Der Poker nimmt ein Ende: RB Leipzig zeigt sich kompromissbereit und steht kurz vor einem Leihgeschäft mit Borussia Mönchengladbach. Der unzufriedene Hannes Wolf könnte unter Ex-Coach Marco Rose zu alter Stärke zurückfinden.


Hannes Wolf zu Borussia Mönchengladbach. Dieses Gerücht kursiert seit mehreren Wochen umher. LVZ und Express berichten seit Mitte Juni vom Interesse der Fohlen. Bisheriger Knackpunkt war laut kicker - wie so häufig - das Geld.


Der Österreicher wechselte im vergangenen Sommer 'traditionell' vom Schwesterklub RB Salzburg zu den Sachsen. Die damals investierten zwölf Millionen Euro hätte Manager Markus Krösche im Falle eines Abgangs gerne wieder in den Kassen. Doch Max Eberl kann und will - auch aufgrund der Corona-Krise - diese fixe Ablösesumme nicht bezahlen.


RB Leipzig endlich kompromissbereit - Leihe bahnt sich an


Nun scheint man in Leipzig kompromissbereit: Ein fixer Transfer wäre für Leipzig gemäß kicker zwar die Wunschlösung, mittlerweile gebe man sich allerdings mit einer Leihe plus Kaufoption oder eventueller Kaufverpflichtung bei Erfüllung bestimmter Kriterien zufrieden.


Eine mögliche Option für RB wäre, das Erreichen der Kriterien möglichst schwierig zu gestalten. Nach einer starken Saison in Gladbach hätte man somit die Möglichkeit, einen gestärkten Wolf zurück in die eigenen Reihen zu verfrachten. Für die Borussia hingegen gilt es, die Stärkung der Konkurrenz zu verhindern. Eine einfache Leihe plus Kaufoption wäre für den VfL die beste Wahl.



Wolfs Karriere in Zahlen


  • 89 Spiele (23 Tore, 21 Assists) für RB Salzburg
  • 35 Spiele (7 Tore, 8 Assists) für FC Liefering
  • 5 Spiele (0 Tore, 0 Assists) für RB Leipzig
  • 10 Spiele für Österreichs U21
  • 2 Mal im Kader der A-Nationalmannschaft
  • 3 Mal Österreichischer Meister mit RB



Das Leihgeschäft ist zwar bis dato nicht bestätigt, scheint allerdings für beide Seiten ziemlich realistisch. In Gladbach könnte Wolf die Zehnerposition des Brasilianers Raffael, der den Klub nach sieben Jahren verlässt, übernehmen. Aufgrund seiner Flexibilität kann er aber auch den Abschied von Fabian Johnson auf dem linken, sowie den potenziellen Abgang von Ibrahima Traoré auf dem rechten Flügel kompensieren.


In Leipzig konnte der 21-jährige Offensiv-Allrounder nie wirklich Fuß fassen. Ein Knöchelbruch setzte den Nationalspieler völlig außer Gefecht. Anschließend fand Trainer Julian Nagelsmann keine Verwendung für seinen Schützling, stellte ihn gar öffentlich an den Pranger und forderte, er solle sich im Training mehr reinhängen. Wolf kommt auf gerade einmal fünf enttäuschende Kurzeinsätze bei den Roten Bullen.


Wolf und Rose feierten zwei Meisterschaften mit Salzburg gemeinsam

Eigentlich ein schlechtes Omen. Aber: Wolf und Gladbach-Coach Marco Rose kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei RB Salzburg - der Blütezeit des Youngsters. Er kennt die Philosophie seines einstigen Cheftrainers. Einer schnellen Integration steht ähnlich wie bei Stefan Lainer nichts im Wege. Die Hoffnung ist groß und das Potenzial gegeben, dass Wolf in Gladbach zu alter Stärke zurückfindet.