Mohammed bin Salman, Kronprinz, Verteidigungsminister und stellvertretender Premierminister des Königreichs Saudi-Arabiens, milliardenschwer und womöglich bald Besitzer des Premier-League-Vereins Newcastle United. Kaum eine Person wird so kontrovers diskutiert wie der Öl-Milliardär, der schon vor seinem Engagement in England düstere Schatten vorauswirft.
Aber wer ist Mohammed bin Salman? Es folgen 5 Fakten über den Thronfolger Saudi-Arabiens.


Newcastle United sehnt erfolgreiche Zeiten herbei. Der Club, der letztmals 1927 englischer Meister wurde, hinkt seit Jahren den eigenen Erwartungen hinterher. Internationalen Fußball gab es im St. James' Park schon lange nicht mehr und zeitweise musste die Mannschaft aus dem Nordosten Englands sogar die Zweitklassigkeit antreten.


Newcastle United speilt weit hinter seinen Erwartungen


Diese Zeiten sollen bald vorbei sein. Newcastle steht kurz vor einer Übernahme des Saudi-Arabischen Kronprinzen, Mohammed bin Salman, der über ein geschätztes Vermögen von 300 Milliarden Dollar verfügt. Der Reichtum der gesamten Königsfamilie gehe sogar in die Billionen.

Ein Verkauf würde Newcastle United auf einen Schlag 300 Millionen Pfund einbringen. Geld, das in Stars investiert werden soll. Newcastle soll in neuem Glanz erstrahlen, aber zu welchem Preis? Dem baldigen Eigentümer der Magpies werden auch Handlungen nachgesagt, die, um es vorsichtig auszudrücken, skrupellos und kriminell erscheinen. Von Auftragsmord, Ausbeutung und "Klau" von Fernsehrechten wurde in der Vergangenheit bereits berichtet.


Mohammed bin Salman - Fluch oder Segen für Newcastle United und den internationalen Fußball?
Er ist eine Persönlichkeit, die polarisiert und vielleicht sogar verängstigt.
5 Fakten über den Mann, der zur Zeit in aller Munde ist.


1. Thronfolger Saudi-Arabiens


Mohammed bin Salman wurde von seinem Vater, König Salman, am 20. Juni 2017 zum Thronfolger ernannt. Zu seinen Persönlichkeitszügen sollen Raffgierigkeit und Arroganz zählen. Außerdem beschreibt ihn Die Zeit als korrupte Person. Mit seinem Vermögen weiß der 34-Jährige umzugehen. Teure Schlösser, Yachten und Gemälde nennt der Kronprinz sein Eigen. Auf Preise muss dabei nicht geachtet werden. Alleine für ein Schloss, eine Yacht und ein da-Vinci-Gemälde legte bin Salman über eine Milliarde Dollar auf den Tisch. Geld spielt in seiner Welt eine übergeordnete Rolle - auch auf dem Transfermarkt?


Gerüchten zufolge verfügt bin Salman über ein Vermögen von 300 Milliarden Dollar


2. Viele politische Funktionen


Zur Macht bin Salmans gehört neben Geld auch die Politik. In Saudi-Arabien hat der Kronprinz viele politische Ämter inne, was ihm internationalen Einfluss einbringt. Er kann in die Angelegenheiten seines Staates eingreifen und zusätzlich internationale Geschäfte lenken. Seit dem 21. Juni 2017 ist bin Salman stellvertretender Ministerpräsident, seit dem 29. April 2015 Präsident für Wirtschaft und Entwicklung und seit dem 23. Januar 2015 Verteidigungsminister seiner Heimat.
Zusätzlich ist der künftige Newcastle-Eigner Vorsitzender der MiSK, einer Stiftung, die junge Menschen in verschiedensten Bereichen fördert.


Mohammed bin Salman verfügt über politischen Einfluss auf der ganzen Welt


3. Seine Vision


Saudi-Arabien gewann seinen Reichtum durch Öl. Das Land war lange von dieser Ressource abhängig. Variierende Preise führten dazu, dass bin Salman einen Haushaltsreform installierte, die den Wertverfall des Öls auffangen sollte.


Im Zuge der globalen Klimaverordnung und dem steigende Einfluss von erneuerbaren Energien trieb bin Salman seine Vision 2030 voran. Dieser Staatsfond soll die Versorgung von erneuerbaren Energien sichern, um Saudi-Arabien unabhängig von Öl zu machen.

Ein weiterer Punkt dieses Plans ist die Privatisierung von Gesundheit, Bildung und Militär.
In Saudi-Arabien stehen 16 Kernkraftwerke. Aufgrund der Spannungen mit Israel und der Angst vor Atomwaffen relativiert bin Salman die Nutzung dieser Anlagen. Israel wird von Saudi-Arabien diplomatisch nicht anerkannt.


Im Jahr 2018 erkannte bin Salman Israel erstmals das Existenzrecht an


4. Autoritäten und das Verschwinden politischer Gegner und Widersacher


Die Karte der Autorität wird von bin Salman regelmäßig ausgespielt. Politischen Gegnern lässt der Kronprinz selten eine Chance. Im November 2017 wurde eine von bin Salman angeordnete "Antikorruptions"-Säuberung angekurbelt, der viele Minister und Militärprinzen unterlagen von ihren Ämtern enthoben wurden und Reichtum abgeben mussten.


