Die Aussichten, dass Kevin Möhwald und Niclas Füllkrurg in dieser Saison noch einmal eine entscheidende Rolle spielen könnten, waren gegeben. Bei Werder Bremen nährte die Genesung der beiden Langzeitverletzten die Hoffnungen auf den Klassenerhalt. Mit beiden wird wohl kaum noch zu rechnen sein. Es bleiben große Fragezeichen bei den ohnehin überforderten Bremern.


Bei Werder Bremen hat man in dieser Saison mit einigen Härtefällen zu kämpfen. Auch die Verletzungen von Kevin Möhwald und Niclas Füllkrug waren ein enormer Schock, der sich durch die gesamte Saison ziehen sollte. Der Angreifer, der sich im September das Kreuzband riss, fehlt den Bremern mit am meisten. Doch aufgrund seiner langen Verletzungshistorie, bestand bei ihm von Anfang an nur eine geringe Chance auf ein Comeback noch in dieser Saison.


Selbst der Aufschub des Saisonfinales um fast zwei Monate bringt Füllkrug kaum näher an die Mannschaft zurück. Noch einmal ernüchternder war der schleppende Heilungsverlauf von Möhwald; der Mittelfeldspieler machte in den vergangenen Monaten nur wenige Fortschritte. Aufgrund von Schmerzen wurde er ebenfalls vor mehr als sieben Monaten operiert. Als er fast noch spielfähig schien, rechnete niemand mit solch einer Leidenszeit.


Bremens blindes Vertrauen in das Schicksal


Ob die mühsame Rückkehr der beiden Hoffnungsträger nach Plan verlief, lässt sich nur schwer beurteilen. Sicher ist allerdings, dass die Bremer die Wichtigkeit von Füllkrug und Möhwald immer wieder unterstrichen. Man bekam das Gefühl, beide Stars würden in absehbarer Zeit zurückkehren und Werder endlich aus der Krise holen.


Auch sie wurden als Grund ausgemacht, weshalb der SVW nach mehr als einem Drittel der Saison auf einem Abstiegsplatz steht. Mit vorsichtigen Erwartungen hatte man die Pechvögel in der Hinterhand, sollte es hart auf hart kommen. Das geschah in Bremen schon vor vielen Monaten; dennoch ist von Möhwald und Füllkrug keine Spur zu sehen.


Mit Möhwald wollte Werder nach Europa - ohne ihn geht es vielleicht in Liga Zwei.

Jede Verletzung bringt gewisse Risiken mit sich. Der Heilungsverlauf kann ungeahnte Maße erreichen. Doch dann muss sich ein Verein allerdings auch rüsten und die Gefahr erkennen. Zwar kam mit Davie Selke im Winter ein weiterer Mann für die Offensive; das brache zentrale Mittelfeld wurde allerdings weiterhin wenig beachtet.


Werder: Zu vorsichtig oder nicht vorsichtig genug?


Vor der Saison galt Möhwald als Kandidat für die Startelf. Schon lange ist deutlich, wie sehr er den Grün-Weißen fehlt. So recht schien Werder die Augen allerdings nie weit genug geöffnet zu haben. Warum wurde keine weitere Verstärkung verpflichtet? Wieso wurde dem sichtlich so zurückgeworfenen Spieler eine solche Verantwortung aufgelegt? Oder waren die Bremer im Blick auf die vielen angeschlagenen Leistungsträger schlicht überfordert?


Die beiden Langzeitverletzten stehen vielleicht exemplarisch für den falschen Glauben, den die Bremer in diesem Jahr oft hegten. Und das könnte sich mit der Wiederaufnahme des Ligabetriebs rächen. Hausgemacht ist die Krise sicher nicht - mit halbherziger Bewältigung könnte sie nun doch wieder dramatisch enden.