Hansi Flick will um jeden Preis dafür kämpfen, dass David Alaba und Thiago ihre Verträge beim FC Bayern verlängern. Garantieren könne der Cheftrainer jedoch nichts - und speziell bei Thiago gestalte sich die Situation kompliziert. Der Mittelfeldspieler wird mit dem FC Liverpool in Verbindung gebracht, laut James Pearce, LFC-Reporter für The Athletic, ist ein Transfer allerdings unwahrscheinlich.


Nimmt man die öffentliche Wahrnehmung als Bewertungsgrundlage für Thiagos Leistungen seit seiner Ankunft beim FC Bayern im Sommer 2013, so erhält man den Eindruck, dass der Spanier ein nie vollendetes Talent sei, dessen Verletzungen und mangelnde Torgefahr ausschlaggebend für den ausgebliebenen Durchbruch gewesen sind. Doch der 29-Jährige ist seit vielen Jahren ein wichtiger Eckpfeiler der Münchner, der mit seiner Ballsicherheit und -kontrolle Ruhe in das Spiel bringt, das Tempo dirigiert, viele Szenen in der eigenen Hälfte bereinigt und zahlreiche Angriffe intiiert.


Thiago ist ein Spieler, der in der zweiten Reihe für Torgefahr sorgt, der viel häufiger den vorletzten als den letzten Pass spielt. Das wird allerdings nur von wenigen Experten auch so wahrgenommen. Deshalb gilt ein Verkauf als vertretbar, schließlich sei Thiago ersetzbar; allerdings würden die Bayern einen extrem wichtigen Spieler verlieren.


"Thiago ist für mich ein außergewöhnlicher Spieler, das weiß er, das habe ich ihm auch noch mal so gesagt", sagte Hansi Flick nach dem gewonnenen DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen (via kicker). "Wie er die Mannschaft nach vorne gepeitscht hat, wie er in die Zweikämpfe gegangen ist, wie er Zweikämpfe gewonnen hat - das war gerade in dieser Phase für uns sehr, sehr wichtig."


Thiago: Transfer zum FC Liverpool "unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich"


Auf diese Qualitäten wird Flick allerdings verzichten müssen, wenn Thiago seinen bis 2021 datierten Vertrag nicht verlängert. Wohin es den Spanier ziehen könnte, ist unklar. Von Sport Bild wurde der FC Liverpool ins Spiel gebracht, wirklichen Nachholbedarf sieht Liverpool-Reporter James Pearce aber nicht: "Ich glaube, dass es viel größere Prioritäten im Kader gibt", sagte Pearce im "The Red Agenda"- Podcast von The Athletic. "Für mich würde es nur Sinn ergeben, wenn man einen der älteren Mittelfeldspieler verlieren würde. Speziell mit den jungen Spielern, die nachkommen, wäre es ein Transfer, der untypisch für den Weg wäre, den Liverpool eingeschlagen hat."


In den vergangenen Jahren haben die Reds das meiste Geld in Spieler zwischen 22 und 26 Jahren investiert, einzig für den Ex-Augsburger Ragnar Klavan, der zum Zeitpunkt des Transfers 30 Jahre alt war, wurde eine Ablösesumme (5 Millionen Euro) fällig. Das Durchschnittsalter aller Neuzugänge seit 2016 beträgt 25 Jahre - Thiago liegt deutlich darüber.


"So wie es mir erklärt wurde, ist es unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich", sagte Pearce. "Ich wäre dennoch überrascht, wenn es passieren würde." Schwer vorstellbar sei ein Transfer, weil Thiago in den vergangenen Jahren mit Verletzungen zu kämpfen hatte und zudem ein "massives Gehalt" fordern dürfte. Andererseits wäre der Transfer verhältnismäßig günstig. "Ich denke, Bayern würde in etwa 40 Millionen Euro verlangen, was normalerweise eine sehr geringe Summe für jemanden mit dieser Qualität ist", so Pearce.


Thiago sei ein Spieler, den es grundsätzlich zu beobachten gelte, sobald er als Wechselkandidat gehandelt wird. Dennoch führe der Weg des Spaniers nicht unbedingt an die Anfield Road: "Ich bin nicht wirklich überrascht davon, dass es von Leuten, mit denen ich darüber gesprochen habe, nicht wirklich dementiert wurde. Aber so wie es beschrieben wurde, klingt es unwahrscheinlich", sagte Pearce. Abseits von Liverpool dürfte es aber nicht an Interessenten für Thiago mangeln.