Der FC Bayern hat das Rennen um Sergino Dest offenbar verloren. Stattdessen soll es den Rechtsverteidiger zum FC Barcelona ziehen. Aus Münchner Sicht stellt sich die Frage: Was jetzt?


Es braucht Verstärkungen. Und zwar dringend. Doch der FC Bayern hat in diesen Tagen scheinbar das Nachsehen auf dem Transfermarkt. Statt nach München zu wechseln, steht Sergino Dest offenbar vor einem Engagement beim FC Barcelona. Dort ist nach dem Abgang von Nelson Semedo immerhin ein Startplatz in Aussicht, in München hätte sich der 19-jährige US-Amerikaner hingegen hinter Benjamin Pavard anstellen müssen.


Worin die Gründe dafür liegen, dass Dest seine Zelte aller Voraussicht nach doch nicht beim Triple-Sieger aufschlagen wird, sind unklar. Einerseits heißt es, der Rekordmeister habe nicht die geforderte Ablösesumme über 20 Millionen Euro inklusive zusätzlichen Bonuszahlungen von 5 Millionen zahlen wollen und erst nachgebessert, als Barça Interesse angemeldet habe. Andererseits besitzen Niederländer eine große Tradition bei den Katalanen - und Dest, in Almere geboren und ein Eigengewächs von Ajax, würde in die Fußstapfen großer Namen treten, hätte mit Ronald Koeman einen niederländischen Trainer und würde wieder einmal mit Frenkie de Jong zusammenspielen.


Einfacher wird es für den FC Bayern nicht


Aus Sicht des FC Bayern verläuft auch die nächste Transferperiode schleppend. Das war bereits im vergangenen Sommer der Fall. Wochenlang wurde um die Ablösesumme für Leroy Sané gefeilscht, dann gelang endlich der Durchbruch - plötzlich riss sich der Flügelspieler das Kreuzband, und zur Not wurden Ivan Perisic und Philippe Coutinho ausgeliehen. Jetzt ist Sané da, genau wie Alexander Nübel und Tanguy Nianzou; dieses Duo wird den Münchnern aber nicht auf Anhieb weiterhelfen.


Fordert Neuzugänge, erhält aber keine: Hansi Flick

Im Optimalfall erhält Hansi Flick einen Rechtsverteidiger, einen zentralen Mittelfeldspieler und einen vierten Akteur für die Außenbahnen. Doch das Transferfenster ist nur noch acht Tage geöffnet und mittlerweile weiß jeder, dass der FC Bayern wieder einmal händeringend nach Neuzugängen fahndet. Je größer die Not, desto mehr Geld wird verlangt - doch wegen Corona-Zeiten soll so wenig wie möglich investiert werden. Aus diesem Dilemma gibt es fast keinen Ausweg.


Es mangelt an der Breite


Sollte Dest tatsächlich in Barcelona landen, kommen Fragen auf: Welche Faktoren waren wirklich ausschlaggebend dafür? Welche Alternativen hat die Sportliche Leitung in der Hinterhand? Sollen jetzt wieder Leihgeschäfte das Schiff auf Kurs halten, bis spätestens in einem Jahr wieder neue Lösungen gefunden werden müssen?

Es kann nicht im Sinne des FC Bayern sein, dass die Kaderplanung noch immer nicht abgeschlossen ist. In Anbetracht der bisherigen und bis zum fünften Oktober noch möglichen Abgänge ist der Kader für die anstrengende Saison nicht gerüstet. In der Spitze mag Hansi Flick eine herausragende Mannschaft zur Verfügung stehen, die Breite ist jedoch mangelhaft. Nur mit Nachwuchsspielern in der zweiten Reihe kann man nicht um alle Titel kämpfen.