Nach wie vor gehört Sebastian Rudy zu den klaren Streichkandidaten auf Schalke. Der 30-Jährige kann offenbar nicht in Hoffenheim bleiben, weitere Abnehmer sind schwierig zu finden. Königsblau könnte ihn notfalls ablösefrei ziehen lassen müssen.


Ein sehr teures Missverständnis, das dem FC Schalke 04 seit über einem Jahr immer wieder auf die Füße fällt. Sebastian Rudy, im Sommer 2018 von Christian Heidel für fast 17 Millionen Euro verpflichtet, soll den Verein verlassen. Er passt nicht zum S04, der S04 passt nicht zu ihm - weder vom Spielstil, noch von der Art und Weise haben sich die beiden Parteien finden können.


Das aber viel größere Problem: Rudy verdient durch den damals seitens Ex-Sportvorstand Christian Heidel ausgehandelten Vertrag um die sechs Millionen Euro im Jahr (via Bild) - damit gehört er an die absolute Spitze, was die Gehaltszahlungen bei Königsblau betrifft. Selbst die größten Spitzenverdiener wie Nabil Bentaleb (ca. fünf Millionen Euro) kommen an diese Summe nicht heran.


Schalke muss Rudy-Gehalt einsparen - Hoffenheim-Tür bleibt geschlossen


Die Leihe zurück zur TSG Hoffenheim endete mit der Saison. Die enthaltene Kaufoption, auf etwa sechs Millionen Euro beziffert, haben die Kraichgauer nicht gezogen. Mit Alfred Schreuder ist sein Förderer und Befürworter gegangen worden - laut Bild soll auch der wahrscheinliche Nachfolger, Sebastian Hoeneß, ohne Rudy planen wollen. Heißt: Ein Verbleib beim ehemaligen Klub ist schon länger kein Thema mehr.


Eine Zukunft im Hoffenheim-Trikot wird es für Rudy wohl nicht geben

S04-Sportvorstand Jochen Schneider erklärte vor ein paar Wochen, dass der ehemalige Nationalspieler - wie auch Mark Uth - zurück in die Mannschaft kommen wird. "Wir planen mit ihnen. Das sind gestandene Bundesliga-Spieler", erklärte er beispielsweise im Sport1-Doppelpass. Dass Schneider nicht lauthals und öffentlich verkündet, Rudy abgeben und von der Gehaltsliste streichen zu wollen, ist selbsterklärend. Der Marktwert, somit auch die Chance auf einen Abnehmer, soll nicht noch weiter sinken.


Neben dem sportlichen Mehrwert, der auf Schalke augenscheinlich nicht (mehr) im 30-Jährigen gesehen wird, ist es auch finanziell schlicht nicht möglich, ihn über den Transfer-Sommer hinaus zu halten. Ein aktuelles Beispiel: Die angedachte (wobei auch flexible) Gehaltsobergrenze von ungefähr 2,5 Millionen Euro übersteigt der Mittelfeldspieler um mehr als das Doppelte. Bei einem noch ganze zwei Jahre gültigen Vertrag ein großes Problem für die Knappen.


Mehr als fraglich, ob Rudy die gesamte Vorbereitung beim S04 absolviert

Somit muss sich Schalke auch mit dem Szenario befassen, dass sich kein Abnehmer finden lässt. Schlussendlich würde es dem Klub wohl günstiger zu stehen kommen, sollte Rudy nahezu verschenkt oder sein Vertrag gar aufgelöst werden. Das oberste Ziel ist und bleibt es, die noch ausstehenden zwölf Millionen Euro an Gehalt einzusparen. Auch eine erneute Leihe oder eine Mini-Ablöse sind demnach zwangsweise denkbare Optionen.