbessern. Weghorst via Wolfsburger Nachrichten

Der FC Arsenal und auch Newcastle United haben sich zwar nach den Diensten des Angreifers erkundigt, müssen sich aber vorerst hinten anstellen. "Es ist so, dass sie sich informiert haben, aber im Fußball gibt's das oft", verrät Weghorst und endet mit einer Kampfansage: "Ich fokussiere mich einfach auf den VfL und darauf, wieder eine super Saison zu spielen."


Weghorst im Trikot der Oranje

Voller Fokus auf Klub und Nation


Was zukünftig passiert, spiele vorerst keine Rolle. "Wenn ein Angebot kommt und es passt für jede Seite und es macht alle glücklich", sei ein Vereinswechsel in Zukunft aber natürlich nicht auszuschließen. Dass die Klubs bei seiner Statistik Schlange stehen, dürfte klar sein. 33 Tore in insgesamt 66 Bundesliga-Partien sprechen Bände.


Erst einmal konzentriert sich Weghorst aber auf seinen VfL, nimmt seinen Ehrgeiz allerdings auch rüber zur Nationalmannschaft. Aktuell ist er trotz Koeman-Abgang nicht für die Oranje nominiert, möchte aber schnellstmöglich zurück ins Nationalteam kehren. "Ich muss es noch besser machen", betont der ehrgeizige Stürmer abermals und gibt seinen Traum von der Nationalmannschaft (bis dato vier Spiele) noch nicht auf.