Ramy Bensebaini hat bei Borussia Mönchengladbach seit 2019 eine starke Entwicklung genommen. In dieser Saison gehört er zu den Top-Spielern der Fohlen - vielleicht ist er sogar der beste.


Am 7. Dezember 2019 gegen 17:20 Uhr lag im Mönchengladbacher Borussia-Park eine ungeheure Anspannung in der Luft. Gerade war Marcus Thuram von Bayerns Javi Martinez im Strafraum von den Beinen geholt worden und die Fohlen hatten jetzt, in der Nachspielzeit, per Elfmeter die Chance auf den Sieg. Sekunden später entlud sich diese Anspannung in ausgelassene Freude: Der Ball zappelte im Netz, die Bayern waren geschlagen, Gladbach stand weiter an der Spitze.


Es war auch der Moment, in dem sich Ramy Bensebaini mit seinem großartig geschossenen Strafstoß in Deutschland einen Namen machte und sich endgültig in die Herzen der Gladbacher Fans schoss. Der im Sommer aus Rennes gekommene Algerier fand aber ohnehin schon früh Anerkennung, weil er mal ein etwas anderer Spielertyp war, der auch mal am Rande der Legalität agierte, Gegner provozierte, unangenehm war. Solche Spieler finden sich in Gladbachs Kader kaum bis gar nicht, aber es braucht sie.


Bensebaini ist ein herausragender Fußballer


Neben seinen stramm geschossenen Elfmetern und seiner Mentalität ist Bensebaini auch noch ein herausragender Fußballer: Nicht viele Verteidiger klären im eigenen Strafraum auch mal per Fallrückzieher. Der Algerier zeigte sich in seiner ersten Saison hinten sicher und offensiv gefährlich. Fünf Tore und vier Assists gelangen ihm in nur 19 Einsätzen in der Bundesliga.


In dieser Saison hat Bensebaini, wie nahezu alle Gladbacher, aber nochmal merklich einen Schritt nach vorne gemacht. Zum einen hat die Arbeitsteilung aus der vergangenen Spielzeit mit Oscar Wendt deutlich deutlich abgenommen, der 25-Jährige spielt jetzt immer, wenn er fit ist. Zum anderen bewegt er sich in diesem Jahr einfach konstant auf einem unglaublich hohen Niveau.


Bensebaini hat bereits auf seiner angestammten Position hinten links gespielt, bekam aber auch Einsatzzeit in der Dreierkette oder zuletzt gegen Leipzig als Innenverteidiger. Als solcher leitete er mit einem beherzten Vorstoß einem starken Pass auf Alassane Plea den Siegtreffer ein. Er steht zurecht in der Elf des Tages. Auch Trainer Marco Rose war voll des Lobes (via Rheinische Post): "Das war absolut top. Ramy hat abgeräumt und seine Qualitäten als Verteidiger eingebracht. Und seine fußballerischen Qualitäten kennen wir natürlich auch."


Bei Schachtar Donezk am Dienstagabend werden Bensebainis Qualitäten wieder einmal gefragt sein, entweder hinten links oder vielleicht sogar wieder in der Innenverteidigung. Man findet sicher gute Argumente, den algerischen Nationalspieler als den bisher konstantesten und vielleicht sogar besten Gladbacher Spieler in dieser Saison zu bezeichnen - Tendenz steigend. Den Fohlen ist mit Bensebaini vor knapp anderthalb Jahren wieder einmal ein Coup gelungen.