Neun Millionen Euro überwies der VfB Stuttgart im Sommer 2018 an Manchester City, um sich die Dienste des spanischen Rechtsverteidigers Pablo Maffeo zu sichern. Doch statt einer für beide Seiten produktiven Zusammenarbeit wurde es zu einem Verhältnis, das von den meisten Beobachtern mittlerweile nur noch als teures Missverständnis apostrophiert wird. Nun könnte sich in den kommenden Tagen eine Lösung für das Problem auftun.


Denn der frisch gebackene spanische Erstliga-Aufsteiger SD Huesca soll, einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge, Interesse an einer Verpflichtung des 23-jährigen Katalanen haben. Das Boulevardblatt beruft sich dabei auf einen spanischen Zeitungsbericht. Es wäre eine Wendung nach der Wendung.


Ein Rückblick: in der Saison 2018/19 spielt der FC Girona lange Zeit eine recht passable Saison in der Primera División in Spanien. Noch bis zum 19. Spieltag (der Hälfte der Spielzeit) halten sich die Katalanen im sicheren Mittelfeld, mit Tuchfühlung zu den europäischen Plätzen. Doch eine beispiellose Niederlagenserie im letzten Viertel der Saison sorgt am Ende für den bitteren Abstieg in die Segunda A.


Dennoch zögert Pablo Maffeo im Sommer 2019 fast keine Sekunde, als er von der Möglichkeit einer Leihe in seine katalonische Heimat erfährt. Schwaben und Katalanen handeln eine einjährige Leihe aus, zuzüglich einer Kaufpflicht in Höhe von 5 Millionen für den Fall des Wiederaufstiegs.


Und diesem Aufstieg ist der FC Girona am 23. August schon recht nah. Im Aufstiegs-Playoff-Hinspiel beim FC Elche haben sie drei Tage zuvor ein wertvolles torloses Unentschieden erreicht und wollen nun vor dem nicht anwesenden eigenen Publikum (Corona!) den letzten Schritt ins Oberhaus perfekt machen.


Gironas (und Maffeos) Traum vom Aufstieg zerplatzt in der 95. Minute


Doch das Spiel ist maximal ausgeglichen. Und ab der 61. Minute müssen die Katalanen überdies mit einem Mann weniger auskommen. Vereinslegende Stuani fliegt vom Platz. Als sich alle bereits mit einer Verlängerung angefreundet haben, kommt der kaum für möglich gehaltene Schlussakkord. Eine Flanke von Elches Fidel, ein Kopfball seines Sturmkollegen Pere Milla - und auf einmal führt der Gast aus der Levante.


Jubel bei den einen (Elche), grenzenlose Enttäuschung bei den anderen (Girona)!

Nicht nur in Girona sinken die Fans wie vom Blitz getroffen zu Boden. Auch im fernen Stuttgart dürfte dem einen oder anderen VfB-Verantwortlichen ein leiser Fluch durch die Zähne gezischt sein. In der 95. Minute des Rückspiels dieses Aufstiegsdramas entschied sich nicht nur die unmittelbare Zukunft des FC Girona - sondern auch die ihres Leihspielers Pablo Maffeo. Nix mit Aufstieg - und somit auch nix mit Kaufobligation. Der VfB drohte auf dem Spieler sitzenzubleiben.


Deal mit Huesca: Leihe mit anschließender Kaufoption


Doch jetzt scheint sich eine andere spanische Tür aufzutun. Die Sociedad Deportiva Huesca soll, nach Angaben der Regionalzeitung Diario del Alto Aragón bereits in fortgeschrittenen und ernsten Verhandlungen mit der Spieler-Seite stehen. Demnach stehe eine Leihe mit anschließend greifender Kaufoption im Raum. Über die genauen Zahlen des Deals gab es keine Angaben.


So könnte sich, gut zwei Wochen nach dem Aufstiegsdrama ohne Happy End, für Maffeo am Ende doch noch die Option einer Rückkehr in die spanische Heimat auftun. Und zu seinen Ursprüngen in Katalonien wäre es von der Provinz Huesca ebenfalls nur noch ein Katzensprung.