Trotz des BVB-Machtworts und dem verpassten Ultimatum glaubt man in England weiterhin an einen Transfer von Jadon Sancho zu Manchester United. Angesichts vergangener Tage und den erzwungen Abgängen von Ousmane Dembélé oder auch Pierre-Emerick Aubameyang zwar verständlich, aber falsch.


Schenkt man den Worten von BVB-Sportdirektor Michael Zorc seinen Glauben, so ist der Verbleib von Starspieler Jadon Sancho beschlossene Sache. Die Schwarz-Gelben hatten Manchester United ein Ultimatum bis Montagmorgen gestellt, um der geforderten Ablösesumme in Höhe von 120 Millionen Euro einzuwilligen.


Dies geschah aber nicht. Stattdessen befand sich der 20-jährige Flügelflitzer im Flieger Richtung Trainingslager. Nach Ankunft in der Schweiz stellte Zorc unmissverständlich klar, dass Sancho auch in der kommenden Spielzeit für den Bundesligisten auflaufen wird. "Wir planen mit Jadon Sancho. Er wird nächste Saison bei uns spielen", betonte Zorc vor versammelter Medienrunde und fügte hinzu: "Die Entscheidung ist definitiv. Ich glaube, das beantwortet alle Fragen."


Trotz Zorc-Ansage: United bleibt gelassen


Auf der Insel bleibt man trotz des BVB-Machtworts weiterhin gelassen. ESPN sowie Times-Informationen zufolge plant United nichtsdestotrotz die Verpflichtung des Dortmunder Topscorers. Über das bisherige Vorgehen des Vizemeisters sind die Engländer dabei alles andere als vergnügt. Insbesondere die langsamen Verhandlungsgespräche des BVB sowie der Umstand, dass man den Sancho-Poker über Dritte laufen lässt, stößt in Manchester auf großes Unverständnis.


Sancho-Abgang à la Dembélé oder Aubameyang?


Praktisch alle englischsprachigen Journalisten und Experten vermuten ein ähnliches Ende wie bei Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang. Ex-Profi Owen Hargreaves sagte im englischen Fernsehen zu Zorcs Statement: "Bluff. Ich nenne das einen Bluff. Ich denke, Sancho wird bald ein United-Spieler sein."


Sorgen, dass Sancho ebenfalls einen Abschied durch Lustlos-Auftritte und Co. erzwingen möchte, machen sich die Dortmunder allerdings nicht. Die Entscheidung werde von Spieler und auch Agentur respektiert, so Zorc.


Sancho nimmt sich kein Beispiel an seinen ehemaligen Kollegen Aubameyang

United scheint aber auf die Hilfe des elffachen englischen Nationalspielers zu hoffen. Mit Sancho selbst war man sich offenbar bereits einig - nun möchte man den Schwarz-Gelben gemeinsam ein Bein stellen. Doch spielt Sancho da überhaupt mit?


Wohl kaum! Trotz seiner extrovertierten Art gilt der gebürtige Londoner als durchaus vernünftig. Auch er weiß, dass die Corona-Krise dem Fußball zu schaffen macht und die aktuelle Situation Transfers seiner Art deutlich erschwert. Vermutlich hat er vom Klub bereits die Zusage, im kommenden Sommer wechseln zu dürfen. Dann findet der Youngster doch noch seinen Weg zu seinem Wunschklub und erhält endlich doppeltes Gehalt. Bis dahin kickt Sancho geduldig für den Ruhrpott-Klub.


Vorerst fokussiert er sich auf seine bevorstehende Saison in Dortmund. Er hat die Chance, eine weitere Spielzeit mit seinem ebenbürtigen Kollegen Erling Haaland zu spielen. In seinem dann wohl finalen BVB-Jahr zählt vor allem eins: möglichst viel Erfolg in der Bundesliga, dem DFB-Pokal und der Champions League. Bleibt Sancho ohne jegliche Beschwerde am Borsigplatz, so kann er weiterhin beweisen, dass er sportlich - aber auch menschlich - ein ganz Großer des Fußballs ist.