Mit vier Scorerpunkten aus den ersten vier Ligaspielen startete Florian Thauvin optimal in die neue Saison. Doch die Liaison zwischen dem Flügelspieler und seinem Verein Olympique Marseille kriselt. Grund sind die zögerlichen Gespräche um eine Verlängerung des 2021 auflaufenden Vertrages. Bringt Thauvins Unzufriedenheit einen alten Interessenten zurück ins Spiel?


Der französische Weltmeister von 2018 absolvierte für Olympique bislang 241 Pflichtspiele. 80 Tore sowie 58 Assists sprechen dabei eine deutliche Sprache für seine Qualitäten. Der 27-Jährige gehört zu den unangefochtenen Leistungsträgern der Hafenstädter, doch die Wertschätzung scheint sich nun nicht in den Gesprächen um eine Vertragsverlängerung widerzuspiegeln.


Wie Thauvin im Interview mit der l'equipe (via transfermarkt.de) verrät, habe es bislang noch keine intensiven Gespräche gegeben. Lediglich der neue OM-Geschäftsführer Pablo Longoria sei auf seinen Berater zugekommen: "Er kennt meinen Berater sehr gut und war bereits in der vergangenen Saison mit ihm in Kontakt, weil er mich nach Valencia holen wollte. Ich lasse sie sich darum kümmern."


Thauvin: "Ich habe kein Vertragsangebot von OM"


Das zögerliche Verhalten des Klubs irritiert Thauvin allerdings zunehmend. "Ich denke, diese Angelegenheit hätte schon vor langer Zeit geklärt werden müssen, ein Spieler in meiner Position sollte sich aktuell nicht in dieser Situation befinden", so der zehnmalige Nationalspieler. Nachdem Thauvin nach einem kurzen Intermezzo bei Newscastle United im Sommer 2017 nach Marseille zurückkehrte, hätte das Thema Vertragsverlängerung bestenfalls schon nach der Weltmeisterschaft 2018 geklärt werden müssen. "Aber jeder hat seine eigene Art, zu arbeiten, das respektiere ich.“


Thauvin (re.) war bislang ein fester Bestandteil Marseilles

Wie geht es jetzt weiter? "Mir bleibt nichts anderes übrig, als darüber nachzudenken. Ich habe kein Vertragsangebot von OM. Wenn ich mit meiner Frau, meiner Mutter, meinem Berater spreche, ist die Realität so, dass ich im Juni ohne Klub bin", gibt sich Thauvin noch unsicher über seine Zukunft. Im Grunde gebe es aber nur zwei Optionen. Entweder werde er bei OM bleiben oder wieder ins Ausland wechseln. Für eine Zukunft in Marseille müssten allerdings bestimmte Faktoren stimmen. Vor allem die Fragen rund um die Ziele des Vereins sowie seine Rolle in der Mannschaft seien ausschlaggebend.


Insgesamt klingt Thauvin nicht so, als ob eine längerfristige Anstellung seiner Personalie bei OM oberste Priorität hätte. Ein Wechsel des Offensivspielers scheint nicht erst für den kommenden Sommer realistisch. Liegt ein passendes Angebot für den 27-Jährigen auf dem Tisch der Vereinsbosse, dürfte Thauvin sicher auch diesen Sommer schon wechseln.


Nutzt Bayer Leverkusen die ungeklärte Zukunft Thauvins?


Dies ruft nun einen alten Bekannten auf den Plan. Schon vor einiger Zeit wurde Thauvin mit Bayer 04 Leverkusen in Verbindung gebracht, bislang hielt sich die Werkelf im puncto konkretem Interesse allerdings noch zurück. Die ungeklärte Zukunft des Spielers könnte die Leitungen zwischen Leverkusen und Marseille allerdings wieder heiß laufen lassen.


Beim Bundesligisten wäre eine Anstellung des Franzosen durchaus vorstellbar. Für die Offensive sucht man in Leverusen durchaus noch nach einer Verstärkung, zumal die Zukunft von Flügelspieler Leon Bailey noch ungeklärt ist. Die Einnahmen durch den Abgang von Kai Havertz geben der Werkself zudem finanziellen Spielraum. Und letztendlich sucht die Mannschaft auch nach Führungsspielern und -charakteren. Thauvin wäre dementsprechend gerne am Rhein gesehen.


Gut möglich also, dass es in der Endphase des Transferfensters noch zu diesem namhaften Transfer kommen könnte. Thauvin wäre für Leverkusen wie auch für die komplette Bundesliga eine absolute Verstärkung.