Nach dem geplatzten Wechsel von Weston McKennie zu Hertha BSC muss Schalke weiterhin auf die erlösenden Millionen warten. Die Not macht Druck auf die Verantwortlichen: Amine Harit wird wohl weiterhin zu ebenfalls möglichen Wechselkandidaten zählen - auch wenn er sich eher verhalten äußert.


Etwa 20 bis 25 Millionen Euro hatte sich Schalke 04 durch einen Verkauf von Weston McKennie erhofft. Wochenlang war die Ausgangslage klar: Der Mittelfeldspieler möchte den Verein gerne verlassen, soll das in der Mannschaft auch nicht verschweigen (via WAZ). Sein Ziel ist und bleibt die Premier League, doch schien er sich - bis zum Platzen des Transfers - auch mit einem Wechsel zu Hertha BSC anfreunden zu können. Was bleibt ist das weiterhin fehlende Geld und somit die fehlenden Möglichkeiten, selbst auf dem Transfermarkt aktiv zu werden.


Die Baustellen, die Sportvorstand Jochen Schneider und Trainer David Wagner tagtäglich umgeben, sind nicht zu übersehen: So gibt es beispielsweise keinen einzigen Rechtsverteidiger im Kader. Bei den bisherigen Testspielen musste immer etwas experimentiert und auf die eigene U23 gesetzt werden, um die Lücke zu schließen. Eine professionelle wie konsequente Vorbereitung auf die nächste, tatsächlich enorm wichtige Saison, ist das noch nicht. Zudem soll ein neuer Stürmer kommen und ein weiterer Linksverteidiger, zumindest ein Backup oder Kontrahent für Bastian Oczipka, wäre ebenfalls vonnöten.


Dazu fehlt aber nach wie vor das Geld. Geld, das sich Schalke durch den McKennie-Abgang erhofft hatte. Zuletzt wurde es aber ruhig um die Personalie und das Interesse aus England. Wie auch der kicker berichtet: Es könnte noch die eine oder andere Woche dauern, bis es neue Entwicklungen oder Gespräche gibt - wenn es sie überhaupt noch geben wird.


Schalke braucht wichtige Einnahmen - Harit gerät erneut in den Fokus


Dadurch rückt auch Amine Harit erneut in den Fokus. Neben McKennie, Suat Serdar und Ozan Kabak wäre er einer der vier Spieler, die durch einen Verkauf eine Ablösesumme einbringen würden, die sofort helfen könnte. Schon zum Start der Saisonvorbereitung berichtete die Bild, dass es wohl das Ziel sei, einen dieser Spieler zu Geld zu machen, während alle anderen dann aber definitiv bleiben sollten. Bevorzugt wäre das wohl McKennie gewesen, doch auch ein Harit-Abschied scheint nicht ausgeschlossen zu sein.


Auf der einen Seite hat er seinen Berater gewechselt, der noch immer einen möglichen Markt an interessierten Klubs für seinen Klienten aufbauen soll (via Bild). Andererseits hat der 23-Jährige vor weniger als einem Jahr seinen Vertrag langfristig bis 2024 verlängert und auch sein Wunsch, einen Platz im Mannschafts-Rat zu bekommen ("Das wäre wichtig für mich" - kicker), spricht gegen einen notorischen Wechsel-Wunsch.


Gegen den SC Verl konnte Harit nicht glänzen

Auf die Frage nach einem möglichen Transfer erklärte Harit zuletzt, da müsse man Jochen Schneider fragen. Dann holte er weiter aus (via Reviersport): "Ich bin hier, ich trainiere jeden Tag mit der Mannschaft. Ich finde es super hier. Ich denke nicht über einen Transfer nach." Allerdings, so führte der Kreativspieler auf Nachfrage fort, wisse er nicht, "was in den nächsten Wochen passiert". Derzeit sei er allerdings "zu 100 Prozent auf Schalke konzentriert".


Auch hier trifft der Offensivspieler Aussagen, die zum einen eher für einen weiteren Verbleib sprechen würden, andererseits lässt er seine Zukunft aber auch auffällig offen und bringt Sportvorstand Schneider ins Gespräch. Beim Testspiel am Samstag (4:5 gegen den SC Verl) machte er einen eher durchwachsenen und abwesenden Eindruck.


Mangels Optionen: Harit-Trennung könnte Schalke aufgezwungen werden


Aus der Not und Verzweiflung des S04 heraus wäre es mittlerweile sogar denkbar, dass eine Trennung - sollten es die Umstände in den nächsten Wochen wirklich erfordern - zwangsweise vorangetrieben wird. Harit würde vermutlich eigentlich nicht gehen wollen, Königsblau ihn normalerweise halten. Solange es aber keine Alternative dazu gibt und der Marokkaner einen neuen, für ihn interessanten Verein finden würde, scheint dieses für Blau-Weiß sehr unangenehme und alles andere als vorteilhafte Szenario aber nicht ausgeschlossen zu sein. Für die Qualität der Mannschaft wäre es ein Rückschlag.


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First test match⚡️ @s04

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Am kommenden Freitag startet Schalke ins Österreich-Trainingslager. Es "wäre schön", wenn es bis dahin bereits einen Neuzugang geben würde, erklärte Wagner: "Allerdings wäre es auch schon vor zwei Wochen schön gewesen." Inzwischen habe er es sich abgewöhnt, auf Dinge zu hoffen, die er nicht beeinflussen kann, führte er weiter aus. Fakt ist jedoch: Je später die dringend benötigten neuen Spieler ins Team stoßen, desto schwieriger wird die Integration. Es droht ein sehr komplizierter Saisonstart.