Zusätzlich wird bin Salman mit der Beseitigung journalistischer Widersacher in Verbindung gebracht.
Den saudischen Journalisten Jamal Kashoggi habe bin Salman verschwinden lassen. Am 2. Oktober 2018 sei Kashnoggi verschwunden, nach fehlgeschlagener Verhaftung in Saudi-Arabien. Ein Spezialkommando habe den Journalisten ausgeschaltet, der durch seine Berichte Druck auf bin Salman ausübte. Auch andere Personen, die öffentlich Kritik äußerten, wurden unter Repressionen stillgelegt.


In Saudi-Arabien werden Menschenrechte anders interpretiert, als anderswo. Besonders Frauen haben dort einen relativ schweren Stand. Zwar werden den Frauen immer mehr Berechtigungen, wie das Fahren von Autos zugesagt, von vollumfänglichen Rechten kann allerdings nicht die Rede sein.
Die Politok bin Salmans ist auch eine Politik der Unterdrückung. Menschenrechtsaktivisten werden unter dem Kommando von bin Salman unterdrückt und inhaftiert.


Unterdrückung, Repressionen und Machtspiele - passt das zum weltoffenen Fußballsport?


5. Das Projekt Newcastle United


Berichten zufolge sei ein Betrag von 345 Millionen Euro nötig, um die Zügel das Tabellen-13. der Premier League zu übernehmen. Unter dem Deckmantel eines Public Investment Fonds (PIF) sei bin Salman bereit, diese Summe zur Übernahme von Newcastle Untied zu bezahlen. Dabei spiele nicht nur die Zukunft Newcastles eine Rolle, sondern auch die Image-Verbesserung des Landes Saudi-Arabien, durch massive Investitionen in den Sport.


Vor allem das Spielermaterial soll aufgefrischt werden, um in der Premier League konkurrenzfähig zu werden. Die Mannschaft von Trainer Steve Bruce belegte vor der Corona-Unterbrechung lediglich den 13. Tabellenplatz. Vor allem die schwache Offensive glänzte kaum mit Toren. Das Team um die Gebrüder Longstaff bietet in nahezu allen Bereichen Potenzial für Verbesserungen. Im Sturm werden speziell die Namen Cavani und Mertens gehandelt, deren Verträge diesen Sommer auslaufen und deshalb ablösefrei zu bekommen wären. Für das Mittelfeld häufen sich die Gerüchte um Arturo Vidal und Anderson Talisca, die beide wohl zu bezahlen wären.

Mit dem frischen Geld wäre aber auch Transfers möglich, die den üblichen Rahmen sprengen würden. Auch die Namen Mbappe, Bale, Messi und Neymar waren im Nordosten Englands bereits zu vernehmen.


Cavani, Neymar und Mbappe werden bei Newcastle gehandelt - neue Rekordtransfers scheinen möglich

Neben neuen Spielern ist auch die Stelle des Trainers an der Tyne auf lange Sicht alles andere als gefestigt. Steve Bruce performt gut, wenn man seine Möglichkeiten betrachtet, weshalb ein schneller Wechsel des Trainers unwahrscheinlich scheint. Langfristig soll allerdings auch an der Seitenlinie ein großer Name stehen.


Punkt 3: Die Infrastruktur. Der St. James' Park gehört mit seinen knapp 52.500 Plätzen zu den Top-Stadien auf der Insel. Dieser Bau birgt kaum Notwendigkeiten für Verbesserungen. Anders sieht es bei den Magpies mit den Trainingsbedingungen aus. Eine verbesserte Akademie und bessere Trainingsmöglichkeiten würden den Club auch für junge Spieler interessanter machen.
Zusätzlich würde auch die Frauenmannschaft von Newcastle profitieren, die momentan nur in er 4. Liga spielt.



Mohammed bin Salman ist ohne Zweifel eine interessante Persönlichkeit, die viel Stoff für Diskussionen bietet. Mit seinem Vermögen wäre der Kronprinz der mit weitem Abstand reichste Besitzer eines Vereins in der Premier League, was für Newcastle Chancen, aber auf Gefahren mit sich bringt. Geld alleine garantiert keinen Erfolg. Gewisse Entscheidungen könnten den Verein ruinieren, anstatt ihn an die Spitze zu führen.


Der Fußball als Marionette reicher Investoren

Einen faden Beigeschmack bringt auch die Person bin Salman mit sich. Seine Handlungen auch auch seine Charismatika lassen nicht nur Gutes erahnen. Umso erschreckender ist es, dass die Vergangenheit und die Handlungen von Personen in der heutigen zeit keine Rolle mehr spielen, wenn der Betrag auf dem Konto stimmt. Der Traum vom Ruhm lässt Missetaten in Luft auflösen.


Dieses Machtspiel entfernt den Fußball immer weiter von seiner Basis. Der Sport entwickelt sich immer weiter zu einem reinen Geldgeschäft, in dem sich die Investoren gegenseitig überbieten. Die Vereine verlieren ihr Gesicht auf der Suche nach Erfolgen. Vor allem im internationalen Vergleich und auch zwischen den Ligen entsteht ein immer größerer Riss. Vereine, die über viel Geld verfügen hängen kleinere Vereine ab, was auf lange Sicht deren Ruin bedeutet. Sportlich wird der Wettbewerb in eine Richtung verzerrt, die sehr bedenklich ist.


Auch die Fankultur leidet, wenn der Fußball zum Luxus-Produkt gemacht wird und das vor allem im Mutterland des Fußballs. Es bleibt fraglich, warum der Sport zur Spielfigur reicher Menschen wird, die Stars Millionengehälter zahlen, aber Menschen in ihrem eigenen Land foltern und unterdrücken.