15 Vereine, darunter nur der HSV aus der zweiten Liga, trafen sich am Mittwoch auf Initiative von Karl-Heinz Rummenigge, um die Zukunft der beiden deutschen Top-Ligen sowie der DFL zu besprechen. Anschließend äußerte sich der FCB-Vorstandschef zu den Themen.


Vor allem skeptisch wurde das Treffen von 14 Vereinen aus der 1. Bundesliga sowie dem Hamburger SV dieser Tage betrachtet. Karl-Heinz Rummenigge hatte geladen, um wichtige Themen der beiden obersten deutschen Ligen zu besprechen, sowie die Zukunft der DFL, angesichts des 2022 scheidenden Chefs Christian Seifert.


Dass der VfB Stuttgart und der FC Augsburg, sowie Mainz 05 und Arminia Bielefeld nicht dabei waren, lag an den unterschiedlichen Positionen zum Thema Verteilung der TV-Gelder. Sie hatten sich mit einem eigenen Positionspapier dafür stark gemacht, dass mehr Geld zu den Klubs fließt, die nicht international vertreten sind. Auf der anderen Seite stehen die Klubs, die eine solche Umverteilung nicht wollen, u.a. aufgrund der wichtigen Wettbewerbsfähigkeit in den europäischen Wettbewerben.


Rummenigge äußert sich zum Gipfeltreffen der Bundesliga - Vertrauen in die DFL-Spitzen


Nach dem Treffen, was öffentlich kurzum als 'G15-Gipfel' betitelt wurde, stand Rummenigge vor allem zu diesem Thema Rede und Antwort (Zitate via Bild): "Das Thema TV-Geld-Verteilung haben wir gar nicht groß diskutiert, nur einen klaren Beschluss gefällt. Wir haben ausdrücklich beschlossen, dass der Kompetenzbereich hier exklusiv beim DFL-Präsidium liegt." Man wolle aus eigener Sicht "überhaupt kein Positionspapier erarbeiten", Ratschläge wolle man nicht geben. Dafür stünde das Vertrauen in das gewählte Präsidium an erster Stelle, betonte er.


Auch zu diesem Namen des Treffens und den nicht anwesenden Klubs äußerte sich der 65-Jährige: "Wir haben nicht den Anspruch - das möchte ich klar und deutlich sagen - dass wir eine G15 sind, das sind wir nicht. Wir sind immer bereit, diese Gruppe zu vergrößern, wo gewünscht oder notwendig." Einen kleinen Seitenhieb in Form eines abschätzenden Kommentars, konnte sich Rummenigge aber nicht verkneifen: "Allerdings möchten wir auch, dass in der Zukunft das Versenden von Papieren in der Republik unterbleibt."


Karl-Heinz Rummenigge stand dieser Tage stellvertretend für das Gipfeltreffen

Diesen "Solidarpakt", wie der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern ihn nennt, habe man schließlich nicht selbst gebrochen - viel mehr hätten "vier Bundesligisten und zehn Zweitligisten [...] hier schon den Fehdehandschuh hingeworfen". Viel mehr ginge es darum, die nächsten Chargen an TV-Geldern "zu managen", da diese "ab der Saison 2021/22 rund 200 Millionen Euro national und knapp 100 Millionen Euro international" kleine ausfallen werden - wodurch jeder Verein weniger Mittel zur Verfügung hat.


Was die zukünftige Nachfolge von DFL-Chef Seifert betrifft, erklärte Rummenigge ebenfalls den Verband für zuständig. Dafür kündigte er aber Hilfe an: "Wir haben entschieden, dass wir die Kompetenz beim Aufsichtsrat der DFL sehen. Wir werden diesen Aufsichtsrat unterstützen bei der Findung und möglicherweise bei Struktur-Veränderungen." Ganz bewusst habe man es zudem vermieden, bereits einen potenziellen Namen als Nachfolger in den Ring zu werfen.


DFL-Boss Christian Seifert wird 2022 aus dem Amt austreten

Das wäre seiner Ansicht nach "eine Art Lobbyismus, der wir gar nicht erst Vorschub leisten wollen". Somit läuft es an und für diese Stelle auch auf ein internes Prozedere hinaus, bei dem die Profi-Klubs selbstredend trotzdem ein gesondertes Interesse haben werden.


Angesichts der Corona-Lage und den damit einhergehenden Folgen für den Fußball erklärte Rummenigge lediglich, dass alle "erstmal die politischen Entscheidungen zu akzeptieren" hätten. Für das Aufrechterhalten des Spielbetriebs werde man, wenn notwendig, die eigenen Hygiene-Konzepte weiter anpassen und auch für das möglichst frühe und erneute Teil-Zulassen von Zuschauern in die Stadien werde man weitere Sicherheitsmaßnehmen entwickeln, wenn die Zeit reif sei. "Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Fußball-Kultur erhalten bleibt."