Ab dem 01. Juli ist Hasan Salihamidzic offiziell der neue Sportvorstand des FC Bayern. Wie der Noch-Sportdirektor im Vereinsmagazin 51 erklärte, ändert sich sein Aufgabenbereich mit dem beruflichen Aufstieg nicht, daher soll auch kein neuer Sportdirektor verpflichtet werden.


Seit 2017 fungiert Salihamidzic als Sportdirektor beim Rekordmeister. "Mein Verantwortungsbereich wuchs von Jahr zu Jahr", berichtet der 43-Jährige (zitiert via kicker und Sport1), "Profis, Nachwuchs, Kaderplanung, sämtliche Funktionsteams, Scouting, Transfermarkt, Entwicklung der Datenanalyse", kurzum: Ein breites Aufgabenfeld, das ihn auch in Zukunft begleiten wird.

"Für mich ist es eine Ehre, dass ich jetzt Vorstand werde. An meinem Aufgabenbereich ändert sich mit der neuen Position aus operativer Sicht aber nichts. Ich werde meine Aufgaben weiter so erledigen wie bisher." Die Verpflichtung eines neuen Sportdirektors ist daher "nicht geplant. Was in zwei, drei Jahren sein wird, müssen wir sehen. Aber aktuell bleibt alles, wie es ist", so Salihamidzic.


Aktuell bleibt alles, wie es ist Bald-Sportvorstand Hasan Salihamidzic

Seit Januar arbeitet Salihamidzic wieder mit Oliver Kahn zusammen. Nachdem beide Ex-Profis viele Jahre gemeinsam auf dem Platz gestanden haben, spielen sie künftig eine wichtige Rolle im Vorstand. "Oliver und ich sind die 'Next Generation' im Management", sagt Salihamidzic, der sich den großen Fußstapfen bewusst ist: "Wir werden für die nächsten Jahre ein Team bilden, das unheimlich gut zusammen funktionieren muss, um das fortzuführen, was Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge, Franz Beckenbauer und Karl Hopfner in über vier Jahrzehnten aufgebaut haben." Diese Aufgabe tritt das Duo mit Ehrgeiz und Selbstvertrauen an: "Oliver und ich sind Wettkämpfer, das bekommt man nicht aus uns heraus. Wir wollen Geschichte schreiben."


Auch wegen Kahn braucht es keinen neuen Sportdirektor


An der Hierarchie wird sich mit Salihamidzics Beförderung wenig ändern, schon in den vergangenen Monaten ist sein Einfluss in der Führungsetage gestiegen; daher auch die Beförderung in den Vorstand. Endgültig wird die "Next Generation" erst loslegen können, wenn Kahn das Amt des Vorstandsvorsitzenden zum 01. Januar 2021 von Karl-Heinz Rummenigge übernehmen wird. Schon jetzt zeigt der frühere Weltklasse-Torwart aber einen hohen Einsatz, äußerte sich beispielsweise am Wochenende öffentlich über die Kaderplanung für den Sommer.

Kahn hat seinen Eifer und das Sieger-Gen nie verloren, verfügt zudem über sportliche Expertise und Erfahrungen aus seinem Engagement als Unternehmer. Auch wegen seinem Einfluss dürften die Münchner nicht nach einem neuen Sportdirektor Ausschau halten. Gemeinsam mit Salihamidzic und dessen Team im Hintergrund bildet er ein starkes Gespann, das vorerst keine Verstärkung braucht.

Außerdem passt es zum bisherigen Weg von Salihamidzic, der seinerzeit frühzeitig ausgeschlossen hatte, als Sportdirektor unter einem Sportvorstand zu arbeiten. Er ist ein ehrgeiziger Kämpfer, der die Spitze erreichen will - so wie Kahn. Im Verbund klingt es nach einer sehr guten Besetzung für die Zukunft.