Der FC Schalke 04 hat sich mehreren historischen Negativ-Rekorden dann doch von seinem Trainer David Wagner getrennt. Dessen Nachfolger Manuel Baum wurde nun offiziell vorgestellt und verbreitet Aufbruchstimmung - obwohl er selbst vor der Saison anders getippt hat.


Eigentlich war schon vor 20 Jahren klar, bei welchem Verein Manuel Baum einmal als Trainer anheuern wird. Der damalige Torhüter des FC Ismaning unterlag im Jahr 2000 in der ersten Runde des DFB-Pokals Borussia Dortmund - der Endstand: 0:4. Nach seinen Stationen als Trainer in Unterhaching, Augsburg und bei den deutschen Junioren-Nationalmannschaften ist der 41-Jährige nun beim FC Schalke 04 angekommen.


Die Mannschaft hat sehr viel Potenzial und gehört deutlich weiter nach oben. Manuel Baum bei seiner Vorstellung

Baum will Schalke mit neuen Ideen wieder nach oben bringen


Bis zum Sommer 2022 wird Baum nun das Projekt auf Schalke anvertraut und trotz der schwierigen sportlichen und wirtschaftlichen Lage des Klubs freut er sich auf die Aufgabe. "Ich freue mich riesig, dabei zu sein. Es ist etwas Neues für mich und ich bin mir sicher, der Mannschaft helfen zu können. Ich bin zuversichtlich, dass die Mannschaft wieder ihr Vertrauen zurückbekommt und wir bessere Leistungen abrufen wird", sagte Baum auf der offiziellen Pressekonferenz.

Dass man in Gelsenkirchen zuletzt Anfang 2020 ein Bundesliga-Spiel gewann, entspreche nicht dem Leistungsvermögen der Mannschaft. "Der Verein emotionalisiert. Ich weiß, welche Verantwortung ich für den Verein und die Fans trage. Mir ist wichtig, dass wir Probleme weglassen und uns mit Lösungen beschäftigen. Die Mannschaft hat deutlich mehr Potenzial", so Baum, der dennoch vor der Saison eine leicht andere Meinung von den erreichbaren Tabellenregionen der Königsblauen hatte, als er für Sky Schalke am Ende auf Platz 15 tippte:


Doch nun übernimmt er selbst die sportliche Verantwortung und will hoch hinaus. "Die Mannschaft hat sehr viel Potenzial und gehört deutlich weiter nach oben. Ich bin mir sicher, dass wir mit den Ideen, die wir mitbringen, deutlich mehr aus dem Team herausholen können", versprach Baum selbstbewusst. Konkret ansetzen lasse sich bei der Qualität und den Vorzügen des Kaders:

"Ich habe die Bundesliga sehr intensiv verfolgt, dementsprechend kenne ich die Mannschaft gut. Zu Beginn setze ich mich sehr stark mit der Mannschaft auseinander. An ihren Stärken richte ich den Spielansatz aus", will Baum die Aussagen seines Vorgängers Wagner - "Wir können momentan nicht das spielen, was wir eigentlich wollen" - widerlegen.


Schneiders letzte Chance - Naldo als Glücksfall für Baum


Schalkes Sportvorstand steht seit langem in der Kritik, nicht nur wegen des andauernden Festhalten an David Wagner. Auch die Kaderzusammenstellung scheint - positiv formuliert - extrem unausgewogen. "Wir haben uns überlegt, wer in unserer Situation der richtige Trainer für unseren Verein ist. Manuel Baum passt sehr gut in unser Anforderungsprofil, das wir skizziert haben", sagte Schneider über seinen neuen Trainer, der vermutlich auch die Zukunft des Sportvorstands auf seinen Schultern tragen muss.

Allerdings hat man sich mit dem Ex-Spieler Naldo eine echte Ikone in den Trainerstab holen können. Der nunmehr 38-Jährige spielte von 2016 bis 2019 auf Schalke.


Naldo könnte dem Verein weiterhelfen

"Ich finde es eine sehr gute Lösung, zusammen mit Naldo zu arbeiten. Er war schon immer einer, der auf dem Platz sehr viel mitgedacht hat. Es ist ein sehr großer Vorteil, dass er den Verein und die Spieler kennt", freut sich Baum auf seinen neuen Assistenten.