Was des einen Leid ist, ist des anderen Freude. So ergeht es aktuell Emiliano Martinez. Die etatmäßige Nummer Zwei des FC Arsenal durfte aufgrund Verletzungssorgen rund um Stammkeeper Bernd Leno in der Schlussphase der Saison Einsätze sammeln. Dabei konnte der Argentinier neben Selbstvertrauen und Spielminuten vor allem jede Menge Lob einheimsen. Die guten Leistungen Martinez' üben nun auch Druck auf Leno aus.


Mitte Juni verletzte sich Leno im Premier-League-Spiel gegen Brighton und Hove Albion schwer am Knie: Saisonausfall. Dauerreservist Martinez war nun gefordert. Der Argentinier, bislang bei den Gunners ohne nennenswerte Chance und dazu oft verliehen, brauchte nur wenig Eingewöhnungszeit im Kasten Arsenals.


Von den kommenden acht Ligaspielen hielt der 27-Jährige in den ersten drei Partien die Null. Zwar reichte die Erfolgswelle nicht mehr für einen internationalen Platz, doch die Europapokalteilnahme wurde vom Team unter Trainer Mikael Arteta durch den Gewinn des FA Cups erreicht. Auch hier war Martinez Hauptdarsteller - in umstrittener Hinsicht (sein mögliches Handspiel außerhalb des Strafraums wurde weder überprüft noch geahndet).


Prognose: Leno bleibt gesetzt, sollte aber aufpassen


Der Argentinier feierte in dieser sowieso schon denkwürdigen Saison also seinen kleinen Durchbruch. Mit 78,6 Prozent gehaltener Bälle findet sich Martinez sogar ligaweit in der Spitzengruppe wieder. Leno, der bisher zwar unangefochtene Stammkraft im Tor war, dürfte nun den Atem seines Konkurrenten umso mehr spüren. Der langjährige Leverkusener bot in einer sehr guten Saison eigentlich keinen Platz für Kritik, wurde sogar von den Fans zum Arsenal-Spieler der Saison gekürt. Doch wie geht es weiter?


Lenos Qualitäten sind nun gefragt - hält er dem internen Druck stand?

Es ist wohl unwahrscheinlich, dass Arteta den konstanten Leno zum kommenden Start der Spielzeit 2020/21 auf die Bank setzt. Komplett neu gemischt werden die Torwartwürfel während der Saisonvorbereitung nicht, zu verdient ist der sechsmalige deutsche Nationalspieler bereits nach zwei Jahren in London. Doch Martinez hat seine Chancen auf Einsatzzeiten deutlich erhöht, sodass Leno wissen dürfte: Die Konkurrenz schläft nicht (mehr).