Vermutlich wird Frederik Rönnow am Samstag erneut für Schalke zwischen den Pfosten stehen. Der Leih-Keeper aus Frankfurt ersetzte zuletzt den verletzten Ralf Fährmann und kann sich nun vor ihm festsetzen. Rönnow ist überzeugt, dass die Mannschaft die Wende schaffen wird - auch die Aussagen der Ultras habe man intern verstanden und angenommen.


Derzeit deutet so gut wie alles daraufhin, dass Frederik Rönnow am Samstag ein drittes Mal für Schalke 04 auf dem Platz steht. Der ausgeliehene Torwart hatte bis zuletzt den verletzten Ralf Fährmann ersetzt, wodurch er automatisch die Chance bekam, sich durch gute und sichere Leistungen vor ihm für die Position als Nummer eins zu beweisen. Ausgerechnet gegen Borussia Dortmund soll er seinem Team nun den Rücken freihalten.


Im Interview mit der Bild wurde er gefragt, ob er - als derzeit womöglich leistungsstärkster S04-Spieler - am Wochenende in die Fußstapfen von Naldo, Manuel Neuer, Daniel Caligiuri und Co. als Derby-Held treten muss: "Das ist nicht meine Denkweise. Natürlich glaube ich an mich selbst. Ich gehe immer mit dem Ziel auf den Platz, mein Bestes zu geben und dem Team zu helfen." Über andere Aspekte und etwaige Sonderrollen denke er allerdings erst gar nicht nach.


Gegen Union Berlin hielt Frederik Rönnow Schalke einen Punkt fest

Auf die inzwischen 20 sieglosen Spiele möchte der 28-Jährige ebenfalls nicht mehr schauen. "Es hilft uns nicht, ständig auf diese Zahl zu verweisen und in die Vergangenheit zu schauen", so Rönnow. Viel mehr gehe es darum, "nach vorne zu blicken und möglichst schnell wieder erfolgreich zu sein". Im Duell mit dem BVB sei Königsblau zwar in der Außenseiter-Rolle - "aber wir müssen an uns glauben". Gegen Union Berlin am vergangenen Sonntag, da ist sich der Keeper sicher, habe die Mannschaft "einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht".


Rönnow mit Verständnis für Frust der S04-Ultras: "Versuchen alles, um das Ruder endlich herumzureißen"


Im Vorlauf zum 180. Revierderby war auch die Ansprache der Ultras nach dem letzten 1:1 ein großes Thema. Diese hatten das Team nach der Partie aufgefordert, nun absolut alles zu geben, für Schalke, und dann zumindest auf diesem Level zu bleiben - und gegen Dortmund noch "ein paar Prozentpunkte mehr" zu geben. Der Zusatz, bei wieder abfallenden Leistungen sehe man sich wieder, dann vielleicht "nicht so friedlich", sei intern nicht als Drohung, sondern als Motivation aufgenommen worden. Das erklärte schon Sascha Riether, Koordinator der Profi-Abteilung.


Auch Rönnow hat Verständnis: "Wir Spieler wissen, dass es momentan sehr frustrierend für die Fans ist - genauso wie für uns auch. Wir versuchen alles, um das Ruder endlich herumzureißen und im Derby ein gutes Ergebnis zu holen. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Wende schaffen werden." Bei dieser kurzen Aussprache vor dem Stadion sei die Botschaft wichtig gewesen, nicht so sehr der Wortlaut, betonte der Däne weiter.



"Wir haben die Botschaft verstanden, der genaue Wortlaut ist da meiner Ansicht nach nicht so wichtig." - Rönnow in der Bild bezüglich der Ultras-Ansagen



Gegen Leipzig wurde Rönnow ins kalte Wasser geworfen - überzeugte jedoch

Auch für ihn persönlich ist diese Saison eine Chance, sich in der Bundesliga zu etablieren. Bei Eintracht Frankfurt, wo nun S04-Ersatzmann Markus Schubert ohne Sorgen lernen will, hat er hinter Kevin Trapp festgesteckt. "Mit meinen Einsatzzeiten in Frankfurt habe ich gehadert", gesteht Rönnow offen, aber wenig verwunderlich: "Ich bin überzeugt davon, dass ich die Qualität für diese Liga habe. Ich konzentriere mich darauf, jeden Tag hart zu arbeiten." Ebenso, wie die SGE über keine Kaufoption bei Schubert verfügen soll, verhält es sich allen bisherigen Informationen her auch bei Schalke zu ihm - was einen anschließenden Verbleib aber noch nicht generell ausschließen muss.


Im Fokus steht für ihn aber aktuell, seine momentane Chance, sich zeigen zu können, auch zu nutzen. Dabei sieht er die zwangsweise Pause von Teamkollege und Konkurrent Fährmann aber keineswegs positiv: "Nein. Vor allem wünsche ich niemandem, dass er sich verletzt - ich habe das selbst erleben müssen." In solchen Situationen, das kann Rönnow aus eigener Erfahrung sagen, helfe es viel eher, "dass man in schwierigen Zeiten den Kopf oben halten muss". Ein Hinweis, der Schalke auch für die Partie gegen den BVB helfen dürfte.