Robert Lewandowski wurde von der Bundesliga zum Spieler der Saison gekürt. Eine weitere, aber hochverdiente Auszeichnung für den zuverlässigsten Torjäger des FC Bayern, der sich mehr als einmal als Lebensversicherung herausgestellt hat.


Seit vielen Jahren ist Robert Lewandowski in der Bundesliga eine absolute Konstante. Zehn Jahre ist sein Wechsel von Lech Posen zu Borussia Dortmund her, seitdem hat der heute 31-jährige Pole gewaltige Entwicklungsschritte genommen. Beim BVB wuchs er zum Torjäger heran, der für einen der ganz großen Vereine bestimmt war. Im Zweikampf zwischen Real Madrid und dem FC Bayern erhielten die Münchner im Jahr 2014 den Zuschlag, ohne einen Cent Ablöse zu zahlen. Später wehrten sie weitere - von Lewandowskis Seite initiierte - Abwerbeversuche gekonnt ab. Der Traum von einem Wechsel zu Real platzte wie einst bei Franck Ribéry, weil die Bayern ihre besten Spieler nicht ziehen lassen, und Lewandowski zusätzliche Wertschätzung und Verantwortung erhielt.

Jahr für Jahr ist Lewandowski stärker geworden, treffsicherer. Vor dem 34. Bundesliga-Spieltag - die Bayern gastieren beim VfL Wolfsburg - hat er exakt 320 Spiele in Deutschlands höchster Spielklasse absolviert, dabei 235 Tore geschossen. Zweimal hat er schon die 30-Tore-Marke knacken können, in diesem Jahr gelang es ein drittes Mal. Aktuell steht er bei 33 Toren, stellt damit einen neuen Rekord für die meisten Treffer eines ausländischen Spielers in einer Saison auf.


Die legendäre 40-Tore-Marke von Gerd Müller wackelte nach einem ungeheuren Saisonbeginn. An den ersten elf Spieltagen erzielte Lewandowski jeweils mindestens ein Tor - ebenfalls Rekord. Als die Bayern unter Ex-Trainer Niko Kovac bedenklich wackelten, war er die einzige Konstante, rettete beim Saison-Auftakt gegen Hertha BSC (2:2) den ernüchternden Punkt mit einem Doppelpack, den FC Schalke 04 (3:0) schoss er eine Woche später im Alleingang ab, auch in den engen Spielen gegen Leipzig (1:1), Paderborn (3:2), Augsburg (2:2) und Union Berlin (2:1) war er stets zur Stelle.

Lewandowski ist mittlerweile der erfolgreichste ausländische Torjäger der Bundesliga-Geschichte, liegt in der ewigen Torschützenliste hinter dem unerreichten Gerd Müller (365 Tore) und Klaus Fischer (268) auf Rang drei. Schon in der kommenden Saison könnte er an Fischer vorbeiziehen, dann wäre nur noch der "Bomber der Nation" eine Nummer zu groß.


Lewandowski ist ein Phänomen


Längst ist Lewandowski aber der Bomber seiner Generation. Er vereint einen eiskalten Abschluss mit einer herausragenden Technik und Athletik, gibt sich darüber hinaus nicht damit zufrieden, einfach nur auf den Ball zu warten. Er lässt sich fallen, mal in den Raum hinter ihm, mal auf die Außenbahn, bietet sich immer an, bindet sich in das Kombinationsspiel ein und vergönnt seinen Mitspielern - wenn auch nicht immer - den Torerfolg. Beim BVB und den Bayern sammelte er bis dato insgesamt 95 Assists.

Gegen Wolfsburg kann er seinen Rekord noch einmal ausbauen. Für 40 Tore wird es nicht mehr reichen, doch schon jetzt hat sich Lewandowski in die Geschichtsbücher eingetragen. Am Samstag geht die erfolgreichste Saison des Stürmers, zumindest in der Bundesliga, zu Ende, anschließend soll er auch im DFB-Pokal und in der Champions League Tore wie am Fließband liefern. Mit 31 Jahren ist er auf dem Zenit seines Schaffens, und es wird kein Weg an ihm vorbei führen, ehe er sich aus München verabschiedet. Bis 2023 hat ihn der Rekordmeister an sich gebunden - nicht ausgeschlossen, dass noch das ein oder andere Jahr hinzukommt.