In modernen Zeiten ist es keinesfalls ungewöhnlich, dass sich Fußballklubs bei jeder halbwegs populären Social-Media-Plattform eine Basis aufbauen wollen - eher das Gegenteil wäre aus der Zeit gefallen. Somit hat Schalke 04 natürlich auch einen Kanal beim derzeit sehr angesagten Videportal TikTok. Die Auftritte dort sorgen aber für mächtig Fremdscham innerhalb der eigenen Fan-Basis.


YouTube, Facebook, Twitter, Instagram und seit einigen Monaten auch TikTok. Die Social-Media-Kanäle, über die sich auch Fußballvereine heutzutage zeigen und etablieren wollen - nahezu müssen, bei der möglichen Reichweite - sind vielfältig.


Der FC Schalke 04 hat über die letzten anderthalb Jahre ordentlich an seiner eigenen Präsenz auf diesen Plattformen geschraubt und die Qualität der Auftritte dort stark verbessert. Dadurch hat sich der Klub sogar den Titel "Deutscher Social-Media-Meister" verdient gehabt, ausgewertet und vergeben vom IFI, dem Internationalen Fußball Institut. Diesen Titel, so der aktuelle Eindruck, scheint der Klub aber in Windeseile wieder zu verlieren.


Schalke-Auftritt bei TikTok sorgt für Kritik und Fremdscham: Gerne mal die Intention überdenken


Dass sich der S04 auch auf TikTok niedergelassen hat, ist kein überraschender Schritt. Pro Monat nutzen alleine 100 Millionen Menschen in Europa (via futurebiz) das Videoportal, das aus China stammt. Eine potenziell sehr große Reichweite, die auch ein Fußballverein selbstredend gerne nutzen möchte. Die Videos, die der Verein dort allerdings präsentiert, sorgen für eine Menge Fremdscham, und das primär unter den eigenen Anhängern.


Pipsige Kinderstimmen, die einander ermutigen, nicht zu weinen, während im Hintergrund Bilder von enttäuschten Schalke-Spielern vor einer Art Regenwand gezeigt werden. Das Beobachten eines Aquariums, was - in ebenso seltsamer Manier - als Gegner-Beobachtung beschrieben wird. Die Kritik, der Verein mache sich damit lächerlich, ist derzeit ganz aktuell - und keinesfalls überraschend.


Nun muss man ja ehrenhafter Weise festhalten, dass sich das Angebot je nach Plattform natürlich auch an eine andere Zielgruppe richtet. Die wird bei TikTok definitiv deutlich jünger sein, als es beispielsweise bei Facebook und vor allem Twitter der Fall ist. Dass die Videos bei TikTok aber so dermaßen Fremdscham-Potenzial haben und in keiner Weise daran interessiert zu sein scheinen, diesen Auftritt wenigstens halbwegs seriös zu gestalten, das ist einem eigentlich so großen Fußballverein doch schon ziemlich unwürdig.


Schließlich muss man sich auch die Frage stellen, was derartige Videos aussagen sollen? Bloße Unterhaltung samt peinlichen Auftritten, oder doch eher das Ansprechen der neuen Reichweite, was ja eigentlich das unromantische Primärziel sein sollte. Gerne nochmal die Inhalte überdenken, immerhin möchten sich Schalke-Fans derzeit nicht auch noch abseits des Platzes und der Führungsetage für den eigenen Klub schämen müssen.