Marcelo Brozovic und der FC Bayern - ein ewiges Gerücht, das auch in den vergangenen Wochen durch die Medienlandschaft kursierte. Konkret dürfte es aber auch dieses Mal nicht werden.


Wie das Mittelfeld des FC Bayern in der kommenden Spielzeit aussehen wird, ist völlig offen. Javi Martinez wird mit einem Abschied vom deutschen Rekordmeister in Verbindung gebracht und Thiagos Wechselwunsch ist seit Monaten bekannt, allerdings ist noch kein Verein auf die Münchner zugekommen. Gleichzeitig soll ein neuer Mann für die Zentrale kommen, während Corentin Tolisso nach zwei schwierigen Jahren einen neuen Anlauf wagen dürfte.


FC Bayern und Brozovic: Ein Überblick über die Gerüchte


Aber wer könnte die externe Verstärkung sein? Im italienischen Blätterwald wird seit geraumer Zeit Marcelo Brozovic als Top-Kandidat gehandelt. Der kroatische Sechser ist laut der Gazzetta dello Sport nicht mehr unverkäuflich, soll den Nerazzurri sogar die Kassen füllen. Unter Antonio Conte sei er nicht gereift und hinter den Erwartungen geblieben. Der Trainer, heißt es, habe mit ihm einen Anführer erwartet - diese Rolle fülle Brozovic jedoch nicht aus.


Dem Corriere dello Sport zufolge bemüht sich Paris St. Germain ebenfalls um Brozovic, jedoch verlange Inter eine hohe Ablösesumme. Passend dazu meldete die kroatische Sportzeitung Sportske Novosti Anfang August, dass sich Ex-Trainer Niko Kovac für Brozovic stark gemacht habe, Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge wegen des Preisschildes von 60 Millionen Euro aber ein Veto eingelegt habe. Weil Tolisso zwischenzeitlich aber mit einem Wechsel nach Mailand in Verbindung gebracht wurde, war plötzlich von einem möglichen Tauschgeschäft die Rede, in welchem die Bayern zusätzliche 20 Millionen Euro hätten zahlen sollen.


Vor knapp zwei Wochen will Sport Mediaset - ein weiteres italienisches Medium - erfahren haben, dass Inter einen Doppel-Tausch plant: So sollen Ivan Perisic und Brozovic nach München, wenn Tolisso und David Alaba im Gegenzug zu den Nerazzurri wechseln. In Anbetracht von Alabas hohem Stellenwert und den Bemühungen in den Vertragsgesprächen mit Berater Pini Zahavi wäre es aber nicht einmal im Entferntesten denkbar, dass die Bayern einem solchen Deal zustimmen würden.


Brozovic passt nicht in das von Salihamidzic beschriebene Profil


Medial wird damit gespielt, dass die Münchner Perisic gerne halten würden und Tolisso vor einigen Monaten noch mit einem Abschied kokettiert haben soll. Sollten Martinez und Thiago die Bayern verlassen, wird der Weltmeister von 2018 aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bleiben. Und sollte Inter tatsächlich auf eine hohe Ablösesumme für Brozovic hoffen, wird diese wohl kaum vom FC Bayern kommen. Transfers in der Größenordnung von Leroy Sané sind aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr geplant, lediglich die Einnahmen für Thiago könnten reinvestiert werden.

Hansi Flick dürfte sich allerdings nicht gegen einen weiteren gestandenen Mittelfeldspieler wehren. Bei einem Weggang von Martinez und Thiago blieben hinter Kimmich, Goretzka und Tolisso nur noch Adrian Fein, Mickael Cuisance und Tanguy Nianzou - Spieler mit Talent, aber keine Stammspieler auf Champions-League-Niveau. Allerdings suchen die Verantwortlichen laut Sportvorstand Hasan Salihamidzic gezielt junge und flexible Spieler. Man wolle "dem Trainer auch für die neue Saison eine Mannschaft stellen, mit der er Titel gewinnen kann", aber "keine Transfers machen, die die wirtschaftliche Gesundheit gefährden", sagte Salihamidzic der tz. In dieses Profil passt der 27-jährige Brozovic, dessen Marktwert von transfermarkt.de auf 50 Millionen Euro geschätzt wird, weder sportlich noch finanziell. Stand jetzt ist deshalb nicht davon auszugehen, dass etwas an diesem Gerücht dran ist.