Pep Guardiola war beim FC Bayern bekannt für seine Besessenheit auf dem Trainingsplatz und eine ungeheure Flexiblität - aber auch für teils überschwängliche Lobeshymnen auf seine Spieler. Bei David Alaba und Joshua Kimmich sollte der Katalane allerdings recht behalten, wie sich in dieser Saison zeigt.


David Alaba hat sich weiterentwickelt. Über viele Jahre glänzte der Österreicher als Linksverteidiger, seit November vergangenen Jahres ist er plötzlich nicht mehr aus der Innenverteidigung wegzudenken. Wurde Niko Kovac für seine Entscheidung, Alaba bei der 1:5-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt im Abwehrzentrum aufzustellen, noch kritisiert, erntet sein Nachfolger Hansi Flick großes Lob.


Abwehrchef Alaba ist nicht mehr aus der Innenverteidigung wegzudenken

Alaba ist zum neuen Abwehrchef aufgestiegen. Auch deshalb braucht es keinen neuen Innenverteidiger, der den Kader sofort verstärkt. Stattdessen wurde das 18-jährige Mega-Talent Tanguy Kouassi von Paris St. Germain verpflichtet.

Allerdings ist Pep Guardiola wohl kaum überrascht von der Entwicklung, die sein einstiger Schützling genommen hat. Schon im September 2015 sagte er dem kicker, Alaba könne "ohne Zweifel einer der besten Innenverteidiger der Welt werden." Aufgrund der Personalnot musste er in der Saison 2015/16 - Guardiolas letztem Jahr an der Säbener Straße - 28 Mal in der Innenverteidigung aushelfen, schon damals lieferte er mehr als überzeugende Leistungen.


Guardiola: Kimmich eine "Wahnsinnsinvestition in die Zukunft"


Solange Flick auf der Trainerbank sitzt, wird es den Linksverteidiger Alaba nicht mehr geben - so, wie es den Rechtsverteidiger Kimmich nicht mehr geben wird. Der deutsche Nationalspieler hat sich im defensiven Mittelfeld festgespielt, ist dort der 'Aggressive Leader', der Emotionalität auf den Platz bringt, seine Mitspieler anpeitscht und mit beherzten Leistungen vorangeht. Im (Gegen-)Pressing ist Kimmich unermüdlich, zudem intiiert er zahlreiche Angriffe mit seinen überlegten Zuspielen.

Nach seiner Verpflichtung vom VfB Stuttgart war Kimmich eine Art Ziehsohn für Guardiola. 36 Mal ließ er den damals 20-Jährigen auf nahezu jeder Position auflaufen. Der Katalane erkannte früh, dass Kimmich ein Alleskönner ist.


"Jogi Löw hat eine neue Option. Ich bin mir sicher: Er wird früher oder später Nationalspieler", prophezeite er laut der Süddeutschen Zeitung im Oktober 2015. Der gebürtige Rottweiler sei eine "Wahnsinnsinvestition in die Zukunft", bringe "absolut alles" mit, "was ein Fußballer braucht. Er ist sehr intelligent, sehr aggressiv gegen den Ball, gut im Umschalten, kopfballstark, hat gute Augen, sieht sehr gut, wo freier Raum ist. Er ist ein wahnsinniger Spieler."


Eine unvergessene Szene: Weil Kimmich im Top-Spiel gegen den BVB eine Anweisung überhört hatte, verpasste Guardiola ihm einen Rüffel

Um Zufälle handelt es sich also nicht. Vielmehr brauchte es einen Trainer, der das Potenzial seiner Spieler erkennt. Diese Fähigkeit hat Flick in seiner Amtszeit bereits zu Genüge bewiesen. Der Ursprung dessen liegt allerdings in Guardiolas Amtszeit.