Knapp eine Woche nach dem großen Stadtrivalen hat auch der FC St.Pauli seinen neuen Übungsleiter gefunden. Wobei neu eigentlich nur dessen auf ihn wartendes Aufgabenfeld ist. Denn ansonsten gehört Timo Schultz schon längst zum Inventar beim Kiezklub.


Immerhin wirkt Schultz bereits seit fünfzehn Jahren bei den Braunen. Zunächst als Spieler, später als Trainer im Nachwuchsbereich. Nun also die große Chance als Cheftrainer. Damit laufen beide Hamburger Klubs momentan ziemlich parallel, was die Personalplanungen, beginnend mit einem neuen Übungsleiter an der Seitenlinie, betrifft. Denn sowohl Daniel Thioune beim HSV als auch Timo Schultz beim FCSP gelten als Entwickler.


Letztes Jahr war Erfahrung das Kriterium...


Nachdem beide Vereine im vergangenen Jahr eher auf Erfahrung und - sagen wir es ruhig - Garantie für den Aufstieg (zumindest beim HSV) gesetzt haben. Beide jetzt binnen einer Woche vorgestellten Trainer waren auch schon vor Jahresfrist im Gespräch. Doch in beiden Klubs setzten sich damals die Stimmen derer durch, die für mehr Expertise auf dem Posten des Cheftrainers plädierten. Mit bekanntem Ausgang.


...jetzt ist es die Entwicklung


Nun haben beide Klubs, zuerst der HSV, dann der FC St.Pauli, fast gleichzeitig die Rolle rückwärts vollzogen. Entwicklung statt Erfahrung ist jetzt der neue Schlüssel, der zu einem weiteren E-Wort (nämlich Erfolg) führen soll. Angesichts der nicht immer ganz leichten Medienlandschaft in der Millionenmetropole an der Elbe darf man jetzt schon gespannt sein, wer diesem neuen Projekt auch die entsprechend notwendige Zeit einräumt. Nicht dass im Herbst oder Winter beide Klubs wieder fast synchron handeln - und ihre Hoffnungsträger schon wieder zu Grabe tragen.