Trotz seines jugendlichen Alters ist Dayot Upamecano eines der begehrtesten Abwehrtalente im europäischen Fußball. Der Vertrag des 21-jährigen Franzosen bei RB Leipzig läuft im kommenden Jahr aus. Doch die Verhandlungen über eine eventuelle Ausweitung des Arbeitspapiers stocken. Was vielleicht auch an den zuletzt gezeigten Leistungen der Abwehrkante liegen könnte.


Denn die sind seit einiger Zeit längst nicht mehr die, die einen Klub wie Arsenal im vergangenen Sommer dazu bewogen haben, satte 60 Millionen Euro für ihn zu bieten. RB lehnte damals ab - auch aus der Überzeugung heraus, dass noch ganz andere Kaliber an dem 15-fachen Nationalspieler interessiert sein würden. Als verbürgt gilt das Interesse der beiden spanischen Großklubs Real Madrid und FC Barcelona, sowie beider Klubs aus Manchester.


Ausstiegsklausel über 60 Millionen Euro


Bereuen die Leipziger mittlerweile, dem Ruf der Kanoniere nicht gefolgt zu sein? Immerhin ist der Marktwert des Spielers seit vergangenem Dezember von 50 Millionen Euro auf 45 gefallen. Mitnichten: denn die in Upamecanos Vertrag verankerte Ausstiegsklausel beläuft sich genau auf diesen Betrag von 60 Millionen Euro. Für einen Spieler seines Potentials (man verliert sein junges Alter dabei gerne mal aus dem Blick) in der heutigen Zeit sicherlich kein überzogener Preis. Und für RB Leipzig wäre es, bei allem sportlichen Substanzverlust, ebenfalls ein gutes Geschäft. Schließlich kam Upamecano im Winter 2017 noch für schlappe 10 Millionen aus Salzburg.


Sicher ist eines: Ein fitter und sich auf das Wesentliche seines Berufs konzentrierender Upamecano steht nicht nur einem RB Leipzig gut zu Gesicht, sondern würde wohl jede Hintermannschaft der Welt verstärken. Doch momentan läuft der Franzose dieser Form meilenweit hinterher. Vom kicker gab es, wohl nicht zuletzt auch wegen seiner Disziplinlosigkeit im letzten Spiel gegen Paderborn (die ihm die berechtigte Gelb-Rote Karte einbrachte), eine krachende 6 als Spielnote. Die Höchststrafe für einen Spieler. Auch sein Teamkamerad Kevin Kampl sprach nach dem Spiel laut aus, was wohl viele dachten: eine derartige Unbeherrschtheit darf einem Spieler seiner Klasse einfach nicht passieren.


Doch an dem substanziellen sportlichen Wert des Spielers lässt Leipzigs Sportdirektor Oliver Mintzlaff gegenüber der Bild erst gar keine Zweifel aufkommen: "Upa ist für uns ein extrem wichtiger Spieler und eines der begehrtesten Talente auf dieser Position in Europa. Eins können wir versichern: dass wir ein ganz klares Verständnis mit ihm und seinem Berater haben, dass wir ihn nicht ablösefrei gehen lassen. Das können wir uns als Verein nicht leisten. Somit gibt es noch zwei Optionen: Verlängern oder wechseln. Ich bin mir absolut sicher, dass wir relativ zügig wissen, in welche Richtung es geht."


Frist der Ausstiegsklausel endet am 30. Juni


Eine entscheidende Wegmarke in den kommenden Wochen dürfte dabei der 30. Juni sein. Bis zu diesem Tag soll die Ausstiegsklausel Upamecanos gültig sein. Nach Verstreichen dieser Frist könnte RB den Preis für den Abwehrspieler wieder frei verhandeln. Oder aber mit dem Spieler ein Einvernehmen erzielen, um den Vertrag über den Sommer 2021 hinaus zu verlängern. Aktuell scheinen beide Szenarien gleichermaßen möglich.


Nicht unmöglich auch: Upamecano wartet ab und plant einen ablösefreien Abgang im Sommer 2021. Das will RB aber mit aller Macht verhindern!