17, 22 und 25 - das sind die Zahlen, mit denen man Jude Bellinghams bislang noch sehr kurze Karriere gut beschreiben kann. Mit 17 Jahren wechselte der Engländer in diesem Sommer von der Insel zum BVB. Bei seinem Ex-Klub, dem Birmingham City FC, wird seine Rückennummer "22" fortan nicht mehr vergeben. Und 25 Millionen Euro zahlen die Schwarz-Gelben für den Mittelfeldspieler. Niemals zuvor war ein minderjähriger Spieler teurer.


Und während sich die Skeptiker und Dauernörgler nur in ihrer Ansicht bestätigt fühlen, dass der Profifußball mit solchen Summen auf Sicht sein eigenes Grab schaufelt, bejubeln andere den Rekordzugang aus der Championship.


Allen voran natürlich Bellinghams neuer Trainer, Lucien Favre. "Es ist wichtig, dass wir Mittelfeldspieler haben, die das Spiel beschleunigen können, die ins Dribbling gehen und den letzten Pass spielen. Jude spürt, wann er seine Position verlassen und nach vorne gehen muss. Das ist wichtig", äußerte sich der Schweizer gegenüber der Sport Bild für seine Verhältnisse recht euphorisch über seinen neuen Schützling.


Tatsächlich sieht es aktuell so aus, als ob sich Bellingham, der auch beim BVB die "22" tragen wird, nicht nur in rekordverdächtiger Zeit bei der Borussia einfinden - sondern bei Schwarz-Gelb auch sofort eine führende Rolle übernehmen wird. Neben Axel Witsel, der mehr fürs Grobe und Strategische verantwortlich ist, spielt Bellingham während der ersten Wochen bei seinem neuen Klub auf, als hätte er nie woanders gespielt. Spieler wie Mo Dahoud, Thomas Delaney oder Emre Can liegen zur Zeit hinter dem Youngster. Selbst ein Julian Brandt wird noch mal eine Schippe drauflegen müssen, um sich einen Platz in der ersten Elf zu sichern. Klar, die eigentlichen Aufgaben warten erst noch. Die Vorbereitungsphase ist noch im Gange. Aber dass Bellingham einer der großen Gewinner dieser Prä-Saison ist, ist genauso unstrittig.


Geht Bellingham den gleichen Weg wie Sancho?


Und dass wahre Größe auch meist mit einem gut möblierten Kopf und einem klaren Verstand einhergeht, beweist Bellingham auch neben dem Platz. Demütig und bescheiden spricht er nicht von irgendwelchen Zielen, Weltfußballer und was nicht noch alles werden zu wollen, sondern Schritt für Schritt seinen Weg zu gehen. Der dem seines Landsmannes Jadon Sancho, mit dem er nun dieselbe Kabine teilt, immer ähnlicher sieht.


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Auch Sancho kam seinerzeit im zarten Alter von 17 Jahren zur Borussia - und steht mittlerweile auf der Agenda sämtlicher Großklubs dieser Welt. Es müsste schon viel passieren, damit Bellingham nicht den gleichen Weg einschlägt. Und ähnlich wie sein englischer Kollege fühlt sich auch Bellingham offenbar pudelwohl in seiner neuen Umgebung: "Es ist ein gesunder Konkurrenzkampf, das mag ich. Dass ich dabei von diesen Spielern lernen kann, wird mir helfen, selbst ein besserer Spieler zu werden. Ich weiß, was ich kann, und versuche, meinen Weg ins Team zu finden."


Jetzt gilt es nur noch, auf diesem Weg zu bleiben und sich nicht in Seitenstraßen oder gar Sackgassen zu verlieren. Sollte das gelingen, werden sie vielleicht auch eines Tages in Dortmund das Trikot mit der "22" nicht mehr vergeben.