Am Sonntagnachmittag empfing der 1. FSV Mainz 05 die Mannschaft von RB Leipzig, die das Hinspiel der beiden mit 8:0 gewann. Während die Mainzer einen Schritt aus der Abstiegsszone machen wollten, konnten die Leipziger bei einem Sieg wieder unter die Top vier der Bundesliga rücken. Es sollte besonders für Timo Werner ein spaßiger Nachmittag werden.


Wie an diesem und am nächsten Spieltag üblich, begann das Spiel mit einer Schweigeminute. Danach legte Leipzig sofort los wie die Feuerwehr. RB stand extrem hoch und drängte die Mainzer an deren eigenen Strafraum zurück. Die Mainzer verlegten sich auf ein schnelles Umschaltspiel, mehr als vielversprechende Ansätze brachten beide Teams erstmal jedoch nicht auf den Rasen.


Leipzig erinnerte in der ersten Hälfte an das 8:0 aus dem Hinspiel


Doch nach genau zehn Minuten lief Konrad Laimer auf rechts durch und gab den Ball flach in die Mitte. Timo Werner schloss überlegt ins lange Eck ab und sorgte somit für die frühe Führung für RB.


In der Folge konnte man die Anspannung der Beteiligten lautstark vernehmen. Viele kleinere Fouls unterbrachen die Partie und die beiden Trainer lieferten sich einige Wortgefechte. Leipzig überließ den Mainzer nun mehr Raum und verlegte sich mit der Führung im Rücken aufs Kontern, installierte aber auch immer wieder eigene längere Ballbesitzphasen in sein Spiel.


Daraus entstand dann in der 23. Minute auch das 0:2 - Sabitzer hatte rechts im Strafraum viel zu viel Platz und flankte punktgenau auf den Kopf des ebenso freien Poulsen. Der Däne hatte keine Mühe, den Ball zu versenken. Sieben Minuten früher als im Hinspiel fing sich Mainz den zweiten Gegentreffer und die Fans fühlten sich bereits an das 0:8 erinnert.


Und Leipzig blieb am Drücker - kurz nach Poulsens Treffer vereitelte der Mainzer Keeper Müller eine weitere Kopfballchance von Werner gerade noch so. Leipzig machte jetzt wieder ernst und kam im Minutentakt in den gegnerischen Strafraum, während Mainz kaum noch die Kugel berührte.


In der 30. Minute gab es einen Freistoß an der Mainzer Strafraumgrenze und Halstenberg zirkelte den Ball knapp drüber. Zwei Minuten später gab Werner den Ball von rechts nach innen auf den einlaufenden Poulsen, doch der Stümer verzog den Ball komplett - das hätte das 0:3 sein müssen.


In der 36. Minute holte Leipzig das Versäumnis nach und erzielte den überfälligen dritten Treffer. Nachdem Werner aus kurzer Distanz noch an Müller gescheitert war, legte Poulsen den Abpraller auf Sabitzer im Rückraum ab, der sich die Chance nicht entgehen ließ.


Kurz darauf hatte Mainz die Chance zum Anschlusstreffer, doch Quaison verpasste eine Hereingabe von rechts am zweiten Pfosten knapp. In der 42. Minute kam Nordi Mukiele für den angeschlagenen Laimer positionsgetreu in die Partie, doch am Spielverlauf änderte dies wenig. Kurz vor der Pause hatte Nkunku noch die große Chance zum nächsten Leipziger Torerfolg, jedoch schob er den Ball knapp am rechten Pfosten vorbei.


Mit dem 0:3 ging es dann in die Pause. Die einzige gute Nachricht für Mainz: Zu diesem Zeitpunkt hatten sie im Hinspiel bereits zwei Treffer mehr kassiert.


RB knüpft nahtlos an die erste Hälfte an


Zur zweiten Hälfte nahm der Mainzer Trainer Beierlorzer den Defensivakteur Bruma heraus und brachte dafür Stürmer Mateta. Doch in der 48. Minute stellte Leipzig bereits auf 0:4 - Kampl hatte nach tollem Doppelpass mit Poulsen im Strafraum alle Zeit der Welt und fand den völlig freistehenden Werner in der Mitte. Der deutsche Nationalspieler erzielte seinen zweiten Treffer der Partie und die Mainzer Fans nahmen es mittlerweile mit Galgenhumor:


In der 54. Minute sorgte Robin Quaison aus über 25 Metern für den ersten! Mainzer Torschuss der Begegnung - Gulacsi hatte jedoch keine Mühe mit dem zu unplatzierten Ball. Auf der Gegenseite vergab Nkunku das mögliche 0:5, doch RB hatte noch nicht genug an diesem Tag.


In der 59. Minute kam Willi Orban zu seinem ersten Einsatz seit knapp sieben Monaten - der wiedergenesene Innenverteidiger von RB ersetzte Upamecano. Kurz danach erzielte Kampl den nächsten Treffer für die Sachsen, doch bekam dieser aufgrund einer Abseitstellung die Anerkennung zurecht verweigert.


In der 64, Minute sorgten zwei eingewechselte Spieler fast für den Mainzer Ehrentreffer, doch Barreiro verzog seinen Kopfball, nachdem ihm Awoniyi den Ball servierte. Besonders der junge Nigerianer sorgte auch in der Folge zumindest für ein bisschen Belebung im Mainzer Angriff.


Nach 68 Minuten erreichte der eher blasse Dani Olmo mit seinem Zuspiel Timo Werner, doch der Schuss des Stürmes strich knapp am Gehäuse vorbei. Sekunden später flankte Nkunku auf Werner, doch erneut traf der Leipziger nicht.


Eine Viertelstunde vor Schluss machte Werner dann doch seinen dritten Treffer - nachdem Poulsen ihn klasse geschickt hatte, durfte er frei vor Müller einschieben und seine Ausbeute aus dem Hinspiel damit egalisieren.


Danach ergab sich Mainz in sein Schicksal und Leipzig spielte die Partie souverän runter und nahm die drei Punkte hochverdient mit nach Hause. RB empfängt am kommenden Mittwoch um 18:30 Uhr die Berliner Hertha, Mainz ist zwei Stunden später bei Union Berlin zu Gast.