Manchester Uniteds Vereinslegende Rio Ferdinand kritisiert die aktuelle Innenverteidigung und hält sie für nicht gut genug, wenn es um die großen Titel geht. Paul Scholes findet zwar nicht ganz so deutliche Worte, scheint aber ähnlich zu denken.


Auch der 5:0-Heimsieg in der Champions League gegen RB Leipzig konnte Rio Ferdinand, seines Zeichens Vereinslegende bei Manchester United, nicht davon abbringen, leichte Kritik an seinem Verein zu üben. Trotz des deutlichen Erfolgs am Mittwochabend und des am vergangenen Wochenende ebenfalls sauber gehaltenen Kastens gegen Chelsea, hatte es Ferdinand auf das Innenverteidiger-Duo Harry Maguire und Victor Lindelöf abgesehen.


Seit dem blamablen 1:6 gegen Tottenham, bei dem Maguire an der Seite von Eric Bailly spielte, bildeten die beiden in drei der vier Spiele das Abwehrzentrum (einmal gab es eine Dreierkette) und ließen nur ein Gegentor zu. Trotzdem sagte Ferdinand bei BT Sport (via DailyMail): "Ist es gut genug? Ich würde wahrscheinlich nein sagen, wenn du versuchst, die großen Wettbewerbe zu gewinnen."


Harry Maguire und Victor Lindelöf gerieten ins Kreuzfeuer von United-Legende Rio Ferdinand

"Ich sehe Momente in Spielen, in denen sie offen sind. Sie werden zeitweise physisch dominiert, vor allem in Sachen Geschwindigkeit, besonders, wenn ihre Absicherung nicht das ist, was du erwarten würdest", sagte Ferdinand weiter. "Wenn sie an der Mittellinie stehen und sie spielen Eins gegen Eins oder Zwei gegen Zwei, dann habe ich Todesangst in dieser Situation." Nur wenn die Umstände um sie herum passen würden, "sehen sie wie ein anständiges Pärchen aus".


Scholes: "Du solltest okay sein im Eins gegen Eins"


Neben Ferdinand äußerte sich noch eine weitere United-Legende zur Situation um die Abwehr der Red Devils: Paul Scholes. Der ehemalige Mittelfeldspieler findet, dass Lindelöf und Maguire besser aussähen, wenn sie Unterstützung von ihren Vorderleuten erhielten und stimmt Ferdinands Meinung mit den passenden Umständen offenbar zu. Sie hätten zuletzt "ein bisschen Absicherung" gehabt, als Fred und Scott McTominay vor ihnen spielten. "Nicht alle brauchen das."


Paul Scholes ist derzeit Interimstrainer bei Salford City

"Du bist nicht ohne Grund Verteidiger", sagte Scholes, "du solltest okay sein im Eins gegen Eins." Die zusätzliche Hilfe aus dem Mittelfeld könne zulasten des Angriffs gehen, was es zuletzt auch getan habe: "Fred und McTominay haben sie besser aussehen lassen und sie bevorzugen das."


Beide Vereinslegenden hätten also wahrscheinlich nichts dagegen, wenn es früher oder später tatsächlich etwas mit der Verpflichtung von Uniteds Wunschspieler Dayot Upamecano werden sollte - auch wenn der am Mittwoch im Old Trafford sicher nicht seinen besten Abend hatte.