Jetzt geht es Schlag auf Schlag. In der wettkampflosen Zeit werden Spielberichte gegen Transfergerüchte, und Torjubel gegen Freudenschreie (ob des geglückten Transfers) getauscht. Auch beim Hamburger SV fallen jetzt quasi täglich neue Namen. Seit Donnerstag schon wieder zwei.


In beiden Fällen handelt es sich um einen Stürmer. Christian Gytkjaer heißt der eine und ist ein 30-jähriger Däne in Diensten des polnischen Erstligisten Lech Posen. Lech Posen? Ja, da fallen dem geneigten HSV-Fan sofort zwei Spieler ein. Miroslav Okonski, gebürtiger Posener, kam 1986 von Lech zum HSV und verzauberte sofort alle in der Hansestadt. Und nicht nur dort. Selbst die Bayern schielten damals ein wenig neidisch nach Hamburg. Okonski war DIE Entdeckung der Spielzeit 1986/87. Leider hat es der gute Miro nicht immer so genau mit dem professionellen Leben genommen und erlebte deshalb auch ziemlich schnell einen ebenso rasanten Abstieg inmitten von Trink- und Spielsucht.


Und auch Artjoms Rudnevs dürfte den meisten noch in Erinnerung sein. Der Lette wechselte 2012 zum HSV, für den er in 74 Spielen 15 Tore erzielen konnte. Mittlerweile hat Rudnevs seine Karriere beendet.


Hier trifft Gytkjaer in der Extraklasa gegen Zaglebie Lubin

Christian Gytkjaer wiederum dürfte den Anhängern von 1860 München noch geläufig sein. In der Rückrunde der Spielzeit 2016/17 war der Däne für die Blauen unterwegs, konnte mit seinen zwei Toren in 12 Spielen aber auch nicht deren Abstieg in Liga 3 verhindern. Von der spärlichen Torausbeute Gytkjaers in der bayrischen Landeshauptstadt sollte man sich deshalb auch nicht zu sehr beeinflussen lassen. Dass der in Roskilde geborene Stürmer weiß, wo das Tor steht, hat er schon auf seinen beiden norwegischen Stationen bewiesen: für Rosenborg Trondheim, sozusagen der FC Bayern Norwegens, gelangen ihm in 39 Pflichtspielen starke 23 Tore (und 2 Assists). Ähnlich gut war seine Bilanz beim FK Haugesund: in 91 Spielen traf er satte 44 Mal selbst und bereitete 10 Tore vor. In der polnischen Extraklasa hat Gytjkjaer im Grunde genommen genauso weitergemacht: 62 Treffer (und 8 Assists) in 116 Spielen sind erstmal eine Marke.


Einwände, es handele sich um vergleichsweise schwache Ligen, kann man dadurch entkräften, dass auch der HSV mittlerweile nicht mehr in der Bundesliga logiert - und sich nunmehr in anderen Regalen umschauen muss. Und mit dem Niveau der zweiten Bundesliga sind die höchsten Ligen Norwegens und Polens allemal zu vergleichen. Doch auch in der Personalie Gytjkjaer hat der HSV Konkurrenz. Und zwar durchaus namhaftere, als es der Name des Spielers vermuten lässt: Immerhin soll Rubin Kasan an dem Dänen interessiert sein. Auch Kasans Ligakonkurrent FK Rostow soll sich im Winter mit Gytkjaer beschäftigt haben.


Ein Däne beim HSV wäre wünschenswert


Ein Däne beim HSV würde den Fans sicherlich gefallen. Auch den dänischen, wo der Dino immer noch seine Anhänger hat. Mir persönlich wurde bei der Spielersuche in den letzten Jahren viel zu oft einen Bogen um das nördliche Nachbarland gemacht. Und auch bei Gytkjaer wird es wohl nicht zum Vollzug kommen: der Mopo zufolge soll die Personalie momentan keine Priorität beim HSV haben.


Der zweite Name, der am Freitag durch die Gazetten flog, ist Moussa Konaté (27). Der senegalesische Nationalspieler ist ein wahrer Globetrotter. Israel (Maccabi Tel Aviv), Russland (FK Krasnodar), Italien (Genua 1893) und die Schweiz (FC Sion) waren die Stationen des Stürmers, ehe er 2017 in Frankreich beim Ligue-1-Klub Amiens anheuerte. In dieser Saison aufgrund einer hartnäckigen Oberschenkelverletzung nicht so richtig in Schwung gekommen (2 Tore in 12 Spielen), konnte Konaté bisher in 77 Spielen für Amiens 23 Tore erzielen.


Konaté im Duell mit den Weltstars von PSG

Der Marktwert des Senegalesen (32 Länderspiele, 12 Tore) ist auf 4 Millionen Euro taxiert. Womit dieses Gerücht schon mit großer Vorsicht zu genießen ist. Vier Millionen Euro wird der HSV, da leg ich mich mal fest, in diesem Sommer für keinen Spieler bezahlen. Und die Tatsache, dass der neue HSV-Trainer senegalesische Wurzeln hat, wird wohl allein nicht ausreichen, um Konaté von einem Engagement in der zweiten Liga Deutschlands zu überzeugen.