Arjen Robben kehrt auf die Fußballbühne zurück. Der 36-Jährige hat sich mit dem FC Groningen auf ein Engagement zur neuen Saison geeinigt, nach einem Jahr Pause hat das Kribbeln beim einstigen Titelsammler des FC Bayern wieder begonnen. Über diese Geschichte kann man sich als Fan nur freuen!


Als "fliegender Holländer" wurde Arjen Robben während seiner Zeit beim FC Bayern spöttisch von gegnerischen Fans bezeichnet. Der Rechtsaußen hob bei Grätschen der Gegenspieler zeitig ab, wollte so offenbar Verletzungen riskieren; gelernt hatte er aus der Vergangenheit, in der er wegen vieler muskulärer Verletzungen ausgefallen war und immer wieder von neu beginnen musste.

Doch Robben ist mehr. Er ist ein Ausnahmekönner, der mit seinem simpel wirkenden Trick, von außen mit dem linken Fuß anzudribbeln, dann in die Mitte zu ziehen und abzuschließen, auch in seiner letzten Saison beim FC Bayern für Überraschungsmomente gesorgt hat. Er ist ein ehrgeiziger und professioneller Athlet, der sich auch nach seinem - vorzeitigen - Karriereende fit hielt, sich seit ein paar Wochen sogar an der Säbener Straße blicken ließ und wieder bei den Bayern mittranierte.

Schon nach seinem verkündeten Ende beim FCB hatten einige Klubs die Hoffnung auf eine Vertragsunterschrift. Franck Ribéry machte es seinem früheren Flügelpartner vor, der quirlige Franzose hatte sich im Sommer vergangenen Jahres dazu entschieden, seine Karriere bei der AC Florenz fortzusetzen. Robben aber verspürte erst jetzt wieder dieses Kribbeln, die Lust, auf den Rasen zurückzukehren - für seinen Heimatklub FC Groningen.


"Der Verein kann in dieser Zeit alle Hilfe gebrauchen, die er in der Corona-Krise bekommen kann", sagte Robben in einem Video-Clip, den der Klub am Samstagabend in den sozialen Medien geteilt hat. Im Dezember 2000 absolvierte er sein Profi-Debüt in Groningen, knapp 20 Jahre später kehrt er wieder zurück. Am Sonntag wird Robben im Rahmen einer Pressekonferenz den Journalisten Rede und Antwort stehen.

Über dieses Comeback kann man sich nur freuen; weil Robben trotz strittiger Szenen stets ein fairer Sportsmann war; und weil er aufgrund seiner Erfolge allen Grund hatte, die Fußballschuhe endgültig an den Nagel zu hängen, aus Liebe zum Spiel und zu seiner Heimat aber doch noch einmal alles geben wird. Daran, dass er trotz der langen Pause noch immer ein herausragender Fußballer ist, der seinem Verein bei der sportlichen Weiterentwicklung helfen kann, gibt es keinen Zweifel.