Nach dem am Ende souveräner als von vielen erwartet geschafften Verbleib in der Bundesliga plant Union Berlin bereits mit Hochdruck am Kader für die zweite Saison im Oberhaus. Dabei werden auch recht große Namen gehandelt.


Wie der von Max Kruse. Der frühere Werder-Profi soll nämlich nach nur einem Jahr in Istanbul offenbar schon seinen Abschied aus der Bosporus-Metropole planen. Den Vertrag mit Fenerbahce hatte Kruse gekündigt.


Laut Bild-Zeitung soll der 32-jährige Offensivspieler schon in Berlin gesichtet worden sein, was die Gerüchte über einen möglichen Sensations-Transfer der Eisernen weiterhin angeheizt hat. Bestätigen wollten (oder konnten) indes beide Parteien den Transfer nicht. Unions Geschäftsführer Profi-Fußball, Oliver Ruhnert, schien die Personalie sogar in das Reich der Utopie verweisen zu wollen: "Das wird weder heute, noch morgen, noch übermorgen der Fall sein. Wir kommentieren auch keine Personalien", teilte er der Bild mit. Auch von Kruses Management gab es keine weiteren Aussagen zu dem Gerücht.


Kruse-Verpflichtung eher unrealistisch


Kruse selbst bestätigte zumindest, wieder in der Bundesliga anheuern zu wollen. "Ich glaube, dass ich für fast alle Klubs in der Bundesliga bezahlbar bin. Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich meine Zukunft in der Bundesliga sehen.“ Mit der Einschränkung "fast alle Klubs" hat er im Grunde genommen auch schon das Stichwort geliefert: für Union dürfte dieser Transfer doch eine Nummer zu groß sein. Oder anders formuliert: Max Kruse dürfte höhere sportliche Ambitionen hegen, als aller Voraussicht nach gegen den Abstieg zu kämpfen. Aber mit Verrücktheiten war der Fußball, zumal der Transfermarkt, ja schon immer prall gefüllt.


Zieht es offenbar zurück in die Bundesliga: Max Kruse

Ein Bayern-Duo im Visier


Realistischer nehmen sich die anderen Transferziele der Eisernen aus. Der kicker berichtet, dass sich die Hauptstädter mit zwei Talenten des frisch gebackenen Drittliga-Meisters FC Bayern München II beschäftigen. Der eine heißt Angelo Stiller und war nach seiner vereinsinternen Beförderung (von der U19 in die Zweite Mannschaft) durch Coach Sebastian Hoeneß maßgeblich am Meistertitel der Bayern-Reserve beteiligt.


Hat eine rasante Entwicklung genommen: Angelo Stiller von Bayerns Zweiter Mannschaft

Stillers Habitat ist das defensive Mittelfeld. Ab Januar absolvierte der 19-jährige mit zwei Ausnahmen sämtliche Spiele für die Drittliga-Mannschaft, allesamt über die volle Distanz von 90 Minuten, und konnte dabei drei Treffer vorbereiten. Entsprechend sind die Berliner auch nicht die einzigen, die an Stiller interessiert sind. Der Vertrag des Talents läuft im kommenden Jahr aus. In München wird damit gerechnet, dass der Vertrag zeitnah verlängert wird. Einer sich dann anschließenden Leihe stünde dann nichts mehr im Wege.


Auch Chris Richards (20) hat sich mit seinen Leistungen für die Filiale der Münchener bei höherklassigen Klubs in die Notizblöcke gespielt. Der zentrale Verteidiger war in der abgelaufenen Saison ein festes Element im System von Trainer Sebastian Hoeneß - und durfte auch schon ein paar Minuten Bundesliga-Luft schnuppern. Beim 3:1-Sieg gegen den SC Freiburg am vorletzten Spieltag wurde der US-Amerikaner in der 84. Minute für Javi Martínez eingewechselt. Richards' Vertrag in München läuft noch bis 2023.


Bei vielen Klubs auf dem Zettel: Chris Richards von Bayerns Drittliga-Team

Hat Union schon einen Nachfolger für Andersson im Blick?


In der Offensive müssen die Unioner immer noch mit dem Abgang ihres Top-Torjägers Sebastian Andersson rechnen. Der Schwede wird von vielen Klubs umworben. Als potentiellen Nachfolger für Andersson scheint sich Union, einem Bericht des kicker zufolge, Florian Krüger von Erzgebirge Aue ausgeguckt zu haben.


Mit 16 Scorerpunkten (7 eigene Treffer, 9 Assists) kann der 21-jährige U20-Nationalspieler eine beeindruckende Bilanz in der vergangenen Spielzeit vorweisen. Krügers Vertrag bei den Veilchen läuft noch bis zum kommenden Jahr. Eine Ausstiegsklausel sei, so sein Präsident Helge Leonhardt, nicht darin verankert. Man müsste also miteinander verhandeln.


Vier Gerüchte, vier Namen, von denen allerdings nur drei reelle Chancen haben, realisiert zu werden. Auch für Union Berlin hat jetzt der heiße Transfersommer 2020 begonnen.