Nach dem Wochenende des ersten Spieltags der neuen Bundesliga-Saison steht kein Trainer so sehr unter Druck und Zugzwang, wie David Wagner auf Schalke. Mit dem nächsten Spiel wartet bereits eine Art Schicksalswoche. Ein möglicher Nachfolger, sollte es zum Rauswurf kommen, soll Sandro Schwarz sein.


Gegen den FC Bayern zu verlieren, keine große Sache. Sich vorführen zu lassen und nach dem Spiel sogar von gegnerischen Spielern zu hören zu bekommen, dass sie überrascht waren, dass es ihnen während der 90 Minuten so leicht gemacht wurde, das ist eine ganz andere Sache. David Wagner steht schon nach dem ersten Spieltag gehörig unter Druck, sein Aus beim FC Schalke 04 scheint in spürbare Nähe zu rücken.


Rund um die 0:8-Klatsche vom Freitagabend gab es erneut sehr viel Unruhe bei Königsblau. Fragen kamen auf, was die Mannschaft über die letzten sechs, sieben Wochen Vorbereitung trainiert habe, wie der Trainer sie eingestellt hatte und vor allem, wie und ob sich diese sportliche Krise - die nun siebzehn (!) sieglose Spiele umfasst - in der aktuellen Konstellation überhaupt noch drehen lässt.


David Wagner könnte auf Schalke vor dem Aus stehen - gegen Bremen wird es wichtig

Schneiders Rückhalt für Wagner schrumpft - interne Kritik am Coach


Auf Schalke scheinen die Meinungen zwar weiterhin auseinander zu gehen, doch der Rückhalt für Wagner bröckelt nach und nach vor sich hin. Sportvorstand Jochen Schneider, seit jeher der große Verfechter seines Trainers, hat schon das ein oder andere Mal vor dem Aufsichtsrat vorgesprochen und Wagner verteidigt - und das schon vor der Saisonvorbereitung. Am kommenden Wochenende wartet Werder Bremen. "Ich erwarte gegen Bremen eine deutliche Leistungssteigerung, die sich auch im Ergebnis widerspiegelt", so Schneider. Starke Worte, die sich aber noch nicht nach einem aller letzten Ultimatum anhören.


Dennoch: Wagner muss zwingend und unmittelbar eine Trendwende einleiten, nicht nur spielerisch, sondern auch was die Resultate betrifft. Offenbar gibt es kaum noch Gründe, die im Sinne des Sportvorstands für den Coach sprechen. Laut Bild wird Wagner innerhalb des Teams vor allem wegen Taktik-Defiziten und Unglaubwürdigkeit kritisiert. An die Rückkehrer um Mark Uth, Sebastian Rudy und Nabil Bentaleb werfe er sich nahezu, er soll sich sehr einschmeicheln - und das, nachdem er alle drei ohne warme Worte weggeschickt hatte. Nun braucht er sie allerdings.


Jochen Schneider hält weiterhin an Wagner fest

Auch in der Vereinsführung gibt es nach wie vor große Bedenken. Mit dabei: Michael Reschke. Der Kaderplaner soll schon seit längerer Zeit dem Coach gegenüber kritisch sein. Bei ihm, sowie bei einigen Mitgliedern des Aufsichtsrates, so die Bild weiter, herrsche die Befürchtung vor, dass die desaströse Rückrunde der "ehrliche" Teil der Saison unter Wagner war und nicht die erfolgreiche Hinrunde. Dafür spricht, dass der 48-Jährige seit mehr als einem halben Jahr erklärt, die Probleme zu kennen. Verändert hat sich allerdings gar nichts, die Auftritte und die Ergebnisse werden immer schlechter.



Schwarz als möglicher Wagner-Nachfolger?


Ein Name eines etwaigen Nachfolgers kursiert sogar schon: Sandro Schwarz, vorher bei Mainz 05 tätig, soll Schneider laut Bild bereits intern empfohlen worden sein. Der gebürtige Mainzer wurde im letzten November entlassen, da sich die Nullfünfer auf dem Weg in den Tabellenkeller befanden - seine bis dato einzige Profistation als Cheftrainer.


Sandro Schwarz auf Schalke? Ein möglicher Kandidat

Sollte es also zum Wagner-Aus kommen, womöglich sogar schon nach dem zweiten Spieltag, würde der 41-Jährige wohl zum Favoritenkreis der Nachfolger gehören. Kurzfristig könnte er sicherlich neuen Wind ins Team bekommen, auch mit seiner (zumindest nach außen) lockeren, aber dennoch emotionalen Art. Ob Schalke als Station, vor allem im aktuellen Zustand, nicht doch eine Nummer zu groß wäre? Ob es eher eine Anstellung bis zum Saisonende wäre, wo der Klub dann neu planen würde? Fragen, die momentan nicht nur rein hypothetisch sind, sondern auch sehr schwer zu beantworten.