Eine große Herausforderung im Transfer-Sommer auf Schalke ist der Umgang mit den zahlreichen Leihspielern, die zurückkehren. Von vier hat sich der Klub bereits wieder getrennt, weitere sollen gehen, manch einer wird eingeplant. Eine Übersicht zum aktuellen Stand der Rückkehrer.


Am Samstagvormittag gab der FC Schalke 04 offiziell bekannt, dass sich Cedric Teuchert und Pablo Insua anderen Vereinen anschließen werden - nicht per erneuter Leihe, sondern per festem Verkauf. Insua, der nach Verletzungspech keine Chance mehr beim S04 hatte, wird auch nach seiner zweiten Leih-Saison bei SD Huesca bleiben. Der spanische Zweitligist hatte zuletzt den Aufstieg geschafft, wodurch der 26-Jährige zukünftig in der ersten Liga spielen wird.


Teuchert hatte die letzte Saison bei Hannover 96 verbracht, da er in Gelsenkirchen nicht eingeplant war. Ohnehin wurde der Transfer des Stürmers, der im Frühjahr 2018 für etwa eine Million Euro vom 1. FC Nürnberg kam, stets von kritischen Stimmen begleitet. Nun erfolgt die Trennung: Der 23-Jährige wechselt für eine unbekannte Ablösesumme zu Union Berlin. In der nächsten Spielzeit könnte er also gegen Schalke antreten.


In den Tagen zuvor gab es bei zwei weiteren Spielern Klarheit: Jonas Carls, der über die Rückrunde Spielpraxis für Viktoria Köln sammeln durfte, wurde an den portugiesischen Erstligisten Vitoria Guimaraes verliehen. Während in der Mitteilung des Tabellensiebten von einer Kaufoption die Rede war, gab es seitens Königsblau keine Anmerkung dazu. Der junge Linksverteidiger hätte als Backup für den unter Trainer David Wagner gesetzten Bastian Oczipka fungieren können - eine Aufgabe, die nun womöglich Hamza Mendyl zuteilwerden könnte.


Der Vierte im Bunde ist Bernard Tekpetey: Nach einer insgesamt enttäuschenden Leihe zu Fortuna Düsseldorf, für die er nicht mehr auflaufen wollte, führt ihn der Weg nach Bulgarien. Für die nächsten zwei Spielzeiten soll der Flügelspieler für Ludogorets Razgrad auflaufen. Etwa 500.000 Euro an Leihgebühr soll der S04 erhalten. Ob Tekpetey anschließend noch eine Zukunft in Blau-Weiß hat (Vertrag bis 2023), ist noch offen.



Mit vier Abgängen, zwei von ihnen schon jetzt permanent, bleibt aber noch ein halbes Dutzend an Spielern, deren Zukunft noch nicht final geklärt ist. Vermutlich dürften sie unterschiedliche Schicksale erwarten.


Der aktuelle Stand bei Mark Uth, Nabil Bentaleb und Co. im Überblick


1. Mark Uth - Verbleib anvisiert

Mark Uth soll für Schalke zur guten Form finden

Nachdem er während seiner halbjährigen Leihe zum 1. FC Köln so gut in Form war, soll Mark Uth diesen Antrieb auch im S04-Dress fortsetzen. Ein Abgang ist zwar nach wie vor nicht ausgeschlossen, sollte ein interessierter Klub um die zehn Millionen Euro (Höhe der abgelaufenen Ausstiegsklausel) bieten, derzeit wird aber die zweite Chance für den Stürmer anvisiert.

Nicht zuletzt aufgrund geringer Transfer-Budgets wäre ein Uth in seiner Köln-Form eine gute Verstärkung. Das Verhältnis zwischen ihm und Wagner soll zwar nicht sonderlich gut sein, doch im Sinne der jeweiligen sportlichen Entwicklung könnte sich das noch ändern. Der 28-Jährige soll beim S04 bleiben.



2. Steven Skrzybski - Zweite Chance: Poker oder Angebot?

Fraglich, ob Steven Skrzybski auf Schalke bleibt

Auch Steven Skrzybski war an Fortuna Düsseldorf verliehen, da er für Königsblau auf keine einzige Einsatz-Minute kam. Nach seiner Rückkehr soll er eine zweite Chance erhalten, sich in der Vorbereitung dem Trainerteam zu zeigen.

