Der Weg zum Champions-League-Finale ist für den FC Bayern vorbestimmt. Im Viertelfinale trifft der deutsche Rekordmeister auf den FC Barcelona, in einem möglichen Halbfinale auf den Sieger des Duells Manchester City gegen Olympique Lyon. An die Vorschlussrunde ist aber noch nicht zu denken - denn in einem Spiel kann auch gegen ein schwächelndes Barça alles passieren.


Das Achtelfinale war sowohl für den FC Bayern als auch für den FC Barcelona eine wichtige Generalprobe. Beide Mannschaften durften das Rückspiel im heimischen Stadion austragen, die Ausgangslage war jedoch unterschiedlich: Während die Bayern im Hinspiel mit 3:0 gegen Chelsea gewannen, trennten sich Barcelona und die SSC Neapel mit einem 1:1.

Die beiden Favoriten gingen am Samstagabend als Sieger vom Platz. Bayern fertigte Chelsea mit 4:1 ab, Barça setzte sich mit 3:1 gegen Napoli durch. Am 14. August treffen beide Mannschaften im Estadio da Luz, der Heimspielstätte von Benfica, zum vierten Mal in einer K.o.-Runde aufeinander. Dann entscheidet sich, wer ins Halbfinale einziehen wird.

In der Bilanz steht es 2:1 für Barça, das sich 2009 im Viertelfinale und 2015 im Halbfinale durchsetzen konnte und lediglich im Halbfinale 2013 den Kürzeren zog. Pikant: Die Mannschaft, die im jeweiligen Jahr eine Runde weitergekommen ist, sollte im weiteren Verlauf nicht nur die Champions League, sondern gleich das Triple gewinnen. Dieser Traum lebt auch in diesem Jahr beim FC Bayern, für Barça geht es nach der verpassten Meisterschaft und dem frühen Aus in der Copa del Rey dagegen um Schadenbegrenzung.


X-Faktor Messi: In einem Spiel ist alles möglich


In diesen Tagen gelten die Münchner als Favorit. Die sind seit 27 Pflichtspielen ungeschlagen, Barça hingegen spielt langsamen und trägen Fußball, lässt sämtliche Kreativität im letzten Drittel vermissen. Hat Lionel Messi keinen guten Tag, ist die Mannschaft von Quique Setien quasi ideen- und chancenlos. Genau das macht die Kürzung auf ein K.o.-Spiel ab dem Viertelfinale aber so gefährlich.

Erwischt Messi einen Tag wie im Halbfinal-Hinspiel 2015, als er Manuel Neuer in der 77. und 80. Minute überwinden und die Weichen auf Sieg stellen konnte, droht der Titel-Traum für die Bayern zu platzen. Schwächelt La Pulga hingegen, und finden auch seine gefährlichen Sturmpartner Luis Suarez und Antoine Griezmann kein passendes Mittel, ist der Halbfinal-Einzug möglich. Daran verschwenden die Münchner aber noch keinen Gedanken.


Lionel Messi ist die alles entscheidende Variable. Kann er den FC Barcelona ins Champions-League-Finale führen?

"Auch wenn Barça zuletzt Probleme hatte, kann in einem Spiel auf diesem Niveau alles passieren", weiß Thomas Müller. "Da kannst du die Serien auch mal in die Tonne kloppen, wenn du nicht da rankommst, wo du rankommen musst." Auch Abwehrchef David Alaba warnt vor "einer guten Mannschaft mit sehr, sehr guten individuellen Spielern" (zitiert via kicker). Hansi Flick dürften diese Aussagen gefallen, der 55-Jährige verbietet seinen Spielern, den zweiten Schritt vor dem ersten zu gehen. "Wir gehen Barcelona genau mit dem Respekt an, den wir brauchen", sagte er nach dem Schlusspfiff gegen Chelsea.

Sollen die Katalanen bezwungen werden, darf dieser Realismus ebenso wenig verloren gehen wie das Selbstvertrauen und der Glaube an die eigene Stärke. Auch wenn Vergleiche dieser Art nach sieben Jahren müßig sind: Genau diese Eigenschaften haben die Triple-Mannschaft von 2013 ausgemacht. Umso mehr gilt es für den Trainerstab und die Spieler, sich auf die kommenden Tage zu fokussieren, gut zu trainieren und ausgeruht und konzentriert in dieses Viertelfinal-Duell zu gehen. Dann ist das Halbfinale ein mehr als realistisches Ziel.