Schalke treibt vorsichtig die diesjährigen Transfer-Planungen an. Sebastian Andersson soll zu den heißen Kandidaten gehören und das Sturm-Problem auf Schalke lösen. Um den Union-Angreifer verpflichten zu können, muss Königsblau aber zunächst auf Abgänge hoffen.


Viel zu wenige Stürmer-Tore hat Schalke 04 in der abgelaufenen Saison geschossen. Weder Neuzugang Benito Raman, noch Leihstürmer Michael Gregoritsch haben Spieler wie Guido Burgstaller oder auch Ahmed Kutucu diesbezüglich entlasten können.


Blick gesenkt: Auch Benito Raman litt unter der fehlenden Offensivkraft

Als mögliche Lösung für die Flaute gilt Sebastian Andersson. Bereits im Winter wurde der Stürmer von Union Berlin mit dem S04 in Verbindung gebracht, bevor sich der Klub für die Gregoritsch-Leihe entschied. Trainer David Wagner erklärte zuletzt, die Transferphase im Winter sei nicht richtig genutzt worden - somit auch das (relativ späte) Eingeständnis, dass der Österreicher nicht hat helfen können.


In der letzten Woche berichtete der kicker, dass Andersson bei Schalke Interesse hervorgerufen haben soll. Allerdings soll es gleichzeitig auch verschiedene Klubs aus England und Schottland geben, die an den Diensten des Schweden interessiert sind. Nun legt die Bild nach und schreibt von einer Art S04-Plan, um den 28-Jährigen zu verpflichten.


Andersson im S04-Visier: Abgänge und Einsparungen als Transfer-Prämisse


Andersson kann Union für etwa fünf Millionen Euro per fester Ausstiegsklausel verlassen, trotz des erst im Frühjahr verlängerten Vertrags. Damit würde der zwölffache Torschütze zum Rekordabgang der Eisernen werden. Was auf den ersten Blick nach einer eher kleinen Summe aussieht, birgt für die Knappen eine Menge an Vorarbeit: Andere Spieler, vor allem kostenintensive Akteure, müssen den Verein verlassen.


Andersson im Einsatz gegen S04-Leihspieler Juan Miranda

Immer wieder stehen mit Nabil Bentaleb, Sebastian Rudy, Mark Uth und Hamza Mendyl vier Leihspieler zur Debatte, die beim S04 große Summen an Gehalt verdienen - gleichzeitig haben sie (bislang) nicht zum sportlichen Erfolg beitragen können, oder sogar für Unruhe gesorgt. Kriegt Sportvorstand Jochen Schneider sie alle, oder zumindest einen Großteil, von der Gehaltsliste, wird mehr Spielraum für eigenes Handeln auf dem Transfermarkt geschaffen.


Bei Mendyl scheint es bereits Bewegung zu geben: Laut Bild-Informationen sollen schon zwei Anfragen von französischen Klubs vorliegen, die demnächst genauer begutachtet werden könnten. Der 22-jährige Linksverteidiger hat die letzte Saison beim FCO Dijon verbracht.


Hamza Mendyl fand sich beim S04 nicht richtig ein, gilt als Verkaufskandidat

Speziell für diesen Sommer ist das die Prämisse für jeden Transfer: Schalke muss zuerst an Spielraum gewinnen - und das über Ablösesummen oder Einsparungen von Gehalt. So stehen auch Steven Skrzybski und Cedric Teuchert noch auf dieser Liste. Die beiden Offensiv-Spieler könnten die Knappen aber auch fest verlassen: Hannover 96 soll über die Verpflichtung der beiden nachdenken.


Behebt ein neuer Stürmer das Schalker Offensiv-Problem? Torchancen als Knackpunkt


Mit Andersson würde Schalke einen großen Stürmer verpflichten können, der für neuen Schwung in der Offensive sorgen soll. Oftmals wird allerdings angemerkt, auch viel seitens der Fans, dass es nicht primär an der Klasse der bereits verpflichteten Stürmer liegt, dass zu wenig Tore fallen: Es werden schlicht zu wenig (klare) Torchancen herausgespielt. Vergleicht man die statistischen Werte (u. a. xGoals), so war der S04 über die vergangene Saison sogar bedeutend schlechter was Torchancen betrifft, als in der vorigen Spielzeit, in der man lange gegen den Abstieg kämpfte.


Das Problem besteht also nicht (nur) im Verwandeln von Torchancen, sondern im Kreieren eben dieser. Zynisch wird in Fan-Kreisen oft erzählt, dass es schlussendlich egal ist, welcher Angreifer vorne an Chancen verhungert - ob Andersson Teil dieser Problembehebung sein kann, ist natürlich offen. Fakt ist: Um ihn überhaupt holen und bezahlen zu können, sollte er tatsächlich das priorisierte Ziel sein, muss Schalke erst Einsparungen erzielen.