Möglich, dass dieser Plan nur Teil des üblichen Transfer-Pokers ist, um die etwaige Ablösesumme nicht zu stark sinken zu lassen. Immerhin dürfte sich der Blick Wagners auf Skrzybski und dessen Können nicht wirklich verändert haben - als Flügelspieler könnte er jedoch eine bestehende große Lücke füllen, die offenbar kaum Priorität genießt.



3. Hamza Mendyl - Verbleib wieder wahrscheinlicher

Hamza Mendyl könnte den Backup für Bastian Oczipka geben

Über den Verlauf der letzten Saison schien kaum eine Personalie klarer zu sein: Hamza Mendyl wurde verliehen, um das Gehalt eines Spielers einzusparen, für den es augenscheinlich keinen festen Abnehmer gab. Der junge Linksverteidiger sorgte unter Domenico Tedesco für Unruhe, was er später auch selbst zugab.

Aufgrund der finanziellen Notlage und dem Bedarf nach einem weiteren Außenverteidiger neben - oder eher hinter - Oczipka, ist ein Verbleib Mendyls mittlerweile nicht mehr so klar, wie vermutet. Der Marokkaner trainiert schon wieder auf dem S04-Gelände und könnte, zumindest für die kommende Saison, für Schalke auflaufen.



4. Ralf Fährmann - Konkurrenzkampf und Bankplatz droht

Ralf Fährmann dürfte ein schwieriger Stand beim S04 erwarten

Obwohl es zuletzt zu haken schien, soll Alexander Schwolow weiterhin zum S04 wechseln. Laut Sky-Informationen wird der Transfer in der nächsten Woche offiziell über die Bühne gehen. Für Rückkehrer Ralf Fährmann heißt das wiederum, dass ihm ein Konkurrent vor die Nase gesetzt wird, der ganz klar als Nummer eins eingeplant ist.

Unsicher, wie der Fanliebling reagieren wird. Man kann zwar davon ausgehen, dass er ungemein gerne wieder für Schalke spielen will, doch ob sich der 31-Jährige auch auf die Bank setzen würde, ist fraglich. Zumal auch noch nicht geklärt ist, wie mit Markus Schubert umgegangen wird - somit könnte Fährmann theoretisch auch hinter ihm anstehen.



5. Nabil Bentaleb - Geplatzte Newcastle-Übernahme birgt Gefahr

Nabil Bentaleb spielte in Newcastle eine deutlich größere Rolle als zuletzt in Gelsenkirchen

Bislang schien es ziemlich sicher zu sein, dass Newcastle United sich nach der Leihe um einen Verbleib von Bentaleb bemühen wird. In den sozialen Netzwerken schienen die Meinungen der englischen Fans über ihn weit auseinander zu gehen. Bislang ist lediglich klar, dass Newcastle die Kaufoption von zehn Millionen Euro nicht nutzen möchte.

Durch die gescheiterte Übernahme des Klubs ist jedoch auch der Transfer für eine frei verhandelten Summe unter der Kaufoption nicht mehr sicher. Die Magpies werden zunächst finanzielle Planungssicherheit haben wollen, bevor sie Transfer-Entscheidungen treffen. So ist es zwar weiterhin möglich, dass Bentaleb in der Premier League bleibt, doch bei Weitem nicht mehr so wahrscheinlich, wie in den letzten Wochen.



6. Sebastian Rudy - Keine neue Entwicklung: Abnehmer gesucht

Das Gehalt von Sebastian Rudy soll eingespart werden

Zumindest öffentlich scheint Schalke in der Personalie Sebastian Rudy auf der Stelle zu stehen. Das Ziel ist klar: Die etwa sechs Millionen Euro an Gehalt, die in den kommenden zwei Jahren noch offen sind, sollen unbedingt eingespart werden - daran ändert auch die Aussage seitens Schneider, wonach Rudy als gestandener Bundesliga-Spieler zurückerwartet wird, nichts.

S04 versucht, eine mögliche Abgabe so leicht wie möglich zu gestalten. Die TSG Hoffenheim scheidet mittlerweile als Abnehmer aus. Zuletzt soll es sogar Befürchtungen gegeben haben, Rudy ohne Ablöse verschenken zu müssen, um die Gehaltseinsparungen umzusetzen.