Die Schalker Personaldecke im Mittelfeld ist noch einmal dünner geworden. Bei der 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen handelte sich Weston McKennie eine Gelbsperre ein, mit Nassim Boujellab steht Trainer David Wagner somit nur noch ein gelernter zentraler Mittelfeldspieler zur Verfügung. Im Duell gegen Union Berlin wird der 48-Jährige Einfallsreichtum beweisen müssen - schließt Salif Sané die Lücke?


Die zweimonatige Wettbewerbspause gab den Verantwortlichen auf Schalke Zeit, durchzuatmen. Schon vor der Corona-Krise blieben die Resultate aus, zudem hatte der Kader mit erheblichen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Geändert hat sich nach dem Re-Start allerdings nichts. Schalke taumelt weiter, wurde in der Tabelle sogar von Hertha BSC überholt, und zu den langzeitverletzten Spielern Benjamin Stambouli und Omar Mascarell gesellte sich erst Amine Harit und dann Suat Serdar. Harit verletzte sich im Revier-Derby am Innenband, Serdar gegen Augsburg am Außenband; für ihn ist die Saison gelaufen.


Das Schalker Mittelfeld zerfällt. Inmitten dieser Phase handelte sich Weston McKennie als einer von vier Akteuren eine Gelbe Karte gegen Bremen ein - Nummer fünf für den US-Amerikaner, der seit dem Hinspiel gegen Union vorbelastet war. Dass es ihn ausgerechnet jetzt erwischt, dürfte Wagner enorm verärgern, denn mit Eigengewächs Nassim Boujellab ist nur noch ein zentraler Mittelfeldspieler einsatzbereit.

Der 20-Jährige absolvierte in dieser Saison bereits sieben Bundesligaspiele, stand bisher allerdings nur bei der 0:3-Pleite gegen den 1. FC Köln in der Anfangself. Im Auswärtsspiel an der Alten Försterei könnte er zum zweiten Mal beginnen, allerdings dürfte Wagner aufgrund seiner defensiven Herangehensweise eine andere Variante bevorzugen.


Rückt Salif Sané ins Mittelfeld?


So könnte Salif Sané die entstandene Lücke schließen und gemeinsam mit Alessandro Schöpf die Mittelfeld-Zentrale bilden. Auf dieser Position spielte der 1,96 Meter große Innenverteidiger insgesamt 49 Mal für Hannover 96. Mit seiner Zweikampf- und Kopfballstärke könnte sich Sané als probates Mittel gegen die körperlichen Unioner herausstellen, gleichzeitig würde Matija Nastasic den freien Platz in der Dreierkette einnehmen.


Abwehr-Turm Salif Sané könnte gegen Union Berlin im Mittelfeld aushelfen

Nastasic würde demzufolge mit Ozan Kabak und Jean-Clair Todibo die Abwehrreihe bilden. Jedoch könnte auch Letztgenannter ins zentrale Mittelfeld rücken. Abhängig davon ist, wie wenig Risiko Wagner eingehen will - für die langen Bälle auf Mittelstürmer Sebastian Andersson wäre Sané jedenfalls sehr gut geeignet.


Für Mascarell dürfte ein Startelf-Comeback dagegen zu früh kommen, stattdessen könnte der Spanier - sofern er überhaupt in den Kader zurückkehrt - in der Schlussphase eingewechselt werden und ein paar Spielminuten sammeln. Will Schalke erstmals seit dem 17. Januar wieder in der Bundesliga gewinnen, braucht es dagegen Spieler, die fit und im Rhythmus sind. Sané dürfte infolgedessen Wagners erste Wahl sein.